Erster Einsatz von A400M-Löschflugzeug in Frankreich – Spaniens Flotte bleibt am Boden
Frankreich bekämpft schwere Waldbrände erstmals mit einem umgerüsteten Airbus A400M. In Spanien hingegen können baugleiche Maschinen mangels Löschkits noch nicht eingesetzt werden.
Frankreich hat am Wochenende erstmals einen Airbus A400M mit einem speziellen Löschkit eingesetzt, um die Bekämpfung der schweren Waldbrände im Süden des Landes zu unterstützen. Währenddessen müssen baugleiche Maschinen in Spanien am Boden bleiben, da die erforderlichen Umrüstkits für den Einsatz als Löschflugzeuge fehlen. Die Einbindung dieser Flugzeuge galt eigentlich als eine der wichtigsten Neuerungen im spanischen Waldbrandkonzept.
Flexibles System für die Brandbekämpfung
Das von Airbus entwickelte System basiert auf einem herausnehmbaren Tank, der im Laderaum des Militärtransporters montiert wird. Über die Heckrampe kann das Flugzeug bis zu 20.000 Liter Wasser oder Löschmittel abgeben, ohne dauerhaft umgerüstet werden zu müssen. Techniker können das Kit innerhalb kurzer Zeit ein- und wieder ausbauen. Anschließend kann der A400M wieder seine regulären Aufgaben übernehmen, etwa den Transport von Soldaten und Material oder medizinische Evakuierungen. Neben der hohen Abwurfkapazität kann das System auch Brandhemmer versprühen, um Sperrlinien zu ziehen und die Ausbreitung großer Feuer einzudämmen.
Obwohl die spanische Luftwaffe an der Erprobung der Technologie beteiligt war, liegt Frankreich im regulären Einsatz nun vorn. Bei den schweren Bränden rund um Bordeaux setzte das Land erstmals einen A400M mit diesem System ein. Die Behörden bezeichneten den Einsatz laut "Le Monde" angesichts des Ausmaßes der Katastrophe als außergewöhnliche Maßnahme.
Fehlende Reserve in Spanien
Dass die Flugzeuge in Spanien noch nicht einsatzbereit sind, fällt in eine der schwierigsten Waldbrandsaisons der vergangenen Jahre. Mehrere spanische Medien berichten unter Berufung auf Regierungsquellen, dass die erforderlichen Umrüstkits fehlen. Spanien verfügt derzeit über 14 A400M und erwartet die Auslieferung einer 15. Maschine, doch keines der Flugzeuge kann in der laufenden Sommersaison als strategische Reserve zur Unterstützung der autonomen Gemeinschaften genutzt werden.
Am Wochenende besuchte Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez den vorgeschobenen Befehlsstand, den Puesto de Mando Avanzado, in Cenicientos in der Region Madrid. Dort erklärte er, "der gesamte Staat stellt alle ihm zur Verfügung stehenden Ressourcen bereit", um die schweren Brände im Zentrum der Iberischen Halbinsel unter Kontrolle zu bringen. Die im Mai angekündigten A400M zählen bislang allerdings nicht zu diesen verfügbaren Mitteln.
Wie Euronews berichtet, wurden Airbus und das spanische Verteidigungsministerium um Auskunft über den Stand des Programms, den Zeitplan für die Ausstattung mit Löschkits und die geplante Einführung dieser Fähigkeit in Spanien gebeten. Bis zum Zeitpunkt der Veröffentlichung reagierte keine der beiden Stellen auf die Anfrage.
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