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Monatelanges Ankern im Golf verursacht schweren Bewuchs an Schiffsrümpfen

Lange Standzeiten im Persischen Golf führen zu massivem Unterwasserbewuchs an Frachtern. Die Folgen sind höherer Treibstoffverbrauch, verweigerte Hafeneinfahrten und zusätzliche Sicherheitsrisiken.

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Einmal kräftig Schrubben, dann läuft der Kahn auch wieder flott durchs Wasser. — Rocky, Chefkolumnist
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Monatelange Inaktivität und Ungewissheit im Persischen Golf stellen die Schifffahrt vor erhebliche Herausforderungen, da hunderte verankerte Schiffe von starkem Unterwasserbewuchs betroffen sind. Nach Angaben von Weathernews basierend auf AIS-Daten von MarineTraffic lagen Mitte Juni 2026 insgesamt 958 Schiffe fest, wovon 63 Prozent seit 100 Tagen oder länger inaktiv waren. Wie The Maritime Executive berichtet, führt dieser Bewuchs zu höheren Betriebskosten, strengeren Biosicherheitskontrollen und rechtlichen Konsequenzen in zahlreichen Häfen.

Wirtschaftliche und ökologische Folgen von Bewuchs

Der Bewuchs von Schiffsrümpfen durch organische Moleküle, Mikroorganismen, Algen, Seepocken, Muscheln und Seetang beginnt bereits wenige Minuten nach dem Kontakt mit Meerwasser. Ohne Gegenmaßnahmen erhöhen diese Organismen den Widerstand des Rumpfes im Wasser, was zu langsameren Geschwindigkeiten, höherer Motorbelastung und steigenden Treibstoffkosten führt. Eine Umfrage der Firma Jotun aus dem Jahr 2025 unter 1.000 Schiffseignern und Betreibern ergab, dass 50,4 Prozent der Befragten bereits einen höheren Treibstoffverbrauch und eine geringere Betriebseffizienz aufgrund von unzureichendem Biofouling-Management feststellten. Die Bedingungen im Persischen Golf begünstigen diesen Prozess durch ganzjährig warmes Wasser, hohe Nährstoffkonzentrationen in stark frequentierten Häfen sowie durch ausgedehnte Ruhezeiten der Schiffe. Auch die hohe Salinität des Golfs bremst die schädlichsten Organismen kaum ab.

Regulatorische Strafen und Einfahrtsverbote

Immer mehr Länder haben strenge Kontrollen gegen die Einschleppung gebietsfremder Arten erlassen. Laut der Studie von Jotun sahen sich 41 Prozent der Befragten regulatorischen Strafen wegen Biofouling ausgesetzt, 38 Prozent wurde die Hafeneinfahrt verweigert und 49 Prozent mieden Häfen mit strengen Vorgaben ganz. Unter dem Biosecurity Act 2015 Australiens sowie den Regeln Neuseelands müssen Schiffe vor der Ankunft Nachweise über die Reinigung oder ein effektives Management erbringen. Ähnliche Vorgaben gelten nach dem California Code of Regulations für Schiffe ab 300 GT, wobei Schiffe nach mehr als 45 Tagen Inaktivität besonders geprüft werden. In Brasilien trat 2025 die Norm NORMAM-401 in Kraft, deren neue Bestimmungen ab Juni 2026 durchgesetzt werden und gemäß dem IMO Level 1 Standard nur noch leichten Bewuchs oder Schleim zulassen.

Sicherheitsrisiken und Inspektionsbedarf

Zusätzlich zur biologischen Beeinträchtigung birgt das monatelange Ankern das Risiko des Schmuggels. Schmuggler können an den Unterwasseröffnungen ruhender Schiffe, wie Seekästen oder Ruderbrunnenschächten, wasserdichte Pakete mit illegalen Frachten anbringen, ohne dass die Besatzung dies bemerkt. Schiffsmanagern, Eigentümern, Betreibern und Charterern wird daher geraten, bei Effizienzverlusten Inspektionen durch Taucher oder ferngesteuerte Unterwasserfahrzeuge durchzuführen und die Einhaltung der Biosicherheitsbestimmungen des nächsten Zielhafens frühzeitig zu überprüfen.

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