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Kiellegung für drittes Flottendienstboot der Klasse 424 in Wolgast

Auf der Peene-Werft in Wolgast hat der Bau des dritten neuen Aufklärungsschiffes für die Deutsche Marine begonnen. Verteidigungsminister Boris Pistorius strebt zudem die Beschaffung einer vierten Einheit an.

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Dat neue Schiff hat große Ohren. So hört man wenigstens rechtzeitig, wenn Sturm aufzieht. — Rocky, Chefkolumnist
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Auf der Peene-Werft in Wolgast ist der Kiel für das dritte Flottendienstboot der Klasse 424 der Deutschen Marine gelegt worden. Die rund 130 Meter langen Neubauten sollen ab 2029 schrittweise an die Bundeswehr geliefert werden und als Plattformen für die seegestützte Informationsgewinnung dienen. Das neue Fähigkeitsprofil der Bundeswehr sieht insgesamt vier Einheiten dieser Klasse vor.
Die Werft in Mecklenburg-Vorpommern gehört zu Rheinmetall. Auch das zweite Schiff der Klasse befindet sich bereits in Wolgast im Bau, wie Schiff & Hafen berichtet. Nach der endgültigen Ausrüstung und Inbetriebnahme sollen beide Schiffe an den Standort von Blohm+Voss in Hamburg verlegt werden. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius kündigte an, sich für die Beschaffung eines vierten Flottendienstbootes einzusetzen, wofür nun parlamentarische Beratungen eingeleitet werden.
Die Neubauten tragen leistungsstarke Sensoren zur Überwachung des elektromagnetischen Spektrums über Land, Luft und See. Diese Sensoren nutzen maschinelles Lernen und künstliche Intelligenz, um große Datenmengen nahezu in Echtzeit auszuwerten und militärisch relevante Informationen zu gewinnen.

Aufgaben und Notwendigkeit auf See

In einem Interview mit Euronews bezeichnete Vizeadmiral Dr. Thomas Daum, Inspekteur des Cyber- und Informationsraums der Bundeswehr, die Schiffe als „die Augen und Ohren der Streitkräfte“. Auf die Frage, warum Schiffe benötigt werden, wenn Satelliten existieren, sagte er, dass ein Satellit bei einem Überflug nur einen „Fußabdruck“ erfasst, während „ein dort positioniertes Boot mit einem großen Empfangsbereich in der Breite und Tiefe lässt sich außer mit vielen Satelliten nicht nachbilden.“

Ablösung der veralteten Klasse 423

Deutschland betreibt derzeit drei Flottendienstboote der Klasse 423, die schon sehr lange im Dienst sind. Nach Angaben von Daum sind deren Rumpfstrukturen gealtert, hohe Antennenmasten haben den Schwerpunkt nach oben verlagert und die Seetüchtigkeit ist nicht mehr optimal, obwohl die Messdecks im Inneren kontinuierlich modernisiert wurden. Die Klasse 424 sei dagegen ein großes Schiff, das weltweit in allen Klimazonen eingesetzt werden könne. In der Ostsee sind typischerweise ein oder zwei deutsche Aufklärungsschiffe im Einsatz, um das Lagebild zu erstellen. „Wir beobachten sehr intensiv, was dort geschieht“, sagte Daum und ergänzte, dass Details als Verschlusssache eingestuft seien.
Das Interview folgte wenige Tage, nachdem ein russisches Kriegsschiff in der Ostsee Signalmunition in Richtung eines dänischen Hubschraubers abgefeuert hatte, der es fotografierte – eine Art von Situation, für die die neuen Schiffe nach Angabe von Euronews vorgesehen sind.

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