Versenkte Kriegsschiffe: Bergungsarbeiten in der Donau laufen an
Aufgrund anhaltender Hitze und sinkender Pegelstände werden in der Donau zahlreiche deutsche Kriegsschiffe aus dem Zweiten Weltkrieg sichtbar. Ein von der EU unterstütztes Projekt hat nun mit der Bergung der historischen Wracks begonnen.
Historischer Hintergrund der Blockade
Die Geschichte der Wracks reicht über 80 Jahre zurück. Im Herbst 1944 zog sich die Wehrmacht vor der heranrückenden Roten Armee zurück. Um dem Feind kein brauchbares Kriegsmaterial zu überlassen, versenkten die Besatzungen ihre Schiffe in der Donau mit dem Plan, die Fahrrinne zu blockieren. Diese Blockade zeigt noch heute Wirkung, wie Euronews berichtet.
Bereits in früheren Hitzesommern wie im August 2022 gab der fallende Donaupegel einige Wracks frei. Daraufhin initiierte der Investitionsrahmen für den Westlichen Balkan (WBIF) ein von der Europäischen Union unterstütztes Projekt, um 21 der besonders hinderlichen Wracks heben zu lassen. Strategischer Partner des Investitionsrahmens ist die Europäische Investitionsbank (EIB). Einige Überreste in einem fünf Kilometer langen Engpass der Donau wurden laut EIB bereits im Jahr 2024 mit Seilen aus dem Fluss gezogen und vom Schlamm befreit. Zunächst hatte in dieser Woche der "Fokus" über die Bergung berichtet.
Herausforderungen und Risiken bei der Bergung
Vor Beginn der Bergung lagen laut Angaben der EIB rund 200 Wasserfahrzeuge auf dem Grund der Donau, darunter zerstörte Frachtschiffe, Schlepper und Lastkähne. Die Arbeiten sollen bis zum Jahr 2028 abgeschlossen sein. Besonders die Bergung waffenbewehrter Schiffe gilt als anspruchsvoll, da an Bord einiger Boote noch Munition lagern dürfte, was zu Detonationen führen könnte.
Wirtschaftliche Bedeutung des Projekts
In einem auf der Website der EIB erschienenen Artikel aus demselben Jahr wird Serbiens damaliger stellvertretender Minister für Bau, Verkehr und Infrastruktur zitiert: "Nach den damaligen Angaben der EIB sollen die Arbeiten bis zum Jahr 2028 abgeschlossen sein." Laut stellvertretendem Minister Banjac sollten bei der Bergung der Schiffe Taucher sowie Pumpen zum Entfernen von Sand und Schlick zum Einsatz kommen. Einzelne Wracks bezeichnete er jedoch als zu groß für eine solche Bergung. Einige seien im Flussbett belassen und tiefer vergraben worden, um den Schiffsverkehr nicht weiter zu stören.
Die Bergung der ersten 21 Wracks hatte laut der EIB auch wirtschaftliche Gründe, da die Trümmer erhebliche Verzögerungen im Güterverkehr verursachten. Serbien musste dadurch pro Jahr einen geschätzten Verlust von fünf Millionen Euro hinnehmen. Im Juli 2024 gewährte die EIB einen Zuschuss von 16 Millionen Euro für das Projekt, um die Binnenschifffahrt in Serbien und der Region wettbewerbsfähiger zu machen. Das Vorhaben ist Teil des Wirtschafts- und Investitionsplans für den Westbalkan mit einem Gesamtvolumen von 30 Milliarden Euro, der laut EIB auch dazu beitragen soll, mehr Güterverkehr von der Straße auf das Wasser zu verlagern.