Meilenstein bei der Energiewende: Wind- und Solarstrom überholen fossile Energieträger
In Deutschland haben Wind- und Solarkraft im Jahr 2025 erstmals mehr Strom erzeugt als fossile Energieträger. Trotz dieses Erfolgs kämpft das Land mit negativen Strompreisen und Verzögerungen beim Netzausbau.
Windstrom überholt Kohle. Hauptsache, der Tee bleibt auf dem Stövchen heiß.
— Rocky, Chefkolumnist
Illustration: KI-generiert
Deutschland hat bei seiner Energiewende einen wichtigen Meilenstein erreicht, da Wind- und Solarkraft im Jahr 2025 erstmals mehr Strom erzeugt haben als fossile Energieträger. Dieser Wandel könnte zu einem deutlich früheren Kohleausstieg als geplant führen, bringt jedoch auch Herausforderungen wie negative Strompreise mit sich. Wie Euronews berichtet, stieg der Anteil von Wind- und Solarstrom seit dem Jahr 2000 massiv an, während der Kohleanteil deutlich sank. Gemeinsam erzeugten Wind- und Solarkraft im Jahr 2025 44 Prozent des deutschen Stroms und lagen damit um ein Prozent vor den fossilen Energieträgern. Seit der Einführung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes im Jahr 2000 ist dieser Anteil um rund 42 Prozentpunkte gestiegen. Parallel dazu sank der Anteil der Kohle, die oft als „schmutzigste“ Energieform bezeichnet wird, von über der Hälfte der Stromversorgung auf nur noch 21 Prozent. Fachleute hoffen nun auf einen Kohleausstieg vor dem Jahr 2038. Dies ist auch vor dem Hintergrund des vollzogenen Atomausstiegs bemerkenswert; im Jahr 2022 trug Atomstrom noch 6,6 Prozent zur Stromproduktion bei. Dieser Trend spiegelt sich auch in der Europäischen Union wider, wo Wind- und Solaranlagen im vergangenen Jahr mit 30 zu 29 Prozent erstmals mehr Strom als fossile Kraftwerke produzierten.
Herausforderung durch negative Strompreise
Trotz dieser Erfolge sieht sich Deutschland mit negativen Strompreisen konfrontiert, die bei einem Überangebot an Strom entstehen. Da Wind- und Solarkraft wetterabhängig produzieren, kommt es vermehrt zu Abregelungen, bei denen Anlagen gedrosselt oder abgeschaltet werden. In der ersten Jahreshälfte 2026 stieg die kommerzielle Abregelung um 20 Prozent von 1.216 auf 1.463 GWh, während die Stunden mit negativen Strompreisen von 389 auf 299 zurückgingen. Nach dem im vergangenen Jahr eingeführten Solar Peak Act verlieren neu gebaute Anlagen ihren garantierten Förderaufschlag, sobald die Großhandelspreise ins Minus rutschen. Expertinnen und Experten warnen, dass dies einen „deutlich schärferen wirtschaftlichen Anreiz“ für Betreiber darstellt, die Produktion zu stoppen.
Fortschritte und Rückschläge bei der Elektrifizierung
Die fortschreitende Elektrifizierung könnte helfen, die Stromnachfrage zu glätten und Abregelungen zu reduzieren. Allerdings strich das Kabinett Anfang des Jahres einen Gesetzentwurf zur Pflicht für klimafreundliche Heizungsalternativen, was die Grünen als „vollständigen Abschied von Deutschlands Klimazielen“ bezeichneten. Damit entfällt die Vorgabe, dass neue Heizungen zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden müssen. Gleichzeitig überholten Wärmepumpen beim Absatz erstmals Gasheizungen, angetrieben von schwankenden Gaspreisen im Schatten von Irans Macht über die Straße von Hormus. Im vergangenen Jahr entfielen 48 Prozent aller verkauften neuen Heizungen auf Wärmepumpen, was 299.000 Geräten entspricht. Nach Angaben des Europäischen Wärmepumpenverbands EHPA lagen die Verkäufe im ersten Quartal 2026 um 34 Prozent über dem gleichen Zeitraum 2025.
Rückstand bei intelligenten Stromzählern
Beim Einbau von intelligenten Stromzählern hinkt Deutschland dem restlichen Europa hinterher. Bis 2024 verfügten lediglich zwei Prozent der Haushalte über einen Smart Meter, obwohl für bestimmte Gruppen seit vergangenem Jahr eine Einbaupflicht besteht. Diese Geräte ermöglichen flexible Zeitnutzungstarife, durch die Verbraucher stromintensive Geräte dann nutzen können, wenn die Strompreise niedrig oder die Erzeugung aus erneuerbaren Quellen hoch ist. Dies trägt dazu bei, Angebot und Nachfrage besser aufeinander abzustimmen.
Auf den griechischen Inseln Kreta und Paros kämpfen hunderte Feuerwehrleute gegen anhaltende Waldbrände. Aufgrund der starken Winde und schwierigen Bedingungen bleibt die Lage in mehreren Regionen angespannt.
Eine neue wissenschaftliche Untersuchung zeigt, dass der Klimawandel extreme Brandbedingungen in Spanien und Frankreich massiv verschärft. Während Südeuropa brennt, warnt die UN vor den Folgen fossiler Energieträger.
Während die Nachfrage nach Halbleitern für Künstliche Intelligenz hoch ist, droht durch den Ausbau von Fabriken und das Aufholen Chinas eine weltweite Chipschwemme.
Nach einem Massenansturm auf die spanische Exklave Ceuta sind mindestens 15 Menschen im Meer ertrunken. Die spanische Regierung hat das Militär zur Unterstützung der Sicherheitskräfte entsandt.
Nachdem binnen 24 Stunden mehr als 49.000 Migranten die spanische Exklave Ceuta erreicht haben, ist die Lage vor Ort chaotisch. Die Krise sorgt auch für diplomatische Spannungen innerhalb Europas.
Auf der kapverdischen Insel Santiago führt die illegale Sandgewinnung für die Bauwirtschaft zu schweren Umweltschäden. Viele Frauen sehen in der harten Arbeit dennoch die einzige Möglichkeit, ihre Familien vor dem Verhungern zu bewahren.