Deutlicher Rückgang der Ölpreise nach jüngstem Hoch
Die Preise für die Rohölsorten Brent und WTI sind spürbar gesunken. Zuvor hatten Sorgen über geopolitische Konflikte im Nahen Osten und Blockaden wichtiger Transportwege die Preise stark ansteigen lassen.
Die Preise für Rohöl sind deutlich gesunken, nachdem sie im Juli infolge von Konflikten im Nahen Osten stark gestiegen waren. Ein Barrel der Nordseesorte Brent verbilligte sich um 4,66 Prozent auf 92,27 US-Dollar, während die US-Sorte WTI um 5,02 Prozent auf 84,83 US-Dollar fiel. Trotz dieses Rückgangs bleibt die Lage am Ölmarkt aufgrund der geopolitischen Spannungen weiterhin unsicher. Zuvor hatte die Sorte Brent, die als internationaler Referenzpreis gilt, in der vergangenen Woche zeitweise einen Stand von 102 US-Dollar je Barrel erreicht. Damit lag der Preis um 30 US-Dollar über dem Niveau des meistgehandelten Brent-Kontrakts zu Beginn des Monats und markierte den höchsten Stand seit Mai. Wie Euronews berichtet, waren die Ölpreise in diesem Monat vor allem wegen heftigerer Kämpfe im Nahen Osten und der Sorge vor einem umfassenden Krieg, der den weltweiten Rohölfluss bremsen könnte, stark gestiegen.
Sicherheitsrisiken auf den Transportwegen
Die Sicherheit der Tankerpassagen durch die Straße von Hormus steht seit den Angriffen der USA und Israels auf den Iran Ende Februar im Fokus der Sorgen am Markt. Durch diese schmale Wasserstraße vor der iranischen Küste wird üblicherweise rund ein Fünftel der weltweiten Ölexporte aus dem Persischen Golf transportiert. Aufgrund des Konflikts kam der Schiffsverkehr dort jedoch weitgehend zum Erliegen.Auf der Suche nach Ausweichrouten stehen die Ölproduzenten vor weiteren Herausforderungen, da auch alternative Wege unter Druck geraten sind. In der vergangenen Woche wurden saudische Öltanker angegriffen, die das Rote Meer nutzen wollten, um die Region zu verlassen. Ein verringertes Ölangebot auf dem Markt führt zu steigenden Preisen, was wiederum die Kosten für Benzin und Diesel in die Höhe treibt.
Auswirkungen auf Inflation und Zinspolitik
Der jüngste Preisschub am Ölmarkt ereignete sich in einer Phase, in der sich die Inflation deutlicher abkühlte als von Ökonominnen und Ökonomen erwartet. Händlerinnen und Händler gehen nun davon aus, dass der neue Preisdruck ausreicht, um die US-Notenbank zu einem weiteren Zinsschritt zu bewegen. Daten der Terminbörse CME Group zufolge liegt die von Marktteilnehmern erwartete Wahrscheinlichkeit für eine Anhebung des Leitzinses bei 36 Prozent. Höhere Zinsen können zwar die Inflation dämpfen, bremsen jedoch gleichzeitig die Konjunktur, da Kredite für private Haushalte und Unternehmen teurer werden. Obwohl die Ölpreise einen Teil ihrer Gewinne aus dem Juli wieder abgegeben haben, bleibt die Situation weiterhin sehr unsicher.
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