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Erdüberlastungstag: Politik und Verbände fordern konsequenten Klimaschutz

Am diesjährigen Erdüberlastungstag sind die nachhaltig regenerierbaren Ressourcen der Erde für dieses Jahr aufgebraucht. Vertreter aus Politik und Umweltschutz fordern nun weitreichende Maßnahmen zur Ressourceneinsparung.

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Am diesjährigen Erdüberlastungstag hat die Menschheit rechnerisch alle natürlichen Ressourcen verbraucht, die die Erde innerhalb eines Jahres regenerieren kann. Angesichts dieses Datums fordern die Grünen und die Deutsche Umwelthilfe von der Bundesregierung verstärkte Maßnahmen im Klimaschutz und eine Senkung des Rohstoffverbrauchs. Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) mahnte ebenfalls zu einem verantwortungsvolleren Umgang mit den natürlichen Lebensgrundlagen.
Grünen-Ko-Fraktionschefin Britta Haßelmann richtete klare Erwartungen an Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD). Wie das Portal Business-Politik berichtet, sagte Haßelmann der „Rheinischen Post“ vom Donnerstag: „Nehmt die Klimakrise endlich ernst und handelt!“ Die Folgen des Klimawandels seien bereits jetzt unübersehbar. „Über 5000 zusätzliche Todesfälle hat die Hitzewelle Ende Juni gekostet, eine neue Hitzewelle baut sich auf, und die Waldbrandgefahr steigt rasant“, so Haßelmann. In Frankreich und Spanien wüteten massive Brände bereits seit Tagen, wodurch hunderttausende Menschen ihr Hab und Gut verlören und Natur, Wälder sowie die Umwelt zerstört würden. „Das ist kein unabwendbares Schicksal, sondern unmittelbare Folge der Klimakrise“, betonte die Grünen-Politikerin und fügte hinzu: „Wir müssen unseren Rohstoffverbrauch dauerhaft senken und die Kreislaufwirtschaft stärken.“

Bundesumweltminister warnt vor Leben auf Pump

Bundesumweltminister Schneider warnte seinerseits vor dem fahrlässigen Umgang mit natürlichen Ressourcen. Der jährliche globale Erdüberlastungstag sei eine deutliche Mahnung, erklärte er gegenüber der „Rheinischen Post“: „Ab heute leben wir auf Pump.“ Der SPD-Politiker mahnte zu einem verantwortungsvollen Umgang mit den natürlichen Ressourcen und betonte: „Wir haben nur diese eine Erde, die uns Menschen versorgt, mit lebensnotwendigen Grundlagen: mit frischem Wasser, erholsamer Natur, mit Ackerland und auch mit kostbaren Rohstoffen, die wir für unsere Wirtschaft brauchen. Nur, wir gehen mit all dem viel zu fahrlässig um.“ Deshalb sei das Engagement für den Klimaschutz so wichtig. „Deshalb werden wir weiterhin die erneuerbaren Energien ausbauen. Und deshalb wollen wir zerstörte Natur, wo immer möglich, auch wiederherstellen“, so Schneider. Auch die Kreislaufwirtschaft spiele eine entscheidende Rolle, um Ressourcen langfristig zu schonen. Viele Unternehmen in Deutschland zeigten bereits, wie aus wiedergewonnenen Rohstoffen neue Produkte entstehen und Materialien mehrfach genutzt werden könnten.

Klimaunion fordert Berücksichtigung der Wirtschaft

Nach Auffassung der CDU-nahen Klimaunion muss die Klimapolitik die Wirtschaft mit berücksichtigen. Klimaunion-Vorsitzender Thomas Heilmann (CDU) sagte der „Rheinischen Post“: „Die Kunst ist, den Fußabdruck zu verkleinern, ohne die Wirtschaft abzuwürgen.“ Dafür sehe er drei Hebel: „klimafreundliche Energie – wozu wir leistungsfähigere und digitale Netze brauchen –, einen reformierten Emissionshandel als marktwirtschaftliches Instrument sowie eine echte Kreislaufwirtschaft, die bereits eingesetzte Ressourcen nutzbar macht und so unsere Abhängigkeit von Rohstoffimporten senkt“. Voraussetzung dafür seien schnellere Genehmigungen und weniger Bürokratie. Klimaschutz und wirtschaftliche Stärke müssten zusammen gedacht werden, betonte der CDU-Politiker: „Es bringt uns überhaupt nichts, wenn wir in Verboten denken, dann nehmen wir die Menschen auch nicht mit.“

Deutsche Umwelthilfe drängt auf schärferes Textilgesetz

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) drängt Umweltminister Schneider zu Nachbesserungen beim Textilgesetz. Der Erdüberlastungstag sei ein „unüberhörbares Alarmsignal“, sagte DUH-Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz der „Rheinischen Post“. Schneider habe beim Textilgesetz die Chance, eine der ressourcenintensivsten Branchen umweltfreundlicher umzugestalten. „Statt lediglich wachsende Altkleiderberge zu verwalten, muss er dafür Überproduktion und Ultra-Fast-Fashion wirtschaftlich unattraktiv machen und Reparatur, Secondhand und andere zirkuläre Geschäftsmodelle gezielt stärken“, forderte Metz. „Würden alle Menschen so ressourcenhungrig leben wie wir in Deutschland, bräuchten wir zweieinhalb Erden“, betonte Metz. Um Ressourcen zu schonen, brauche es „verbindliche Ziele zur Senkung des Rohstoffverbrauchs und eine echte Kreislaufwirtschaft, die Abfälle vermeidet, Produkte länger nutzt, repariert und wiederverwendet, statt immer mehr Wegwerfprodukte zu produzieren“.

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