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Waldbrände in der Gironde bedrohen Bordeaux-Wein und Tourismus

Die verheerenden Waldbrände im Südwesten Frankreichs gefährden nicht nur die bevorstehende Weinlese durch drohenden Rauchgeschmack, sondern belasten auch die regionale Wirtschaft und den Tourismus schwer.

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In der französischen Region Gironde bei Bordeaux bedrohen schwere Waldbrände die Existenz der Winzer und der lokalen Wirtschaft. Obwohl die Weinberge selbst bislang verschont blieben, fürchten die Erzeuger, dass der Rauch den Geschmack der Trauben verdirbt. Zudem belasten die Evakuierungen und der ausbleibende Tourismus eine ohnehin kriselnde Branche schwer.
In der Gironde haben die Brände bereits 42.000 Hektar zerstört, wie Euronews berichtet. Die Trauben befinden sich derzeit in der Phase der Veraison, in der sie ihre Farbe wechseln und heranreifen. In dieser entscheidenden Reifephase kann Rauch das Aroma des späteren Weins beeinflussen und einen sogenannten „smoke taint“ (Rauchgeschmack) verursachen. Wenn dieser Ton die fruchtigen Aromen überlagert, stufen Winzer ihre Ernte herab oder verkaufen sie in großen Mengen an Brennereien zur Alkoholgewinnung.

Gefahr durch Rauchgeschmack in der Reifephase

„Wären wir näher an der Lese gewesen, die in drei Wochen beginnen soll, wäre die Lage deutlich ernster“, sagte Séverine Bonnie vom Château Malartic-Lagravière, das nur 20 Kilometer von den Flammen entfernt liegt, dem französischen Blatt "Le Figaro". Starker Wind, die Dauer der Rauchbelastung und die Witterung entscheiden darüber, wie sich der Geschmack der Trauben verändert. Nicht jeder Weinberg im Qualm ist jedoch zwangsläufig betroffen. „In Bordeaux befinden wir uns nicht nur noch in der Phase der Veraison. Wir können außerdem auf Gewitter hoffen, die eventuell betroffene Beeren von den Reben spülen“, sagte Édouard Moueix, Besitzer mehrerer Châteaux in der Region Bordeaux, gegenüber "Le Figaro".

Wirtschaftliche Folgen und ausbleibender Tourismus

Die Brände haben bereits eine Fläche zerstört, die viermal so groß ist wie Paris, und 220.000 Menschen aus ihren Wohnungen sowie aus touristischen Hotspots der Region vertrieben. „Es ist eine physische Apokalypse, wenn man all diese Orte sieht, an denen nichts als verkohlte Häuser und Wälder übrig sind. Und dazu kommt die wirtschaftliche Apokalypse“, sagte Patrick Seguin, Präsident der regionalen Handelskammer. Seine Stimme stockte vor Emotion. Appelle der französischen Regierung, die Region zu meiden, sorgen bei den Unternehmern für Kopfschütteln. „Es ist unglaublich, dass sie so etwas sagen – gerade jetzt, wo der Weintourismus immer wichtiger wird“, sagte Edouard Le Grix de la Salle.

Krise der Weinbranche verschärft sich

Der legendäre Bordeaux-Wein verzeichnet seit einiger Zeit einen deutlichen Konsumrückgang. Jüngere Menschen greifen zu anderen Getränken, während die Konkurrenz aus ausländischen Weinbaugebieten wächst. Die Strafzölle des früheren US-Präsidenten Donald Trump bescherten den Winzern, aber auch großen Teilen der Weltwirtschaft, einen zusätzlichen Kater. „Das Weingeschäft steckt seit mehreren Jahren in der Krise“, sagte Le Grix de la Salle. „Die Lage verschlechtert sich durch geopolitische Spannungen, die inzwischen allgegenwärtige Inflation und den Umstand, dass Wein bei jungen Leuten aus der Mode kommt.“ Er erklärte weiter: „Der Tourismus war eigentlich der einzige dynamische Teil unseres Geschäfts, der noch gewachsen ist – für uns und generell für die Weine aus Bordeaux.“ Und fügte hinzu: „Und jetzt wird auch dieser Motor ausgebremst.“Das Familienweingut Grand Verdus liegt rund 35 Kilometer von den Bränden entfernt, die seit vergangener Woche auf der anderen Seite der durch Bordeaux fließenden Garonne wüten. Obwohl die Feuer nur einen kleinen Teil der Gironde verbrannt haben, ist der Imageschaden erheblich. „Wie konnte man nicht daran denken, diesen Sektor zu schützen? Und auch den Kulturbereich. In Bordeaux gibt es so viel zu sehen. Es gibt zahlreiche Museen, es gibt Châteaux. Es ist unfassbar“, sagte Le Grix de la Salle. Nach Angaben der Handelskammer sind 39.000 Unternehmen in der Region betroffen, die auch ein wichtiges Zentrum der Verteidigungs- und Luftfahrtindustrie mit Konzernen wie Airbus, Dassault und Thales ist. Schon vor den Bränden klagte die Handelskammer über schwindende Gewinne durch steigende Energiekosten. Rund 94 Prozent der Unternehmen, die Mitte Juli an einer Umfrage teilnahmen, berichteten von erheblichen Problemen.

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