Internationale Seeschifffahrts-Organisation warnt vor zunehmenden Angriffen auf Handelsschiffe
Die IMO schlägt Alarm wegen einer steigenden Zahl von Angriffen auf Frachtschiffe in weltweiten Krisengebieten. Allein in der Straße von Hormus wurden seit Ende Februar mindestens 22 Seeleute getötet.
Die Internationale Seeschifffahrts-Organisation (IMO) fordert die Regierungen weltweit auf, Angriffe auf die zivile Schifffahrt einzustellen. Nach Angaben der Organisation weiten sich bewaffnete Konflikte zunehmend auf wichtige globale Handelsrouten aus. Seit dem Ausbruch des Konflikts im Nahen Osten am 28. Februar wurden allein im Gebiet der Straße von Hormus mindestens 22 Seeleute getötet. Wie das Schifffahrtsportal gCaptain berichtet, wurden in und um die Straße von Hormus bis zum 15. September insgesamt 80 Angriffe auf die internationale Schifffahrt bestätigt. Am 28. August hatte die IMO noch 70 Angriffe und 19 getötete Seeleute gemeldet. IMO-Generalsekretär Arsenio Dominguez erklärte vor Delegierten des IMO-Unterausschusses für die Beförderung von Ladungen und Containern in London: "We are reaching a point where these conflicts are being used as a pretext to attack merchant vessels and innocent seafarers. Do not use these conflicts to attack innocent seafarers."
Angriffe im Persischen Golf und den Nebenmeeren
Zu den jüngsten Vorfällen gehört ein Angriff am 12. September auf die El Gaia in der Straße von Hormus, bei dem das Schiff beschädigt wurde und zwei Seeleute als vermisst gelten. Am 9. September wurde die Hercules Star bei einem Angriff beschädigt, bei dem ein Seemann starb. Zudem kamen am 31. August zwei Besatzungsmitglieder an Bord der Sidr ums Leben. Ende August saßen zudem bis zu 400 Schiffe mit rund 6.000 Seeleuten im Persischen Golf fest, da sie die Region seit Beginn des Konflikts nicht sicher verlassen konnten.
Gewalt betrifft mehrere globale Wasserstraßen
Die Gewalt beschränkt sich nicht auf die Straße von Hormus. Im Roten Meer wurden am 11. August bei einem Angriff der Huthis auf ein Handelsschiff vier Seeleute getötet. Auch im Schwarzen Meer und im Asowschen Meer führten Angriffe in den vergangenen Monaten laut IMO zu dutzenden Todesopfern, wobei genaue Zahlen schwer zu überprüfen seien. Dominguez betonte: "In the Strait of Hormuz, it is not only one country attacking merchant vessels. In the Black Sea and Sea of Azov, it is not only one country attacking merchant vessels."
Appell an die Vereinten Nationen
Der IMO-Rat hatte bereits im Juli bekräftigt, dass die Durchfahrt durch internationale Seestraßen nicht gefährdet, behindert oder ausgesetzt werden darf. Dominguez räumte ein, dass die Lösung der zugrunde liegenden Konflikte außerhalb des Mandats der IMO liege, appellierte jedoch an die Mitgliedstaaten: "I call on you to share these impacts with the relevant bodies in your countries so that this can be dealt with within the United Nations, as appropriate." Die Störungen in der Straße von Hormus, im Roten Meer, im Golf von Aden und im Schwarzen Meer beeinträchtigen neben der Sicherheit der Schiffe auch Energieflüsse, Rohstoffmärkte und globale Lieferketten.
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