Spanische Regierung beschließt umfassende Katastrophenhilfe für 211 Gemeinden
Nach einer Serie verheerender Waldbrände und Unwetter hat der spanische Ministerrat zahlreiche Regionen zu Katastrophengebieten erklärt. Betroffene Bürger, Unternehmen und Kommunen erhalten dadurch finanzielle Unterstützung und bürokratische Erleichterungen.
Verheerende Waldbrände und Naturkatastrophen
Die verheerenden Waldbrände im Sommer veranlassten die Regierung am 23. Juli dazu, erstmals in der Geschichte Spaniens wegen eines Waldbrands den nationalen Notstand auszurufen, wie Euronews berichtet. Auslöser für diese Maßnahme waren die Feuer in der Region Madrid sowie in den Provinzen Ávila und Toledo. Als folgenschwerstes Ereignis des Zeitraums hebt die Regierung den Waldbrand von Los Gallardos in der Provinz Almería hervor, der 14 Todesopfer forderte und ausschlaggebend für die beschleunigte Bereitstellung staatlicher Hilfen nach dem spanischen Zivilschutzgesetz war.Die Katastrophenserie erstreckte sich jedoch über weite Teile des Landes. Bereits im April erforderten Waldbrände in Ponteareas in Galicien zusätzliche staatliche Einsatzkräfte. Zum Zeitpunkt des Berichts war der jüngste Brand in Vall d'Uixó in der Provinz Castellón noch nicht vollständig gelöscht. Neben Waldbränden in Galicien und Asturien verzeichnete das Land schwere Küstenstürme auf Menorca, heftige Gewitter in Katalonien sowie Erdrutsche in La Rioja im Mai, die erhebliche Schäden an Straßen und historischen Bauwerken verursachten.
In der zweiten Junihälfte erreichte die Lage ihren Höhepunkt. Großbrände in Talavera sowie in den katalanischen Gemeinden Forallac und Tiana machten vorsorgliche Ausgangsbeschränkungen notwendig, während die Region El Bierzo in Kastilien und León zeitgleich gegen mehrere Brände kämpfte. Ende Juni folgten schwere Unwetter, bei denen in Haro in La Rioja innerhalb kurzer Zeit fast 55 Liter Regen pro Quadratmeter fielen und Dutzende Feuerwehreinsätze auslösten.
Umfangreiche Soforthilfen und Sonderregelungen
Mit der Deklaration als Katastrophengebiet tritt ein umfangreiches Hilfspaket in Kraft. Betroffene Bürger können Entschädigungen bei Todesfällen oder dauerhafter Erwerbsunfähigkeit, finanzielle Unterstützung für beschädigte Wohnungen sowie Zuschüsse für zerstörten Hausrat beantragen. Kommunen erhalten finanzielle Hilfen für Sofortmaßnahmen, und auch Unternehmen sowie Geschäfte können Unterstützung anfordern. Zudem entfallen die Gebühren für die Neuausstellung von verloren gegangenen Fahrzeugpapieren und Führerscheinen.Der Beschluss bildet zudem die Grundlage für weitere Maßnahmen anderer Ministerien, darunter Steuererleichterungen, Entlastungen bei Sozialversicherungsbeiträgen für betroffene Unternehmen und Selbstständige sowie Zuschüsse für den Wiederaufbau kommunaler Infrastruktur wie Sporthallen oder Versorgungsnetze. Durch die mögliche Einstufung der betroffenen Gebiete als Sonderaktionszonen können Wiederaufbau- und Reparaturmaßnahmen beschleunigt werden, indem Behörden Aufträge im Eilverfahren vergeben und Grundstücke schneller in Anspruch nehmen dürfen.