US-Militär fliegt massive Angriffe gegen Ziele im Iran und Irak
Nach einem Angriff auf einen US-Stützpunkt in Jordanien hat das US-Militär mit weitreichenden Luftschlägen reagiert. Die Eskalation schürt die Sorge vor einem offenen Krieg in der Region.
Das US-Militär hat am frühen Donnerstag bekanntgegeben, dass es eine „massive Welle von Angriffen auf Iran“ abgeschlossen hat. Die Operation war eine Reaktion auf iranische Angriffe auf einen US-Stützpunkt in Jordanien. Die USA und Saudi-Arabien gingen auch gegen Iran-treue Milizen im Nachbarland Irak vor. Dabei kamen nach US-Angaben mindestens 20 Kämpfer und sechs iranische Berater ums Leben, wie Euronews berichtet. Das US-Zentralkommando erklärte in einem Beitrag in sozialen Medien, die US-Streitkräfte hätten innerhalb von mehr als zwei Stunden „Dutzende“ Ziele der Revolutionsgarden getroffen, darunter Gefechtsstände, Raketen- und Drohnenanlagen sowie Küstenüberwachungs- und Verteidigungsstellungen.
Ziele der Revolutionsgarden im Visier
US-Präsident Donald Trump hatte kurz zuvor erneut angekündigt, Iran „sehr hart“ treffen zu wollen – als Reaktion darauf, dass Teheran einen Stützpunkt in Jordanien ins Visier genommen hat, auf dem US-Soldaten stationiert sind. Iranische Staatsmedien berichteten, bei Angriffen auf die Insel Qeschm – der größten Insel in der Straße von Hormus – seien zwei Menschen verletzt worden. Zudem habe es Explosionen in der westlichen Provinz Chuzestan gegeben, die an den Irak und Kuwait grenzt.
Angriffe auf Schiffe in Ägypten
Andernorts setzten Drohnenangriffe laut der britischen Seesicherheitsfirma Ambrey zwei Flüssiggas-Schiffe im ägyptischen Hafen Damietta in Brand. Unklar blieb zunächst, wer die Angriffe auf ein US-eigenes schwimmendes Lager und einen griechischen Tanker in dem Hafen verübt hat. Verletzte wurden nicht gemeldet. Auf die Frage im Oval Office, ob Iran für die Angriffe auf die LNG-Schiffe verantwortlich sei, antwortete Trump: „Es ist ein bisschen mehr vom Gleichen.“ Und er drohte: „In der Zwischenzeit werden wir sie sehr hart treffen, denn jetzt sind wir an der Reihe.“
Sorgen vor einer Ausweitung des Konflikts
Die Eskalationen an mehreren Fronten nach einigen Tagen relativer Ruhe erhöhen das Risiko einer Rückkehr zu einem offenen Krieg. Sie zeigen zugleich, wie schwierig es ist, einen seit fünf Monaten andauernden Konflikt zu beenden, der die Weltwirtschaft erschüttert und in den USA unpopulär ist. Die anhaltenden Gefechte schüren zudem die Sorge, dass Washington seine ohnehin geschrumpften Vorräte an moderner Munition weiter aufbraucht, die zum Schutz der US-Stützpunkte und von Verbündeten nötig ist. Ägypten, ein enger US-Verbündeter und wichtiger regionaler Vermittler, gehört zu den wenigen Ländern im Nahen Osten, die bislang von direkter militärischer Gewalt verschon geblieben waren. Ein bestätigter Angriff Irans oder seiner Verbündeten würde den Konflikt deutlich ausweiten, der sich bereits auf mehrere Staaten übertragen hat.
Saudi-Arabien hatte zudem den irakischen Milizen vorgeworfen, in den vergangenen zwei Tagen Drohnen auf seine Ölanlagen abgefeuert zu haben. Ein Verbund irakischer Milizen wies die Vorwürfe zunächst zurück. Eine andere, von Iran unterstützte Gruppe, die Huthi-Rebellen im Jemen, erklärte dagegen, sie hätten saudische Energieanlagen im Rahmen eines eigenen, aber verwandten Konflikts angegriffen. Vermittler hatten vor wenigen Tagen noch die Hoffnung geäußert, die USA und Iran an den Verhandlungstisch zurückzubringen. Ein im Juni geschlossener Zwischenvertrag ist in den vergangenen Wochen an der Eskalation in der Straße von Hormus gescheitert. Ein Regionalvertreter sagte, die Vermittler versuchten „weiterhin mit beiden Seiten“, Ruhe herzustellen und den Waffenstillstand wieder auf Kurs zu bringen. Ob es in den vertraulichen Gesprächen Fortschritte gibt, ließ er offen.
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