Heidebrand in Suffolk wütet nahe wichtiger Atomstandorte
Ein großer Waldbrand im Osten Englands bedroht Heidelandschaften nahe dreier Kernkraftwerke. Die Betreiber geben vorerst Entwarnung, während Rettungskräfte gegen die Flammen kämpfen.
In der englischen Grafschaft Suffolk kämpfen Feuerwehrleute gegen einen großen Waldbrand auf der Heidelandschaft Dunwich Heath. Das Feuer wütet in der Nähe von drei wichtigen Atomstandorten, beeinträchtigt deren Betrieb nach Betreiberangaben jedoch aktuell nicht. Einige Anwohner mussten bereits evakuiert werden, während die Einsatzkräfte unter schwierigen Bedingungen gegen die Flammen kämpfen. Das Feuer brach am Mittwoch an der Ostküste Englands aus und breitete sich rasch nach Südwesten aus, sodass inzwischen rund 100 Hektar von den Flammen betroffen sind, wie Euronews berichtet. Eine Sprecherin oder ein Sprecher des Energiekonzerns EDF erklärte, der Brand beeinträchtige „den Betrieb des Kernkraftwerks Sizewell B derzeit nicht“, das Unternehmen beobachte die Lage jedoch „weiter genau“. „Wir sind nicht in erhöhter Alarmbereitschaft“, hieß es weiter. Für Sizewell B liegt ein gut erprobter Notfallplan bereit, auch für Brände auf dem Gelände.
Sicherheitsvorkehrungen an den Atomstandorten
Auch das geplante Kernkraftwerk Sizewell C teilte in einem Beitrag auf dem offiziellen X-Konto mit, man beobachte „das Feuer auf der Dunwich Heath ebenfalls aufmerksam“. Der Brand berge „aufgrund der Entfernung zum Standort und der dazwischenliegenden Wasserläufe derzeit nur ein geringes Risiko für Sizewell C“. „Unsere Standorte und Büros bleiben geöffnet und arbeiten normal“, heißt es in dem Beitrag weiter. Zudem teilte das geplante Kernkraftwerk mit: „Wir prüfen fortlaufend die Rauchentwicklung und mögliche Auswirkungen auf das Straßennetz, um die Sicherheit der Menschen zu gewährleisten und den Einsatzkräften Vorrang auf den Zufahrtswegen zu geben.“
Evakuierungen und schwierige Löscharbeiten
Bewohner sowie Besucher sollen den Bereich um den Brand meiden. Einige Anwohner wurden aus ihren Häusern in ein Betreuungszentrum gebracht. Der Feuerwehr- und Rettungsdienst in Suffolk hat 18 Löschfahrzeuge sowie Spezialgerät wie Drohnen und geländegängige Quad-Bikes im Einsatz und spricht von „schwierigen Bedingungen“. Auch die Polizei von Suffolk unterstützt die Einsatzkräfte vor Ort. Ministerin für Wohnungsbau, Gemeinden und Kommunalverwaltung Angela Rayner dankte den Feuerwehrleuten für ihren Einsatz und erklärte, die Regierung sei „bereit, unsere Unterstützung anzubieten“. „Meine Gedanken sind bei den Menschen, die von dem Waldbrand in Suffolk betroffen sind“, schrieb sie in einem Beitrag in sozialen Medien.
Waldbrände in ganz Europa
Der Brand steht in einer Reihe von Waldbränden, die in diesem Monat Teile Europas verwüstet haben. Im Südwesten Frankreichs hat ein verheerendes Feuer in der vergangenen Woche rund 42.000 Hektar Land zerstört. Auch die Region Madrid in Spanien ist schwer betroffen. Brände wüten zudem in Teilen Italiens, Griechenlands, Portugals und der Türkei.
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