Tödlicher Anschlag auf Berliner CSD: Tatverdächtiger weiterhin auf der Flucht
Nach einem mutmaßlich islamistischen Terroranschlag am Rande des CSD in Berlin fahndet die Polizei nach einem 21-Jährigen. Eine Frau wurde getötet, 29 weitere Personen verletzt.
Bei einem Anschlag am Rande des Berliner Christopher Street Days (CSD) ist am Samstagabend eine Frau getötet und 29 Menschen verletzt worden. Die Tat wird von den Behörden als islamistischer Terroranschlag eingestuft, während der Tatverdächtige weiterhin auf der Flucht ist. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) verurteilte die Tat scharf und kündigte an, die Freiheit entschlossen zu verteidigen. Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) bestätigte am Sonntag, dass bei dem Anschlag am Samstagabend eine Frau getötet und 29 Menschen verletzt wurden, teilweise schwer und einige lebensgefährlich. Am Rande der Veranstaltung im sogenannten Tiergarten war ein Auto in eine Menschenmenge gefahren, woraufhin die Pride-Veranstaltung beendet wurde. Wie Euronews Deutschland berichtet, wurde die Tat als "islamistischer Terroranschlag" eingestuft. Dobrindt erklärte in einem Statement am Tatort am Sonntagmittag, dass der mutmaßliche Täter nicht nur den Transporter als Tatwaffe einsetzte, sondern im Anschluss mit einer Machete auf Menschen losgegangen sein soll. Dobrindt sagte, er sei "fassungslos und tief erschüttert".
Hintergründe zum Tatort und Zustand der Verletzten
Nach Angaben von Regierendem Bürgermeister Kai Wegner ereignete sich der Anschlag außerhalb der offiziellen CSD-Route. Die Demonstrationsstrecke selbst sei nicht betroffen gewesen, allerdings hätten sich nur wenige hundert Meter entfernt noch zahlreiche Menschen aufgehalten, die von der Veranstaltung kamen oder sich dort aufhielten. Wie ein Sprecher der Charité-Klinik der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mitteilte, konnten bereits vier Patienten entlassen werden. Vier weitere werden weiterhin auf der Intensivstation behandelt, jedoch würde "zum jetzigen Zeitpunkt" keine Lebensgefahr bestehen.
Gottesdienst und politische Reaktionen
Sonntagnachmittag nahm Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) an einem Gottesdienst für die Opfer und deren Angehörige in der St. Marienkirche am Berliner Alexanderplatz teil. Neben dem Kanzler waren auch Bildungsministerin Karin Prien (CDU) und Justizministerin Stefanie Hubig (SPD) anwesend. Vor dem Gottesdienst sagte Merz, dass "wir die Freiheit verteidigen" werden und nicht "zulassen, dass dieses Gift des Terrorismus und dieses Gift gegen unsere Freiheit weiter um sich in unserer Gesellschaft greift".
Merz kündigte an, alles daranzusetzen, den oder die Verantwortlichen schnellstmöglich zu fassen. Anschließend werde die Bundesregierung die Konsequenzen aus der Tat prüfen und entsprechende Entscheidungen treffen. Dabei wolle man besonnen, zugleich aber entschlossen handeln. Straftäter hätten "in der Mitte unserer Gesellschaft keinen Platz", sagte Merz. Zugleich betonte er, die Freiheit der Gesellschaft werde man unabhängig von parteipolitischen Differenzen verteidigen.
Ermittlungen gegen den Tatverdächtigen
Der Tatverdächtige Abdul B., ein 21-jähriger deutscher Staatsbürger mit libanesischen Wurzeln, ist weiterhin auf der Flucht. Laut Dobrindt wurde the Mann 2005 in Deutschland geboren. Den Behörden sei er bereits zuvor wegen zahlreicher Straftaten bekannt gewesen, wie aus Recherchen der SZ, NRD und WDR hervorgeht. Demnach wurde er von den Sicherheitsbehörden als radikalisiert und gewaltbereit eingestuft, und soll zudem versucht haben, nach Syrien zu reisen um sich der Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) anzuschließen. Weiter heißt es, dass er vergangenes Jahr bei der Rückreise aus dem Libanon am Berliner Flughafen wegen Verdachts auf Vorbereitung einer terroristischen Straftat verhaftet wurde. Bis Mai 2026 saß er in Untersuchungshaft.
Wie die Tageszeitung Die Welt berichtete, sollte der mutmaßliche Täter an einer Deradikalisierungsberatung teilnehmen. Allerdings war noch nicht entschieden, ob der 21-Jährige dauerhaft in das Programm aufgenommen wird, da er sich noch in der sogenannten Clearingphase befand, in der geprüft werden sollte, ob eine intensivere Betreuung sinnvoll ist. Bislang hatte es erst zwei Gespräche gegeben, ein weiteres war für die kommende Woche vorgesehen. Die Termine fanden zunächst auf freiwilliger Basis statt. Laut den Berichten soll Abdul B. auf die Berater zwar höflich und kooperativ gewirkt haben, jedoch seien Zweifel aufgekommen, ob er sich ernsthaft auf den Deradikalisierungsprozess einlassen würde. In einem Beitrag auf X warnte die Berliner Polizei davor, den mutmaßlichen Täter anzusprechen, da er möglicherweise bewaffnet und gefährlich sei.
Auf den griechischen Inseln Kreta und Paros kämpfen hunderte Feuerwehrleute gegen anhaltende Waldbrände. Aufgrund der starken Winde und schwierigen Bedingungen bleibt die Lage in mehreren Regionen angespannt.
Eine neue wissenschaftliche Untersuchung zeigt, dass der Klimawandel extreme Brandbedingungen in Spanien und Frankreich massiv verschärft. Während Südeuropa brennt, warnt die UN vor den Folgen fossiler Energieträger.
Während die Nachfrage nach Halbleitern für Künstliche Intelligenz hoch ist, droht durch den Ausbau von Fabriken und das Aufholen Chinas eine weltweite Chipschwemme.
Nach einem Massenansturm auf die spanische Exklave Ceuta sind mindestens 15 Menschen im Meer ertrunken. Die spanische Regierung hat das Militär zur Unterstützung der Sicherheitskräfte entsandt.
Nachdem binnen 24 Stunden mehr als 49.000 Migranten die spanische Exklave Ceuta erreicht haben, ist die Lage vor Ort chaotisch. Die Krise sorgt auch für diplomatische Spannungen innerhalb Europas.
Auf der kapverdischen Insel Santiago führt die illegale Sandgewinnung für die Bauwirtschaft zu schweren Umweltschäden. Viele Frauen sehen in der harten Arbeit dennoch die einzige Möglichkeit, ihre Familien vor dem Verhungern zu bewahren.