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Klimakrise in Westeuropa: Zwei Drittel der Kinder extremen Temperaturen ausgesetzt

Laut einem Bericht von Save the Children leiden immer mehr Kinder unter extremer Hitze. Die Organisation warnt vor schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen und fordert drastische Maßnahmen im Klimaschutz.

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In den ersten sechseinhalb Monaten des Jahres 2026 waren zwei Drittel der Kinder in Westeuropa extremen Temperaturen ausgesetzt. Dies entspricht einer Verdreifachung im Vergleich zum gesamten Vorjahr 2025 und stellt den höchsten Wert seit 2003 dar. Die Kinderrechtsorganisation Save the Children warnt vor den weitreichenden Folgen dieser Entwicklung für die jüngere Generation.
In Deutschland waren in den ersten sechs Monaten dieses Jahres mehr Kinder extremer Hitze ausgesetzt als in den vergangenen fünf Jahren zusammen. Im Vereinigten Königreich traf extreme Hitze im selben Zeitraum laut der Organisation rund zehn Millionen Kinder – mehr als in irgendeinem einzelnen Jahr der vergangenen 30 Jahre. Wie Euronews berichtet, nehmen die Belastungen durch extreme Temperaturen drastisch zu.
„Beim Klimawandel und ganz konkret bei Hitzewellen und Waldbränden gilt: Alles, was alle Menschen trifft, trifft Kinder noch stärker“, sagte Seniorberaterin und Leiterin der globalen Klimapolitik bei Save the Children Matilde Angeltveit gegenüber Euronews. „Da sich die Klimakrise mit jedem Jahr verschärft, nehmen auch die Folgen für Kinder zu“, sagte sie.

Gesundheitliche Risiken und Schulschließungen

Kinder sind gegenüber Hitze besonders anfällig. Ihr Körper befindet sich noch in der Entwicklung, und sie können ihre Temperatur schlechter regulieren. Dadurch steigt das Risiko für Elektrolytstörungen, Fieber, Atemwegserkrankungen und Nierenerkrankungen. „Besonders betroffen sind Kinder, die ohnehin unter schlechter Gesundheit, Armut oder anderen schwierigen Lebensumständen leiden“, sagte Angeltveit. Den Klimawandel nannte sie einen „Verstärker von Ungleichheit“. Die Hitze belastet auch die Bildung. Im Juni blieben in Frankreich und im Vereinigten Königreich Schulen geschlossen, um Kinder vor gefährlichen Temperaturen zu schützen. Für das gesamte Jahr erwartet die Organisation „noch drastischere“ Zahlen. Die bisherigen Daten umfassen auch die Winter- und Frühlingsmonate.

Klimaschutz beschleunigen

Um die Entwicklung zu stoppen, forderte Angeltveit Regierungen auf, schnell von fossilen Brennstoffen auf erneuerbare Energien umzusteigen. „Das sollte eigentlich selbstverständlich sein, um Klimaschutz schneller, dringlicher und entschlossener umzusetzen“, sagte sie. So ließe sich die Gefährdung von Kindern durch die Klimakrise deutlich verringern. Nach einem Bericht von Save the Children und der Vrije Universiteit Brüssel aus dem vergangenen Jahr bliebe fast ein Drittel der im Jahr 2020 geborenen Kinder weltweit – rund 38 Millionen Mädchen und Jungen – ein Leben lang von „beispielloser“ Hitzeexposition verschont, wenn die Erde das 1,5-Grad-Ziel bis 2100 erreicht. Dieses Ziel aus dem Pariser Klimaabkommen soll den globalen Temperaturanstieg begrenzen. „Ohne drastische Maßnahmen zur Emissionsminderung und zur Begrenzung der Erwärmung auf 1,5 Grad über dem vorindustriellen Niveau werden die Kinder in diesen Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen die gefährlichsten Folgen der Klimakrise tragen müssen“, heißt es in dem Bericht.

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