Ressourcen für das laufende Jahr aufgebraucht: Verbände fordern Umdenken
Am Donnerstag erreicht die Menschheit den Erdüberlastungstag. Umweltorganisationen fordern angesichts der Erschöpfung der natürlichen Ressourcen einen schnellen Ausstieg aus fossilen Energieträgern.
Am kommenden Donnerstag ist der diesjährige Erdüberlastungstag, an dem die Menschheit alle nachhaltig regenerierbaren Ressourcen für dieses Jahr aufgebraucht hat. Umweltverbände fordern angesichts dessen eine schnelle Abkehr von fossilen Energieträgern sowie eine Stärkung der Kreislaufwirtschaft. In Deutschland lag dieser Tag bereits am 10. Mai, wie Business-Politik berichtet. Die Umweltorganisation BUND erklärte am Dienstag, dass die Menschheit am 30. Juli alle natürlichen Ressourcen aufgebraucht habe, die die Ökosysteme der Erde innerhalb eines Kalenderjahres regenerieren können. "Für den Rest des Jahres plündern wir eine Zukunft, die uns nicht gehört", warnte die Organisation. Um den aktuellen weltweiten Verbrauch zu decken, wären laut der Umweltorganisation WWF rund 1,73 Erden nötig. "Die Folgen der Übernutzung sind längst sichtbar, etwa durch Entwaldung, degradierte Böden, den Verlust biologischer Vielfalt und steigende CO2-Konzentrationen in der Atmosphäre", erklärte der WWF.
Berechnungsgrundlage und nationale Unterschiede
Der weltweite Erdüberlastungstag wird jährlich von der Organisation Global Footprint Network berechnet. Dass dieser Termin in diesem Jahr sechs Tage später als 2025 liegt, ist laut BUND jedoch kein Zeichen für einen schonenderen Umgang mit den natürlichen Ressourcen, sondern liegt an einer angepassten Berechnungsgrundlage. Für Deutschland lag der nationale "Überlastungstag" mit dem 10. Mai erneut deutlich früher als das weltweite Datum.
Forderungen nach politischem Umsteuern
BUND-Vorsitzender Olaf Brandt erklärte: "Der Erdüberlastungstag ist die jährliche Quittung für eine umweltpolitische Insolvenzverschleppung. Unser Wirtschaftssystem frisst seine eigene Substanz und zerstört damit die Lebensgrundlagen für künftige Generationen." Brandt forderte "ein konsequentes politisches Umsteuern". Im Mittelpunkt müsse die Verringerung von Treibhausgasen durch den Ausstieg aus den fossilen Energien und den Ausbau erneuerbarer Energiequellen stehen. "Denn die globale Erderwärmung wirkt wie ein Brandbeschleuniger, wie gerade an den den verheerenden Waldbränden vor allem in Südwesteuropa deutlich zu sehen", so Brandt weiter.
Auch der WWF forderte "einen entschlossenen Ausstieg aus fossilen Energien" sowie "eine konsequente Priorisierung von zirkulären Geschäftsmodellen". Hier könnten in Deutschland über die Novelle des Kreislaufwirtschaftsgesetzes sowie auf europäischer Ebene "übergeordnete und verbindliche Ressourcenschutzziele" gesetzlich verankert werden. Der WWF verwies zudem auf eine eigene, wonach bis 2045 eine Halbierung des durchschnittlichen Ressourcenverbrauchs pro Kopf möglich ist – "und trotzdem ein gutes Leben zu führen". Der Organisation zufolge verbraucht jeder Mensch in Deutschland im Durchschnitt rund 16 Tonnen Primärrohstoffe pro Jahr, obwohl nach wissenschaftlichen Erkenntnissen lediglich sechs bis acht Tonnen nachhaltig seien.
Ziele der Bundesregierung
Die Ampel-Regierung hatte in ihrer vom Dezember 2024 das Ziel ausgegeben, bis 2045 den jährlichen Verbrauch pro Kopf "deutlich" zu senken. Als Orientierung soll dabei der Vorschlag des International Resource Panel unter dem Dach des UN-Umweltprogramms (UNEP) dienen, weltweit bis 2050 durchschnittlich noch sechs bis acht Tonnen pro Kopf zu verbrauchen. In ihrem Koalitionsvertrag hatte die schwarz-rote Regierung dann angekündigt, sie wolle die Kreislaufwirtschaftsstrategie "pragmatisch umsetzen". Ziel sei es dabei, "den Primärrohstoffverbrauch so weit wie möglich zu reduzieren". Anfang Juni verabschiedete das Bundeskabinett ein, mit dem über kurzfristig umsetzbare Maßnahmen die Entwicklung der Kreislaufwirtschaft in Deutschland beschleunigt werden soll.
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