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Mutmaßlicher Anschlag auf Berliner CSD: Eine Tote und viele Verletzte nach Autofahrt in Menschenmenge

Nach dem mutmaßlichen Anschlag beim Christopher Street Day in Berlin ermittelt die Polizei wegen des Verdachts eines Anschlags. Die Tat löst bundesweit tiefe Bestürzung und Reaktionen aus Politik und Gesellschaft aus.

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Nach einem mutmaßlichen Anschlag auf den Christopher Street Day (CSD) in Berlin, bei dem ein Auto in eine Menschenmenge raste, herrscht tiefe Bestürzung. Eine Frau verstarb und mindestens 16 Personen wurden teils lebensgefährlich verletzt, während die Polizei nach dem flüchtigen Tatverdächtigen fahndet. Bundespolitiker verurteilten die Tat scharf, während Helfer aus Nordrhein-Westfalen zur Unterstützung in die Hauptstadt reisten.

Am Mittag nach dem dramatischen Angriff beim Christopher Street Day in Berlin liegen Blumen am Ort des Geschehens am Tiergarten, wo am Vorabend noch Hunderttausende ausgelassen feierten. Ein mutmaßlich islamistisch motivierter Täter fuhr mit einem Auto in eine Menschenansammlung, woraufhin der CSD abgebrochen und der Tiergarten großräumig abgesperrt wurde. Die Polizei fahndet noch nach dem Täter oder den Tätern, wie die Nachrichtenagentur dpa meldet. Die Behörden ermitteln aufgrund des Verdachts eines Anschlags. Ein Polizeisprecher sagte am Sonntagmorgen, der mutmaßliche Fahrer sei "identifiziert", aber noch nicht festgenommen. Der 21-jährige Abdul B. soll Angehöriger des islamistischen Milieus sein. Nach Informationen der Bild-Zeitung ist er deutscher Staatsbürger mit libanesischer Herkunft. Inzwischen hat die Berliner Polizei eine Öffentlichkeitsfahndung mit einem Foto des Gesuchten geschaltet.

Erlebnisse von CSD-Teilnehmern aus Nordrhein-Westfalen

Zu den Feierlichkeiten in Berlin waren auch viele Teilnehmende aus Nordrhein-Westfalen angereist, wie die Tagesschau berichtet. Einer von ihnen ist der 27-jährige Pascal Gleich aus Gummersbach, der am Freitag mit seinem Kumpel Nils Kahnwald in die Hauptstadt gekommen war. Eine halbe Stunde vor dem mutmaßlichen Anschlag waren die beiden noch durch den Tiergarten gelaufen. Als das Tatauto am späten Samstagabend die Menschenmenge erfasste, standen sie vor der großen Bühne am Brandenburger Tor, um sich das Konzert von Sarah Connor anzusehen. Dort war die Stimmung noch ausgelassen und friedlich, bis der Veranstalter das Konzert unterbrach und die Feierenden bat, das Gelände zügig zu verlassen. Im WDR-Gespräch betont Gleich: "Wir waren am Anfang total verwirrt und dachten, das sei ein Scherz."

Als die ersten Eilmeldungen eintrafen und überall Polizei- und Feuerwehrwagen zu sehen waren, sei die Stimmung gekippt. "Wir waren dann natürlich alle durchgehend am Handy und einfach total verunsichert - es war, als hätte jemand auf den Aus-Knopf gedrückt", beschreibt Pascal Gleich die angespannte Situation. Die Evakuierung sei zwar reibungslos verlaufen, dennoch hinterlasse der CSD die beiden Freunde mit dem mulmigen Gefühl, als queere Menschen einfach nirgendwo mehr sicher zu sein.

Reaktionen aus der Bundespolitik

Bundesweit herrscht nach der Tat große Betroffenheit. Kanzler Friedrich Merz (CDU), der am Sonntag beim Volksfest Libori in Paderborn erwartet wird, sprach in einer Stellungnahme auf der Plattform X von einer "abscheulichen Tat". Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) verurteilte den Vorfall als "Angriff auf unsere freie und weltoffene Gesellschaft". Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) bezeichnete die Tat als "feige, abscheuliche Attacke auf friedlich feiernde Menschen". Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier richtete das Wort an die Opfer und Betroffenen. "Wir sind erschüttert und entsetzt über den mutmaßlichen Anschlag", sagte das deutsche Staatsoberhaupt am Sonntagvormittag in Hamm laut einer Stellungnahme. Er fügte hinzu: "Diese Tat ist ein Angriff auf unsere offene Gesellschaft, auf unsere Art zu leben und zusammenzuleben."

Unterstützung durch das Awareness-Team

Als Rebecca Broermann und Leo Dietz von dem Anschlag erfuhren, war für beide klar, dass sie helfen müssen. Die Vorstandsmitglieder des "Awarenessnetz NRW" machten sich um Mitternacht von Düsseldorf aus auf den Weg nach Berlin. "Uns war sofort klar, dass wir vor Ort sein müssen, weil es in Berlin jetzt viele Menschen gibt, die Hilfe brauchen", erklärt Broermann dem WDR am Telefon. Am Tag nach dem Anschlag wollen die zwei als Teil des "Awareness-Teams" die Mahnwache unterstützen. Im WDR-Gespräch sagte Broermann: "Wir leisten heute erste Hilfe für die Seele - das heißt wir sorgen dafür, dass sich die Trauernden nicht alleine fühlen." Neben ihrer Arbeit für das Netzwerk organisiert Broermann auch den CSD in Münster mit, der planmäßig am 15. August stattfinden soll. Das Organisationsteam will sich am kommenden Dienstag treffen, um zu besprechen, ob und wie die Veranstaltung stattfinden kann.

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