Meldung ✓

Stellenabbau und Sparprogramme bei Porsche und Audi

Die Volkswagen-Tochtergesellschaften Porsche und Audi verschärfen ihre Sparkurse drastisch. Neben dem Abbau tausender Arbeitsplätze stehen Gehaltseinbußen und Kapazitätssenkungen im Fokus.

KI-generierter Inhalt · wie wir arbeiten →

Illustration zu: Stellenabbau und Sparprogramme bei Porsche und Audi
Illustration: KI-generiert
Die Automobilhersteller Porsche und Audi verschärfen angesichts wirtschaftlicher Krisen ihre Sparmaßnahmen deutlich. Beim Sportwagenbauer Porsche sollen in den kommenden Jahren rund 5.000 zusätzliche Stellen wegfallen, während Audi mit sinkenden Gewinnen und Umsatzerwartungen kämpft. Beide Volkswagen-Töchter setzen auf tiefgreifende Effizienzsteigerungen und Kostenreduzierungen, um ihre Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern.
Auf einer Betriebsversammlung im Stammwerk Stuttgart stellten Porsche und der Porsche-Betriebsrat Details eines sogenannten Zukunftspakets vor, wie die Tagesschau berichtet. Kernbestandteil sind weitreichende Stellenstreichungen: In den kommenden Jahren sollen rund 5.000 weitere Arbeitsplätze abgebaut werden. Zusammen mit dem bereits im Vorjahr beschlossenen Wegfall müssen damit insgesamt rund 8.900 Beschäftigte das Unternehmen verlassen. Das Ausscheiden soll sozialverträglich über Fluktuation, Altersteilzeit und Aufhebungsverträge geregelt werden. Zuvor hatten sich Management und Betriebsrat bereits im Februar 2025 auf den Abbau von rund 1.900 Stellen in der Region Stuttgart bis 2029 verständigt, zudem liefen befristete Verträge von etwa 2.000 Mitarbeitern aus.

Zukunftspaket sieht Gehaltseinbußen vor

Neben dem Stellenabbau umfasst das Zukunftspaket weitere Einschnitte. Tariferhöhungen sollen bis zum Jahr 2035 zum Teil einbehalten werden, das Weihnachtsgeld sinkt und der Mitarbeiterbonus wird stärker an den Unternehmenserfolg gekoppelt. Zudem verzichten große Teile des Managements in den Jahren 2027 und 2028 auf Erhöhungen der Grundvergütung. Die Möglichkeit zur Arbeit im Homeoffice wird von maximal zwölf auf künftig höchstens acht Tage im Monat reduziert. Im Gegenzug verlängert Porsche die geltende Standortsicherung bis 2035, wodurch betriebsbedingte Kündigungen in diesem Zeitraum ausgeschlossen sind. Zudem sollen bis 2035 Investitionen in Höhe von 2,1 Milliarden Euro in den Standort Zuffenhausen und das Entwicklungszentrum in Weissach fließen.

Effizienzsteigerung bei Audi

Auch bei der VW-Tochter Audi stehen Kosteneinsparungen im Fokus. Finanzchef Jürgen Rittersberger erklärte bei der Vorstellung der Audi-Halbjahreszahlen, dass die eingeleiteten Sparmaßnahmen zwar Wirkung zeigten, aber nicht ausreichten. Er betonte: "Wir müssen in dem Umfeld, in dem wir uns bewegen, wettbewerbsfähiger und effizienter werden, an den Kostenstrukturen arbeiten und Entscheidungsprozesse schneller hinbekommen." VW-Chef Oliver Blume betonte jedoch kürzlich, dass er Werksschließungen vermeiden wolle: "Es gibt intelligentere Lösungen, als Werke zu schließen. Das ist immer die letzte Option." Laut Rittersberger wird es kein Gegeneinander der Standorte Neckarsulm und Ingolstadt geben. "Wir haben Möglichkeiten, an beiden Standorten die Effizienz zu steigern", sagte Rittersberger. "Wenn alle mithelfen, können wir eine Zukunft für Neckarsulm organisieren." Das Handelsblatt berichtet über Überlegungen, den Standort Neckarsulm durch eine Senkung der Kapazitäten dort und in Ingolstadt zu retten. In Neckarsulm, wo derzeit ausschließlich Verbrennerfahrzeuge vom Band laufen, können jährlich 225.000 Fahrzeuge gebaut werden – rund 75.000 weniger als noch vor einigen Jahren. Die Nachtschicht in diesem Werk soll gestrichen werden. Rittersberger erklärte dazu: "Wir sind kontinuierlich dabei, die Kapazitäten auf die Marktlage anzupassen." Blume hatte in einem internen Interview von notwendigen Überkapazitätsabbauten in Europa von 500.000 Fahrzeugen gesprochen.

Umsatzprognose und Gewinnrückgang

Aktuell läuft bei Audi bereits ein Stellenabbauprogramm, das im März vergangenen Jahres verkündet wurde und den Abbau von bis zu 7.500 Jobs bis 2029 vorsieht, bei gleichzeitiger Verlängerung der Beschäftigungssicherung bis Ende 2033. Rittersberger zufolge komme man beim Abbau gut voran. Dennoch senkte Audi wegen eines schwierigen Marktes in China und der Eskalation im Nahen Osten seine Prognose für das laufende Jahr. Die Erlöse sollen nur noch 58 bis 63 Milliarden Euro betragen, fünf Milliarden Euro weniger als im April vorhergesagt. Die erwartete Rendite sinkt um einen Prozentpunkt auf fünf bis sieben Prozent. Im ersten Halbjahr lag diese bei lediglich 3,8 Prozent. Der Gewinn im zweiten Quartal sank nach Steuern um rund 21 Prozent auf 563 Millionen Euro, was das schwächste erste Halbjahr seit 2021 markiert. Haupttreiber ist die Situation in China, wo das Joint-Venture-Geschäft im ersten Halbjahr nur noch 73 Millionen Euro beitrug, verglichen mit fast dem Vierfachen im Vorjahreszeitraum.

← alle Meldungen aus Iip Lun

Weitere Meldungen aus Iip Lun

Iip Lun ✓

Sorge vor Überproduktion auf dem Halbleitermarkt

Während die Nachfrage nach Halbleitern für Künstliche Intelligenz hoch ist, droht durch den Ausbau von Fabriken und das Aufholen Chinas eine weltweite Chipschwemme.

31.07., 10:36 Uhr
Iip Lun ✓

Illegaler Sandabbau bedroht Umwelt und Existenz auf Kap Verde

Auf der kapverdischen Insel Santiago führt die illegale Sandgewinnung für die Bauwirtschaft zu schweren Umweltschäden. Viele Frauen sehen in der harten Arbeit dennoch die einzige Möglichkeit, ihre Familien vor dem Verhungern zu bewahren.

31.07., 11:06 Uhr