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Deutschlands größter Offshore-Windpark „He Dreiht“ eingeweiht

Der Energiekonzern EnBW hat den bislang größten Offshore-Windpark Deutschlands in der Nordsee offiziell eingeweiht. Das Milliardenprojekt kommt ohne staatliche Subventionen aus und speist bereits erste Elektrizität ein.

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Pustet der Wind kräftig, dreht sich das Rad. Hauptsache, der Strom fließt. — Rocky, Chefkolumnist
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Der bislang größte deutsche Offshore-Windpark „He Dreiht“ in der Nordsee ist in der vergangenen Woche feierlich eingeweiht worden. Das Großprojekt mit einer geplanten Gesamtkapazität von bis zu 960 Megawatt befindet sich derzeit auf dem Weg zur vollständigen Inbetriebnahme.
Der Windpark liegt etwas mehr als 50 Meilen nordwestlich von Borkum sowie etwa 68 Meilen westlich von Helgoland und besteht aus 64 Vestas-Windturbinen mit einer Leistung von jeweils 15 Megawatt. Wie das Fachmagazin The Maritime Executive berichtet, handelt es sich um die bisher größte Einzelinvestition von EnBW in erneuerbare Energien. „He Dreiht ist die größte Einzelinvestition von EnBW in erneuerbare Energien“, sagte Vorstandsvorsitzender Georg Stamatelopoulos. „Wir brauchen mehr Projekte wie He Dreiht, die bezahlbaren, sicheren und sauberen Strom liefern.“

Finanzierung ohne staatliche Subventionen

EnBW hatte den Zuschlag für das Projekt im Jahr 2017 in Deutschlands erster Ausschreibungsrunde für Offshore-Windenergie ohne Anspruch auf staatliche Förderung erhalten. Der Windpark wurde ohne staatliche Mittel erbaut und wird ausschließlich über langfristige Stromabnahmeverträge finanziert. Insgesamt wurden rund 2,4 Milliarden Euro investiert. EnBW hält über eine Projektgesellschaft 50,1 Prozent der Anteile; die verbleibenden 49,9 Prozent werden von einem Konsortium aus Allianz Global Investors im Auftrag von Allianz-Gesellschaften, AIP Management und Norges Bank Investment Management gehalten.
Die Stromabnahmeverträge sollen Unternehmen langfristige Preisstabilität und Planungssicherheit bieten, wobei ein wesentlicher Schwerpunkt auf dem Technologiesektor sowie dem Wachstum von Digitalisierung und KI liegt. Zu den Vertragspartnern gehören Evonik, Google, die Telekom-Tochter PASM, Fraport, Bosch, Salzgitter, SHS Stahl-Holding Saar, Deutsche Bahn und DHL Group.

Schrittweise Inbetriebnahme und technische Details

Die Bauarbeiten begannen im Mai 2024. Bei einer Nabenhöhe von 142 Metern überstreicht jeder Rotor mit einem Durchmesser von 236 Metern eine Fläche von rund 44.000 Quadratmetern pro Umdrehung. Eine einzige Drehung reicht aus, um umgerechnet vier Haushalte einen Tag lang mit Strom zu versorgen. Der Netzbetreiber TenneT ist für den Anschluss des Windparks zuständig, wobei der Strom über eine Offshore-Plattform und zwei Seekabel an die Küste gelangt.
Die Inbetriebnahme erfolgt schrittweise, indem die Turbinen nacheinander angeschlossen, getestet und gestartet werden. Die ersten Anlagen speisen bereits Strom in das Netz ein, und der Windpark soll in den kommenden Monaten vollständig betriebsbereit sein.

Ausbauziele und gesetzliche Rahmenbedingungen

Die installierte Erneuerbaren-Leistung von EnBW liegt derzeit bei rund acht Gigawatt, was mehr als einer Verdopplung gegenüber dem Wert von 2018 entspricht. Erneuerbare Energien machen über 70 Prozent der Erzeugungskapazität des Unternehmens aus. EnBW entwickelt zudem bereits das Projekt Dreekant (1 GW) in der deutschen Nordsee sowie Morven (2,9 GW) in Schottland und strebt bis Ende 2030 einen Erneuerbaren-Anteil von rund 80 Prozent an.
Deutschland verfügt Mitte 2026 über eine betriebsbereite Offshore-Windkapazität von rund 10,8 Gigawatt, gemessen an einem langfristigen Ziel von 70 Gigawatt bis 2045. Das Bundeskabinett hat kürzlich eine Änderung des Windenergie-auf-See-Gesetzes beschlossen, die zweiseitige Differenzverträge einführt und die Standardbetriebsdauer für Neuanlagen von 25 auf 35 Jahre verlängert.

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