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Klimawandel verschärft Waldbrandgefahr in Südeuropa trotz sinkender Brandzahlen

Eine neue Studie belegt die drastische Zunahme brandfördernder Wetterlagen im Mittelmeerraum. Experten fordern präventive Maßnahmen wie kontrolliertes Abbrennen und die Renaturierung von Feuchtgebieten.

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Wissenschaftler warnen vor einer massiven Zunahme brandfördernder Wetterlagen in Südeuropa, während verheerende Waldbrände weite Teile des Kontinents belasten. Trotz verbesserter Brandschutzmaßnahmen, die die Zahl der Brände senken konnten, steigen die Risiken durch den Klimawandel und extreme Wetterbedingungen drastisch an. Experten fordern daher neue Strategien im Waldbrandmanagement und die Renaturierung von Ökosystemen.
In Spanien und Frankreich haben Brände in den vergangenen Wochen mehr als 120.000 Hektar Land zerstört und über 300.000 Menschen gezwungen, ihre Häuser zu verlassen, wie Euronews berichtet. Es handelt sich um die größte Evakuierungsaktion seit dem Zweiten Weltkrieg. Für die Europäische Union deutet sich die schlimmste Waldbrandsaison seit Beginn der Aufzeichnungen an. Während ein Feuer im Südwesten Frankreichs am 29. Juli erneut anzuschwellen drohte, kamen auf der griechischen Insel Kreta drei Feuerwehrleute ums Leben. Die Intensität der Feuer ist mittlerweile so hoch, dass sie eigene Gewitter auslösen.

Steigendes Risiko durch extreme Wetterlagen

Eine im Fachjournal Scientific Reports veröffentlichte Studie hat nationale Waldbrandstatistiken aus Portugal, Spanien, Frankreich, Italien und Griechenland sowie Wetter- und Klimadaten aus den Jahren 1981 bis 2025 ausgewertet. Die Forschenden stellten fest, dass die Intensität brandfördernder Wetterlagen in Teilen Frankreichs und Spaniens zwischen 2016 und 2025 im Vergleich zu 1981 bis 2010 um bis zu 50 Prozent zugenommen hat. Die Zahl der Tage mit extrem brandfördernden Bedingungen stieg von weniger als zehn Tagen auf durchschnittlich rund 25 Tage pro Sommer in den vergangenen zehn Jahren. In dem Bericht der Forschenden heißt es: „Geringere Luftdruckunterschiede über dem Nordatlantik fielen mit einem Anstieg brandfördernder Wetterlagen in Teilen Griechenlands, Italiens, Korsikas und Spaniens zusammen“. Zudem stellten die Autoren fest: „Anomalien der Meeresoberflächentemperaturen im tropischen Pazifik, die mit El Niño verbunden sind, gingen brandfördernden Wetterlagen in Teilen des nordwestlichen Iberiens, auf Sizilien und in Südgriechenland voraus.“ Während El-Niño-Ereignisse die globale Temperatur nur vorübergehend um rund 0,2 °C erhöhen, hat der menschengemachte Klimawandel die globale Oberflächentemperatur bereits um 1,3 bis 1,5 °C gesteigert. Nach Angaben des Copernicus-Klimawandeldienstes der EU (C3S) erwärmt sich Europa mehr als doppelt so schnell wie der globale Durchschnitt. Eine Analyse der Initiative World Weather Attribution (WWA) ergab, dass die jüngste Junihitzewelle mit Temperaturen von 40 °C im Jahr 1976 praktisch unmöglich gewesen wäre. Dennoch lag die jährliche Zahl der Waldbrände in den vergangenen zehn Jahren in den fünf Ländern rund 40 Prozent unter dem Niveau von 1981 bis 2010, was auf erfolgreiche Brandschutzmaßnahmen hinweist.

Strategien zur Senkung des Waldbrandrisikos

Kurzfristig können kontrollierte Brände das Risiko senken, indem abgestorbene Blätter und kleinere Bäume gezielt entfernt werden. Eine Studie der Stanford University aus dem Jahr 2025 zeigt, dass solche Maßnahmen die Intensität späterer Waldfeuer im Schnitt um 16 Prozent und die Rauchbelastung um 14 Prozent reduzieren können. Nach Angaben des World Wide Fund for Nature (WWF) hilft zudem eine nachhaltige Bewirtschaftung der Flächen. „Es ist wichtig, Veränderungen der Flächennutzung zu steuern und Bebauungspläne zu aktualisieren, damit neue Entwicklungen das Brandrisiko nicht weiter erhöhen“, so die Organisation. Weiter heißt es vom WWF: „Die Folgen von Bränden enden nicht mit ihrem Löschen, denn oft folgen Überschwemmungen und Bodenerosion. Nach einem Feuer sollte das Risiko weiterer Schäden gesenkt werden, indem verbrannte Flächen mit Pflanzen wiederbegrünt werden, die sich an ein sich wandelndes Klima anpassen können.“

Renaturierung und natürliche Helfer

Experten von Umweltorganisationen wie WWF und Wetlands International Europe fordern zudem die Renaturierung von Landschaften und natürlichen Wassersystemen. Feuchtgebiete und Flüsse speichern Wasser und wirken als natürliche Feuerschneisen. Durch sinkende Wasserstände und die Zerstörung dieser Ökosysteme wird diese Schutzfunktion jedoch geschwächt. Auch die Wiederansiedlung von Bibern gilt als Option. Ihre Dammbauten halten Wasser in der Landschaft und können als natürliche „Feuerbekämpfer“ die Ausbreitung von Bränden stoppen.

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