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Studie zu Waldbränden: Klimawandel erhöht Brandrisiko in Südeuropa drastisch

Eine neue wissenschaftliche Untersuchung zeigt, dass der Klimawandel extreme Brandbedingungen in Spanien und Frankreich massiv verschärft. Während Südeuropa brennt, warnt die UN vor den Folgen fossiler Energieträger.

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Der menschengemachte Klimawandel erhöht das Risiko für verheerende Waldbrände in Europa drastisch. Einer neuen wissenschaftlichen Untersuchung zufolge sind extreme Feuerbedingungen in Spanien mittlerweile bis zu 20-mal wahrscheinlicher geworden. Während Frankreich und Spanien gegen massive Brände kämpfen, fordern Experten und die UN rasche Konsequenzen.

Spanien und Frankreich kämpfen derzeit mit außer Kontrolle geratenen Feuern, die bereits mehr als 120.000 Hektar Land verbrannt und rund 300.000 Menschen zur Evakuierung gezwungen haben. Die Europäische Union hat ihren Notfallmechanismus aktiviert sowie Löschflugzeuge und Bodenfahrzeuge entsandt, warnt jedoch vor dem Erreichen der Kapazitätsgrenzen. In Frankreich entwickelte sich ein Waldbrand so extrem, dass seine Rauchwolke ein eigenes Gewitter erzeugte, dessen Blitze neue Brände auslösten. Auch in Griechenland, wo auf Kreta drei Feuerwehrleute starben, und an den Küsten der Türkei brennen Wälder, wie Euronews berichtet.

Studie belegt erhöhtes Risiko durch Erderwärmung

Eine neue Studie der Initiative World Weather Attribution (WWA) untersuchte historische Wetterdaten anhand des Daily Severity Rating (DSR), um die Veränderung feuerbegünstigender Wetterlagen zu analysieren. Die Forschenden stellten fest, dass der Klimawandel die feueranfälligen Bedingungen in Südwestfrankreich mindestens doppelt und in Zentralspanien mindestens 20-mal so wahrscheinlich gemacht hat. Klimaforscherin am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Deutschland Andreia Ribeiro erklärt dazu: „Wenn gleichzeitig in verschiedenen Regionen Waldbrände ausbrechen, wird deutlich, dass der durch den Menschen verursachte Klimawandel nicht nur die Wahrscheinlichkeit extremerer Feuer erhöht, sondern auch ihre Gleichzeitigkeit“. Weiter führt sie aus: „Das hat einen realen Preis, denn sich überlappende Feuerextreme erschweren die Zusammenarbeit zwischen Ländern. Sie können Löschflugzeuge und Einsatzkräfte dann nicht mehr so leicht teilen, obwohl die Unterstützung gerade am dringendsten wäre.“

Wissenschaftlerin für Extremwetter und Klimawandel am Centre for Environmental Policy des Imperial College London Clair Barnes betont, die aktuellen Brände seien nicht einfach „Pech“, sondern „ein klarer Hinweis auf die sich verschärfenden Folgen der anthropogenen Erwärmung“. Sie fügt hinzu: „Ein nasser Winter, gefolgt von diesem extrem trockenen Sommer und einer Abfolge von Hitzewellen, hat die Wälder mit trockenem Brennmaterial aufgeladen. Die unerbittliche Hitze – angeheizt durch den menschengemachten Klimawandel – hat die Bedingungen geschaffen, in denen Funken zünden und zu gewaltigen, gefährlichen Waldbränden werden können“.

Eine weitere Studie in der Fachzeitschrift „Scientific Reports“ vom 30. Juli bestätigt, dass die Intensität feuerfördernder Wetterlagen in Teilen Frankreichs und Spaniens zwischen 2016 und 2025 im Vergleich zu 1981 bis 2010 um bis zu 50 Prozent zugenommen hat. Die Zahl der Tage mit stark brandfördernden Bedingungen stieg in Teilen aller untersuchten Länder von weniger als zehn Tagen pro Sommer im Zeitraum 1981 bis 2010 auf rund 25 Tage im vergangenen Jahrzehnt.

UN fordert Abkehr von fossilen Energieträgern

Nach der WWA-Analyse äußerte sich Exekutivsekretär des UN-Klimasekretariats Simon Steill besorgt über die Entwicklung. Er warnt: „Solange die Menschheit weiter kolossale Mengen an Kohle, Öl und Gas verbrennt, backen wir unseren Planeten. Wir machen diese Bedingungen gefährlicher und diese Megabrände tödlicher und zerstörerischer“. Er sieht jedoch auch Handlungsoptionen: „Doch die Lösungen sind genauso klar: Alle Staaten müssen sich schneller von fossilen Energieträgern hin zu erneuerbaren Energien bewegen und die Menschen besser vor den zunehmenden Klimafolgen schützen – von Waldbränden über Megastürme und Überschwemmungen bis hin zu Dürren, die die Nahrungsmittelproduktion treffen.“

Laut Angaben der Europäischen Kommission würde eine Erwärmung um 3 °C die Zahl der Menschen in der EU, die nahe an Wildland leben und hoher bis extremer Brandgefahr ausgesetzt sind, um 15 Millionen erhöhen. Aktuell liegt die globale Durchschnittstemperatur bereits 1,3 bis 1,5 °C über dem vorindustriellen Niveau.

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