Waldbrände in Südeuropa: Evakuierungen im Großraum Bordeaux und Notstand in Spanien
Wegen anhaltender Waldbrände müssen im Südwesten Frankreichs mehrere Vororte von Bordeaux evakuiert werden. Auch in Spanien ist die Lage kritisch, weshalb dort der nationale Notstand ausgerufen wurde.
Wegen schwerer Waldbrände im Südwesten Frankreichs haben die Behörden Evakuierungen für drei Vororte von Bordeaux angeordnet. Auch in Spanien spitzt sich die Lage zu, wo die Regierung für betroffene Regionen den nationalen Notstand ausgerufen hat. Europaweit haben Brände in diesem Jahr bereits enorme Flächen vernichtet. Die Bewohnerinnen und Bewohner der Orte Le Haillan, Eysines und Mérignac wurden aufgefordert, das Gebiet umgehend über festgelegte Fluchtrouten zu verlassen. Ein beispielloser Waldbrand hat in dieser Woche im Département Gironde rund 19.000 Hektar Land zerstört, wodurch etwa 110.000 Menschen ihre Häuser verlassen mussten. Das Feuer brach am Dienstag in der Gemeinde Saumos aus und breitete sich anschließend in Richtung Le Porge und Lège-Cap-Ferret aus. Mittlerweile erreicht es den Großraum Bordeaux, wo der Rauch der Brände im Becken von Arcachon deutlich zu sehen ist. Die Stadt Bordeaux hat das Messegelände Parc des Expositions für die Aufnahme von Evakuierten geöffnet.
Todesopfer und internationale Hilfe
In Mérignac kamen am Dienstag zwei Feuerwehrleute beim Löscheinsatz ums Leben. Präsident Emmanuel Macron würdigte die beiden in einem Beitrag in sozialen Netzwerken. „Ich spreche ihren Familien, ihren Angehörigen und den Feuerwehrleuten in ganz Frankreich das Beileid, die Dankbarkeit und die Unterstützung der Nation aus“, schrieb er. Frankreich hat über den Katastrophenschutzmechanismus der Europäischen Union Unterstützung angefordert. Wie Euronews berichtet, teilte die EU am Freitag mit, dass Löschflugzeuge und Hubschrauber aus Portugal, Kroatien, Tschechien und der Slowakei entsandt werden. Auch Schweden beteiligt sich an dem Programm: Ministerpräsident Ulf Kristersson kündigte den Einsatz schwedischer Löschflugzeuge an.
Notstand in Spanien
In Spanien lodern die Brände weiter im Großraum Madrid und in der Provinz Ávila. Tausende Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Die spanische Regierung hat wegen der bedrohten Ortschaften in der Region den nationalen Notstand ausgerufen. Präsidentin der Autonomen Gemeinschaft Madrid Isabel Díaz Ayuso erklärte am Freitag, der Brand in der Region sei „der schlimmste“ in der Geschichte des Gebietes. Nach Angaben der Guardia Civil sind 650 Einsatzkräfte, 60 Fahrzeuge und zwei Hubschrauber im Einsatz, um bei den Evakuierungen zu helfen. Nach EU-Angaben haben seit Jahresbeginn 1.254 Brände in Europa rund 254.388 Hektar Land verwüstet.
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