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Chronik des islamistischen Terrors in Deutschland seit 2006

Eine Übersicht rekonstruiert die schwersten islamistisch motivierten Anschläge und Anschlagsversuche in Deutschland. Die Taten reichen von verhinderten Kofferbomben bis hin zu tödlichen Messer- und Lkw-Angriffen.

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Deutschland blickt auf eine Reihe schwerer islamistisch motivierter Anschläge und Anschlagsversuche in den vergangenen zwei Jahrzehnten zurück. Die Chronologie reicht von knapp verhinderten Katastrophen bis hin zu tödlichen Attentaten im gesamten Bundesgebiet. Viele dieser Taten endeten mit lebenslangen Haftstrafen für die Täter oder deren Tod im Schusswechsel mit der Polizei.
Im Jahr 2006 entging Deutschland nur knapp einem Bombenanschlag auf zwei Regionalzüge. Täter Youssef H. deponierte am Kölner Hauptbahnhof einen Sprengsatz in einem Rollkoffer in einem Zug nach Koblenz. Wegen eines technischen Fehlers explodierte dieser nicht. Das Oberlandesgericht Düsseldorf verurteilte ihn 2008 zu lebenslanger Haft. Im September 2007 nahmen Sicherheitskräfte in einem Ferienhaus im sauerländischen Medebach die Deutschen Fritz G. und Daniel S. sowie türkischen Staatsbürger Adem Y. fest. Sie bildeten die Sauerland-Gruppe und planten Autobombenanschläge mit mindestens 150 Toten. Die Männer und ein Helfer wurden im März 2010 zu Haftstrafen von fünf bis zwölf Jahren verurteilt. Am Frankfurter Flughafen erschoss Arid U. im März 2011 zwei US-Soldaten und verletzte zwei weitere. Der Einzeltäter hatte sich über das Internet radikalisiert und wurde 2012 zu lebenslanger Haft verurteilt.

Tödliche Anschläge in Ansbach und Berlin

Im Juli 2016 sprengte sich ein 27-jähriger Syrer in Ansbach in die Luft, nachdem ihm der Zutritt zu einem Musikfestival verwehrt worden war. Er verletzte 15 Menschen und starb selbst; auf seinem Handy wurde ein Bekennervideo zum "Islamischen Staat" gefunden. Im Dezember 2016 raste ein Lkw über den Berliner Breitscheidplatz. Elf Menschen wurden getötet, über 50 verletzt. Auf dem Beifahrersitz lag der erschossene polnische Originalfahrer. Attentäter Tunesier Anis Amri entkam zunächst, wurde aber dreieinhalb Tage später in Norditalien bei einem Schusswechsel mit der Polizei erschossen. Anschließend veröffentlichte das IS-Sprachrohr Amak, wie die Tagesschau berichtet, ein Video, in dem Amri dem IS-Führer Abu Bakr al-Bagdadi die Treue schwört.

Messerangriffe in Dresden, Duisburg und Mannheim

Im Oktober 2020 attackierte ein vorbestrafter 20-jähriger Syrer in Dresden zwei homosexuelle Touristen mit einem Messer. Ein Opfer aus Krefeld verstarb, der Begleiter überlebte schwer verletzt. Der Täter wurde zu lebenslanger Haft verurteilt. Im April 2022 tötete Syrer Maan D. in Duisburg einen Passanten mit Messerstichen und verletzte Tage später in einem Fitnessstudio mehrere Männer lebensgefährlich. Die Bundesanwaltschaft klagte ihn wegen Mordes und versuchten Mordes an. Das OLG Düsseldorf verurteilte ihn zu lebenslanger Haft mit Sicherungsverwahrung. Im Prozess bekannte sich D. zum "Islamischen Staat". Im Mai 2024 griff aus Afghanistan stammender Sulaiman A. auf dem Mannheimer Marktplatz Teilnehmer einer islamkritischen Kundgebung an. Er verletzte mehrere Menschen und stach auf Polizist Rouven Laur ein, der zwei Tage später verstarb. Das OLG Stuttgart verurteilte A. zu lebenslanger Haft und stellte die besondere Schwere der Schuld fest.

Ereignisse ab August 2024

Bei einem Messeranschlag in Solingen im August 2024 soll Issa Al H. auf Besucher eines Stadtfestes eingestochen haben. Drei Menschen starben, acht wurden verletzt. Der "Islamische Staat" reklamierte die Tat für sich. Das OLG Düsseldorf verurteilte ihn im September 2025 zu lebenslanger Haft mit Sicherungsverwahrung und stellte die besondere Schwere der Schuld fest. Im September 2025 schoss in Österreich geborener Emra I. in München nahe dem israelischen Generalkonsulat auf Polizisten und wurde im Schusswechsel getötet. Im Februar 2025 raste ein Mann in München mit einem Pkw in eine ver.di-Demonstration. 56 Teilnehmer wurden verletzt; eine Mutter und ihr Kind starben. Die Ermittlungen wurden wegen der religiösen Motivation vom Generalbundesanwalt übernommen gegen Farhad N., damals 24-jähriger afghanisch-stämmiger Fahrer. Das Hauptverfahren vor dem OLG München begann im Januar 2026. Im Mai 2025 verübte Mahmoud M. in Bielefeld eine Attacke mit einem an einem Spazierstock befestigten Messer vor der Bar "Cutie". Zwei Verletzte schwebten in Lebensgefahr. Früherer IS-Kämpfer Mahmoud M. wurde im Juni 2026 vom OLG Düsseldorf zu lebenslanger Haft mit Sicherungsverwahrung verurteilt; das Urteil ist nicht rechtskräftig.

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