Lieferung trotz Sanktionen: Chinesische Strommodule für russisches Flüssiggas-Projekt
Zwei von den USA sanktionierte Schwergutschiffe transportieren wichtige Generatorenmodule von China nach Russland. Die Fracht soll das Flüssiggas-Projekt Arctic LNG 2 der Vollinstallation näherbringen.
Sanktionen hin oder her – wo ein Schiff ist, findet sich auch ein Weg.
— Rocky, Chefkolumnist
Illustration: KI-generiert
Trotz US-Sanktionen transportieren zwei Spezialschiffe wichtige Stromerzeugungsmodule von China zum russischen Flüssiggasprojekt Arctic LNG 2. Die Schiffe befinden sich auf dem Weg nach Norden, um die Energieversorgung einer zweiten Produktionslinie zu vervollständigen. Dies zeigt, wie das Projekt westliche Umgehungswege nutzt, um die geplante Produktion zu erreichen. Die beiden von den USA sanktionierten Schwergutschiffe Glory und Bright haben zwischen dem 6. und 10. September im ostchinesischen Hafen Zhangjiagang zwei Module für ein Landkraftwerk geladen. Wie das Fachportal gCaptain berichtet, tragen die Bauteile die Bezeichnungen 2-PGM-002 und 2-PGM-004. Beide Schiffe nehmen derzeit Kurs nach Norden in Richtung des Japanischen Meeres und voraussichtlich der Nordostpassage.
Verzögerter Transport über Umwege
Bei der Fracht handelt es sich um die letzten zwei von insgesamt vier Kraftwerksmodulen, die ursprünglich auf der Wison-Werft in Zhoushan für die zweite Produktionslinie des Novatek-Projekts Arctic LNG 2 gefertigt wurden. Nach ihrer Installation kann das elektrische Energiesystem der zweiten Linie vervollständigt werden, was einen Betrieb nahe der ausgelegten Kapazität von 6,6 Millionen Tonnen pro Jahr ermöglichen könnte. Die Module nahmen einen indirekten Weg: Sie wurden im April 2026 von der sanktionierten Werft in Zhoushan abtransportiert, mehrere Monate im Hafen von Zhangjiagang zwischengelagert und erst jetzt auf sanktionierte Schiffe verladen.
Umflaggung nach Russland
Die Glory, früher bekannt als Nan Feng Zhi Xing, und die Bright, vormals Hunter Star, wurden Anfang 2026 unter russische Flagge gebracht und an die in Archangelsk ansässige Eco Shipping LLC übertragen. Beide Schiffe hatten bereits im Juli 2026 Module für Arctic LNG 2 ausgeliefert. Die Transportfahrt folgt auf erfolgreiche Lieferungen von Modulen für die dritte Produktionslinie im Sommer und verdeutlicht den Fortgang des Projekts trotz westlicher Sanktionsmaßnahmen.
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