Drohende Überkapazitäten in der Containerschifffahrt für 2027 vorausgesagt
Das stetige Wachstum der weltweiten Schiffsflotte könnte laut dem Verband BIMCO im Jahr 2027 zu einem deutlichen Angebotsüberschuss führen. Geopolitische Effekte federn die Entwicklung derzeit nur vorübergehend ab.
Mehr Schiffe als Fische im Wasser – solange der Tee pünktlich ankommt, soll's mir recht sein.
— Rocky, Chefkolumnist
Illustration: KI-generiert
Die weltweite Containerschiffsflotte steuert im Jahr 2027 auf ein deutliches Überangebot zu. Trotz aktueller geopolitischer Störungen und längerer Handelsrouten droht der schnelle Ausbau der Kapazitäten den Markt zu belasten. Dies geht aus der Marktschau des Branchenverbandes BIMCO für September hervor. Die globale Containerschiffsflotte hat inzwischen die Marke von 34 Millionen TEU überschritten, was einem Zuwachs von 10 Millionen TEU in nur fünfeinhalb Jahren entspricht. Bis Juli 2026 stieg das Containervolumen im Jahresvergleich um 5,1 Prozent, wobei das Exportwachstum aus Ost- und Südostasien besonders stark ausfiel. Wie gCaptain berichtet, verlängern Umleitungen um das Kap der Guten Hoffnung weiterhin die Fahrzeiten, während Störungen im Persischen Golf die effektive Kapazität zusätzlich reduzieren und Tonnage binden.Wachstum der Flotte setzt den Markt unter DruckFür das Jahr 2026 erwartet BIMCO eine Ausweitung der Flottenkapazität um 4,6 Prozent, gefolgt von einem Zuwachs um 9 Prozent im Jahr 2027. Ein akutes Risiko stellt das Auftragsbuch dar: Kapazitäten von mehr als 14 Millionen TEU sind bestellt, was etwa 42 Prozent der aktuellen Flotte entspricht. Die begrenzte Verschrottungsaktivität verstärkt diese Ausweitung, da Reedereien in einem starken Markt kaum Anreize hatten, ältere Tonnage abzuwracken.
Angebotsüberhang für 2027 erwartet
Für 2027 prognostiziert BIMCO sowohl bei einer geöffneten als auch bei einer geschlossenen Straße von Hormus ein Angebotswachstum, das das Nachfragewachstum erheblich übersteigt. Die Nachfrage soll voraussichtlich zwischen 0,5 und 4,5 Prozent zulegen, während das Angebot um 5 bis 6 Prozent wächst. Eine Rückkehr zu den Routen durch den Suezkanal würde dieses Ungleichgewicht weiter verschärfen. Laut BIMCO könnte eine solche Rückkehr die Schiffsnachfrage im Vergleich zu aktuellen Prognosen um etwa 10 Prozent senken und damit die Frachtraten spürbar unter Druck setzen.
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