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Rechtlicher Flickenteppich: Wie Europas Nachbarn mit Leihmutterschaft umgehen

Während in Deutschland erneut über die Leihmutterschaft debattiert wird, zeigen die Regelungen im europäischen Ausland große Unterschiede. Von strikten Verboten bis hin zu liberalen Modellen reicht die Spanne der Gesetzgebungen.

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Während die deutsche Debatte um Leihmutterschaft wieder in vollem Gang ist, hat sie in einigen Nachbarländern längst zu konkreten Ergebnissen geführt. Die Regelungen innerhalb Europas unterscheiden sich dabei stark, wie ein Blick auf verschiedene Länder zeigt. Während einige Staaten liberale Ansätze verfolgen, setzen andere auf strikte Verbote und hohe Strafen.

In den Niederlanden ist "altruistische Leihmutterschaft" erlaubt, während eine professionelle oder kommerzielle Vermittlung als Straftat gilt. Hier wurden Duco und sein Partner Ron Väter. "Nach langem Überlegen haben wir schließlich die wundervolle Esther gefunden, die bereit war, ein Kind für uns auszutragen. Und so wurde schließlich unser Sohn Vigo geboren", berichtet Duco. Die Leihmutter Esther hatte sich über eine Facebook-Gruppe gemeldet. Im niederländischen Rundfunk NOS erklärte sie: "Weil auch meine eigene Familie aus einer Frau und zwei Kindern besteht. Und wir waren natürlich auf eine Samenspende angewiesen, um selbst Mütter zu werden", und fügte hinzu: "Ich hatte immer den Wunsch, etwas zurückzugeben, und das schien mir der schönste Weg." In Belgien ist die Leihmutterschaft derzeit nicht ausdrücklich gesetzlich geregelt und somit nicht verboten. Die gebärende Frau gilt grundsätzlich als Mutter, und die Wunscheltern müssen die Elternschaft nach der Geburt rechtlich klären. Kliniken in Brüssel, Gent und Lüttich führen die Verfahren nach medizinischen und psychologischen Tests durch, sodass im Jahr 2023 landesweit 57 Kinder per Leihmutterschaft zur Welt kamen.

Kein einheitlicher Trend in Europa

Insgesamt gebe es "keinen gesamteuropäischen Trend", stellt Soziologin Anika König von der FU Berlin fest. Die Regelungen unterschieden sich "sehr, sehr stark", sagt sie im ARD Europa-Podcast punktEU. Dennoch wachse die Industrie massiv: "Es gibt zwar keine wirklich verlässlichen und repräsentativen Zahlen. Aber alle Marktanalysen zeigen ganz deutlich, dass die Industrie rund um Leihmutterschaft massiv wächst. Es gibt ein riesengroßes jährliches Wachstum und dies wird auch in Zukunft so weitergehen." Dies liege auch daran, dass sich weltweit immer mehr Länder öffneten, wie die Ukraine, Georgien, Kasachstan, Staaten in Lateinamerika sowie Kenia und Ghana.

Strikte Verbote im Süden, Liberalisierung im Norden

In Italien ist Leihmutterschaft seit 2024 auch dann strafbar, wenn sie im Ausland durchgeführt wird. Paaren drohen Geldbußen zwischen 600.000 und einer Million Euro sowie Gefängnisstrafen von bis zu drei Jahren. Auch Spanien verbietet seit 2006 die Leihmutterschaft; für eine Registrierung im Ausland geborener Kinder muss eine biologische Verbindung oder eine Adoption nachgewiesen werden. Dänemark hingegen erlaubt seit 2025 altruistische Leihmutterschaft unter Auflagen, während Irland 2024 erstmals klare Regeln schuf und diese auch für Alleinstehende erlaubt.

Die Debatte um den Begriff "altruistisch"

In allen Ländern bleibt die Herausforderung, den Begriff "altruistisch" mit Leben zu füllen. Laut König gilt: "Meist meint das, dass die Leihmutterschaft nicht bezahlt werden sollte - in Abgrenzung zu kommerziellen Modellen." Da jedoch Fertilitätsmediziner und Agenturen daran verdienen, sei es zweifelhaft, "wenn von der Leihmutter - der einzigen Person, die ein medizinisches Risiko trägt - erwartet wird, dass sie dafür nicht wirklich bezahlt wird." Dies gilt formal auch in Großbritannien, wo die "Aufwandsentschädigungen" jedoch oft hoch ausfallen. Das Land gilt als beispielgebend: "In Großbritannien hat sehr viel Forschung stattgefunden", so König, "vor allem psychologische Forschung mit Leihmüttern, mit den Familien, mit den Kindern, die durch Leihmutterschaften geboren wurden", wie die Tagesschau berichtet.

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