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Waldbrände in Spanien: Nationaler Notstand ausgerufen und Zehntausende evakuiert

Wegen verheerender Waldbrände in den Regionen Madrid und Ávila hat die spanische Regierung die höchste Notfallstufe ausgerufen. Mehr als 63.000 Menschen mussten bereits ihre Häuser verlassen.

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Wegen verheerender Waldbrände in den Regionen Madrid und Ávila hat die spanische Regierung die nationale Notlage der Stufe 3 ausgerufen. Mehr als 63.000 Menschen mussten in der Region Madrid evakuiert werden, während die Einsatzkräfte gegen mehrere unkontrollierte Brandfronten kämpfen. Zur Unterstützung der nationalen Kräfte wurde zudem der europäische Katastrophenschutzmechanismus aktiviert.
Spanien erlebt einen der schwersten Tage der aktuellen Brandsaison. Wie Euronews berichtet, hat Innenminister Fernando Grande-Marlaska die operative Stufe 3 ausgerufen, um alle verfügbaren Mittel von Staat, Regionen und Kommunen zentral zu koordinieren. Dieser Schritt ist in der jüngeren Landesgeschichte beispiellos und wurde zuvor nur ein einziges Mal bei einem landesweiten Stromausfall angewandt. Die Entscheidung fiel, nachdem Präsidentin der Autonomen Gemeinschaft Madrid Isabel Díaz Ayuso eingeräumt hatte, dass die Region an mehreren Fronten „außerhalb der Löschkapazität“ liege. Regierungsvertreter Francisco Martín bezeichnete die Lage ebenfalls als „sehr kompliziert“.

Evakuierungen und gesperrte Straßen in Madrid

Besonders kritisch ist die Situation im Südwesten der Region Madrid, wo sich die Brände bei Villa del Prado und San Martín de Valdeiglesias in verschiedene Richtungen ausbreiten. Während das Feuer in San Martín de Valdeiglesias durch ein brennendes Fahrzeug auf der Straße M-501 ausgelöst wurde, brach der Brand in Villa del Prado direkt vor Ort aus. Zahlreiche Orte wie Aldea del Fresno, Navas del Rey, Colmenar del Arroyo, Chapinería, Fresnedillas de la Oliva, Robledo de Chavela sowie Navalagamella y Zarzalejo wurden vollständig evakuiert. Zudem mussten rund 5.000 Menschen den Campingplatz El Escorial verlassen. Insgesamt stieg die Zahl der Evakuierten in der Region auf 63.000. Die Straßen M-501 und M-507 sind gesperrt, und in 16 Gemeinden ist das Mobilfunknetz ausgefallen. Innenminister Fernando Grande-Marlaska räumte ein, dass sich dieser Brand „sehr schwer“ löschen lassen wird, hofft jedoch auf sinkende Temperaturen und einen Winddreher in der Nacht. Das zentrale Ziel besteht darin, ein Übergreifen der Flammen auf El Escorial und San Lorenzo de El Escorial zu verhindern.

Festnahme und Zerstörung in Ávila

In der Provinz Ávila sorgt vor allem der Brand Burgohondo-Navaluenga für große Sorge, der in nur 40 Minuten bis zu drei Kilometer zurücklegte. Das Feuer hat bereits mehr als 9.000 Hektar Land vernichtet. Mehrere Ortschaften und ein Campingplatz wurden evakuiert; in Navaluenga und El Tiemblo wurde eine Ausgangssperre verhängt. In einer nächtlichen Aktion mussten zudem die Bewohner des Altenheims San Antonio in El Tiemblo nach Cebreros verlegt werden. Die Guardia Civil nahm im Zusammenhang mit dem Brand eine Person fest und führt eine weitere als Beschuldigte. Beiden wird Brandstiftung in einem Waldgebiet vorgeworfen, da sie trotz eines Verbots mit schweren Maschinen gearbeitet und so vermutlich Funkenflug verursacht haben.

Weitere Brandherde und erste Entspannung

Auch in anderen Landesteilen wie León, Huelva und Teruel gibt es aktive Brände und Evakuierungen. Demgegenüber stehen erste Erfolge: Der Brand in Almorox ist stabilisiert, fordert jedoch eine Bilanz von 43 zerstörten und 286 beschädigten Häusern. Auch der Großbrand von La Mierla in der Provinz Guadalajara mit 35.000 Hektar verbrannter Fläche entspannt sich. In diesem Jahr sind in Spanien bereits rund 148.000 Hektar Fläche verbrannt. Derzeit sind mehr als 1.800 Einsatzkräfte im Einsatz, die ab Samstag durch Löschflugzeuge aus Griechenland und Italien verstärkt werden.

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