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Schwere wirtschaftliche Folgen durch Waldbrände in Frankreich

Die anhaltenden Waldbrände in Frankreich belasten die regionale Wirtschaft schwer. Rund 40.000 Unternehmen sind direkt oder indirekt betroffen, während tausende Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen.

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In Frankreich sorgt einer der schwersten Waldbrände seit Jahrzehnten für zunehmende wirtschaftliche Störungen. Nach Angaben der Handelskammer Bordeaux-Gironde sind rund 40.000 Betriebe direkt oder indirekt von den Feuern und Evakuierungen betroffen. Um die betroffenen Unternehmen zu unterstützen, wurden bereits staatliche Nothilfen angekündigt und das Stromnetz der Region angepasst.
Wie Euronews berichtet, schätzt Präsident der CCI Bordeaux-Gironde Patrick Seguin, dass durch die Brände rund 200.000 Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen. Das französische Wirtschaftsministerium geht zudem davon aus, dass etwa 130.000 Beschäftigte wegen der Feuer nicht arbeiten können. „Wir erleben eine beispiellose Situation. Eine Art Mini-Covid. Eine wirtschaftliche Katastrophe für unsere Unternehmen, die bereits vom aktuellen wirtschaftlichen Umfeld belastet sind“, sagte Patrick Seguin, Präsident der Handelskammer Bordeaux-Gironde, gegenüber Euronews Business.

Die Kammer hat eine Krisenhotline für Unternehmen eingerichtet, bei der immer mehr Anrufe eingehen. Die Firmen suchen vor allem Hilfe bei Liquiditätsproblemen, gestundeten Kredit- und Steuerzahlungen, Versicherungsfragen, Sozialabgaben sowie bei der Anmeldung von Kurzarbeit. Zuvor hatte Euronews Business über erste wirtschaftliche Schäden berichtet, darunter die Schließung strategisch wichtiger Standorte der Verteidigungsindustrie, was unter anderem die ArianeGroup und Dassault Aviation ins Stocken brachte.

Tourismusbranche unter Druck

Die Gesamtkosten für die Wirtschaft sind noch nicht beziffert. Die Kammer warnt jedoch vor schweren Schwierigkeiten für Tourismusbetriebe, die im Sommer bis zu 80 Prozent ihres Jahresumsatzes erzielen. Nach Angaben von La Tribune wurden 38 Campingplätze und andere Zeltplätze geräumt, von denen vier von den Flammen erfasst wurden. Am Dienstag mussten zudem rund 4.000 Urlauber ihre Unterkünfte in Lacanau verlassen. Um sich gegenseitig zu helfen, gründeten Unternehmen die Facebook-Gruppe „Gironde Solidarité Entreprises“, über die vorübergehend Büroräume, Lagerflächen, Logistik und praktische Hilfe angeboten werden können.

„Das gesamte Image der Region Gironde und ihres Tourismusmarkts bekommt einen Schlag ab, aber das ist nicht alles. Ein ganzer Teil unserer Wirtschaft ist betroffen“, sagte Seguin. Er forderte eine schnelle Bereitstellung von Ressourcen zur Unterstützung der Betriebe in enger Abstimmung mit den staatlichen Diensten: „Unternehmenschefs brauchen starke Signale“, sagte er. Die französische Regierung kündigte am Montag Nothilfen für betroffene Unternehmen in den Départements Gironde, Landes und Var an. Evakuierte Firmen können die staatlich gestützte Kurzarbeitsregelung nutzen. Am Donnerstag soll im Wirtschaftsministerium ein Treffen stattfinden, um „präzisere Antworten“ zu liefern, wie Industrieminister Sébastien Martin dem Sender BFMTV-RMC erklärte.

Anpassungen am Stromnetz

Parallel dazu musste das Stromnetz angepasst werden. Der nationale Übertragungsnetzbetreiber RTE teilte mit, seine Wartungsteams hätten sich dem Einsatzstab der Feuerwehr angeschlossen, um Schutzmaßnahmen für die elektrische Infrastruktur zu koordinieren. RTE schaltete bestimmte Leitungen und Umspannwerke ab, damit die Feuerwehr sicher arbeiten kann. „Parallel dazu passen unsere Teams den Betrieb des Stromnetzes in Echtzeit an, in ständiger Abstimmung mit Enedis, um die Folgen jeder möglichen Nichtverfügbarkeit zu begrenzen“, erklärte das Unternehmen. Bis Mittwochnachmittag meldeten örtliche Medien keine brandbedingten Ausfälle. Das Feuer galt am Mittwochnachmittag als stabilisiert, war jedoch noch nicht vollständig unter Kontrolle. Bislang sind rund 42.000 Hektar verbrannt, und mehr als 220.000 Menschen wurden seit Beginn des Brandes evakuiert. In Spanien wurde unterdessen die Evakuierungsanordnung für ein betroffenes Gebiet bei Madrid wieder aufgehoben.

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