Dugong-Bestand im Golf von Carpentaria halbiert sich in weniger als zwei Jahrzehnten
Ergebnisse einer Flugzählung belegen einen Rückgang der geschützten Dugong-Population in Australien von 10.000 auf 5.000 Tiere. Extremwetter und Kiemennetz-Fischerei bedrohen die Seekühe.
Die Untersuchung wurde gemeinsam von der James Cook University, der Charles Darwin University und Gruppen indigener Ranger durchgeführt. Wie das Oceanographic Magazine berichtet, basiert die Feststellung des massiven Bestandsrückgangs der von der IUCN als gefährdet gelisteten Art auf diesen Erhebungen aus der Luft. Die Tiere sind für ihr Überleben auf intakte Seegraswiesen angewiesen, deren Bestände durch extreme Wetterereignisse stark dezimiert wurden.
Unterschiedliche Reaktionen der Politik
Zusätzlich zur Zerstörung des Lebensraums stellt der Beifang in der kommerziellen Kiemennetz-Fischerei eine erhebliche Belastung dar. Die Reaktionen der australischen Bundesstaaten auf die Bedrohung der Seekühe fallen unterschiedlich aus. Das Northern Territory hat sich verpflichtet, bis Ende 2027 ein vollständiges Verbot der kommerziellen Kiemennetz-Fischerei umzusetzen.Queensland hat dagegen seit Mai 2024 lediglich fünf isolierte netzfreie Zonen eingerichtet. Naturschützer fordern Queensland vor dem Hintergrund der neuen Ergebnisse nun dringend auf, weitere Schritte einzuleiten.