Polen prüft belarussische Hinweise auf geplanten Terroranschlag
Das belarussische Außenministerium hat Polen über eine mögliche terroristische Bedrohung informiert. Die polnischen Sicherheitsdienste nehmen die Warnung ernst und untersuchen den Fall.
Das belarussische Außenministerium hat die polnischen Behörden über eine mögliche terroristische Bedrohung auf polnischem Staatsgebiet informiert. Die polnischen Sicherheitsdienste nehmen den Hinweis ernst und prüfen die übermittelten Informationen derzeit eingehend. Ziel des mutmaßlich geplanten Anschlags sollen die Kinder einer in Polen lebenden belarussischen Aktivistin sein. Wie Euronews berichtet, informierten die belarussischen Behörden am Donnerstag über ein Treffen mit dem polnischen Diplomaten in Belarus, Krzysztof Ożanna. Nach belarussischer Darstellung legten die Diplomaten bei diesem Gespräch Informationen über einen geplanten Terroranschlag in Polen vor. Der Anschlag soll sich gegen eine Person richten, die sich derzeit in Polen aufhält und dort vor kurzem ihren zusätzlichen Schutz sowie ihr Aufenthaltsrecht verloren hat. Zuvor war diese Person von Gerichten in Belarus verurteilt worden. Als Motiv für den geplanten Angriff auf die Kinder der belarussischen Aktivistin nennt Minsk Rache, da sich die Aktivistin nicht ausreichend für den Verbleib des besonderen Status der betroffenen Person in Polen eingesetzt habe. Das belarussische Außenministerium erklärte sich bereit, den polnischen Diensten bei Bedarf weitere Informationen zur Verfügung zu stellen.
Reaktion der polnischen Sicherheitsdienste
Zu dem Fall befragte die Polnische Presseagentur Sprecher des Ministers für die Koordinierung der Geheimdienste Jacek Dobrzyński. „Ich kommentiere Medienberichte dazu nicht. Ich versichere jedoch, dass die polnischen Dienste keinen beunruhigenden Hinweis bagatellisieren und alle Informationen über mögliche Bedrohungen mit der gebotenen Ernsthaftigkeit und Entschlossenheit prüfen“, sagte er. Dobrzyński hob hervor, dass die Geheimdienste in der Anfangsphase ihrer Einsätze nicht öffentlich über ihre Maßnahmen informieren. „Es ist zudem selbstverständlich, dass in solchen Fällen keine Geheimdienste der Welt in diesem Stadium offenlegen, ob sie Schritte einleiten und welche“, fügte er hinzu.
Stellungnahme aus dem Außenministerium
Zu dem Vorgang äußerte sich auch Außenminister Radosław Sikorski. Auf Fragen von Journalistinnen und Journalisten in Warschau nach den von Minsk übermittelten Informationen betonte er, jede Warnung vor Terrorismus werde sorgfältig geprüft. „Wir haben es mit einem Hinweis zu tun, der erst seit einigen Stunden vorliegt und den wir noch untersuchen. Selbstverständlich nehmen wir jede Warnung vor Terrorismus ernst und überprüfen sie“, sagte Sikorski am Freitag.
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