Waldbrände nahe Madrid schließen sich zu großer Feuerfront zusammen
In der Region um die spanische Hauptstadt Madrid breiten sich schwere Waldbrände aus. Mehr als 20.000 Menschen mussten bereits evakuiert werden, während Hunderte Einsatzkräfte gegen die Flammen kämpfen.
In der Nähe von Madrid drohen sich die Brände bei San Martín und Villa del Prado zu vereinen und in Richtung Navas del Rey auszubreiten, das rund 50 Kilometer südwestlich der Hauptstadt liegt. Ein Regierungssprecher erklärte: "Im Moment ist das Feuer nicht unter Kontrolle". Wie die Tagesschau berichtet, mussten rings um die Hauptstadt inzwischen mehr als 20.000 Menschen ihre Häuser verlassen. Im kleinen Ort Chapinería sind mehr als 150 Personen untergekommen, unter ihnen viele Senioren, die auf dem Boden einer Turnhalle schlafen mussten. Viele der Betroffenen sind verzweifelt. Der evakuierte Joaquin Espinosa sagte: "Überall war Rauch und Feuer. Ich hatte Angst. Die Leute waren nervös. Die alten Menschen liefen durcheinander. Das tut einem im Herzen weh." Nun müssen sie und viele andere erneut evakuiert werden.
Militäreinsatz und Notstand
Unterdessen kämpfen Hunderte Feuerwehrleute gegen die Flammen. In der Nacht zu Freitag rief das Innenministerium in der Region Madrid und der nahegelegenen Provinz Ávila erstmals überhaupt wegen Waldbränden den Notstand aus. Dadurch kann der Staat mehr Mittel und Gelder im Kampf gegen die Flammen mobilisieren. Die Einsätze werden nun unter anderem durch die Katastrophenschutzeinheit des spanischen Militärs UME geleitet.Erschwerte Löscharbeiten durch starke Winde
Sorgen machen den Einsatzkräften vor allem die Wetterbedingungen, da starke Winde die Löscharbeiten erschweren. Innenminister Fernando Grande Marlaska sprach von einem kritischen Tag: "Die Wetterbedingungen sind sehr schwierig. Wir versuchen optimistisch zu sein und stellen alle nötigen Einsatzkräfte zur Verfügung, um diesem Notfall zu begegnen." Man plane für alle Szenarien. Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez bezeichnete die Lage ebenfalls als dramatisch.Das Land hat über den Katastrophenschutzmechanismus der EU vier Löschflugzeuge zur Bekämpfung der Brände angefordert. Griechenland habe bereits zugestimmt, zwei Canadair-Löschflugzeuge zu entsenden. Hoffnung machen den Einsatzkräften die Wettervorhersagen: Für die kommende Nacht und vor allem für Samstag werden sinkende Temperaturen, steigende Luftfeuchtigkeit und ein Windwechsel erwartet.