Steuererklärungen: Viele Rentner müssen mit Nachzahlungen rechnen
Eine Auswertung zeigt, dass rund 41 Prozent der Rentner nach ihrer Steuererklärung Geld an das Finanzamt nachzahlen müssen. Grund dafür sind häufig zusätzliche Einkünfte neben der gesetzlichen Rente.
Die Auswertung, die den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Sonntagsausgaben) vorlag, basiert auf einer mittleren fünfstelligen Zahl von Steuerbescheiden aus dem Jahr 2025. Während ein erheblicher Teil der Rentner nachzahlen musste, lag die Nachzahlung in der Hälfte aller Fälle bei höchstens 499 Euro. Demgegenüber erhielten rund 45 Prozent der Rentner eine Steuererstattung, die im Durchschnitt bei 1383 Euro lag. Bei der Hälfte dieser Erstattungen betrug die Summe maximal 779 Euro. Bei rund 14 Prozent der Betroffenen ergab sich weder eine Nachzahlung noch eine Erstattung.
Zusätzliche Einkünfte erhöhen das Risiko von Nachzahlungen
Aus den Daten geht hervor, dass 48,5 Prozent der Rentner neben der gesetzlichen Rente über weitere Einkünfte verfügten. Am häufigsten handelte es sich dabei um ein Arbeitsverhältnis mit knapp 38 Prozent, gefolgt von Mieteinnahmen mit gut zehn Prozent sowie Einkünften aus Gewerbe oder Selbstständigkeit mit jeweils rund vier Prozent.Steueranwalt und smartsteuer-Geschäftsführer Stefan Heine erklärte den Funke-Zeitungen: "Auf die gesetzliche Rente führt niemand vorab Steuern ab, anders als beim Arbeitslohn, wo die Lohnsteuer direkt vom Gehalt einbehalten wird." Die volle Steuerlast werde daher erst mit dem Bescheid fällig. Wer neben der gesetzlichen Rente etwa eine Betriebsrente, Mieteinnahmen oder einen Nebenjob habe, müsse deshalb häufig mit einer Nachzahlung rechnen.