Waldbrände in Südeuropa: Spanien ruft Nationalen Notstand aus
Wegen verheerender Waldbrände wurde in der Region Madrid der Notstand ausgerufen. Auch in Frankreich und Italien kämpfen Tausende Einsatzkräfte gegen die Flammen.
Südeuropa kämpft gegen verheerende Wald- und Buschbrände, die durch extreme Hitze und starke Winde immer wieder angefacht werden. In Spanien, Frankreich und Italien laufen großflächige Evakuierungen, während Tausende Einsatzkräfte gegen die Flammen ankämpfen. Spanien hat für die Region um die Hauptstadt Madrid sowie die Provinz Ávila bereits den nationalen Notstand ausgerufen. Die Behörden meldeten am Freitagmorgen, dass die Feuer in den westlich von Madrid gelegenen Gemeinden Villa del Prado und San Martín de Valdeiglesias weiterhin „außer Kontrolle“ seien. Die Einsatzkräfte konnten die Ausbreitung in den vergangenen Stunden jedoch etwas abbremsen. Tausende Menschen wurden bereits in Sicherheit gebracht. Für Teile Spaniens erwarten Meteorologen am Freitag Temperaturen von bis zu 44 Grad Celsius.
Katastrophenhilfe für Frankreichs Südwesten
Frankreich hat die Aktivierung des Katastrophenschutzmechanismus der Europäischen Union beantragt, wie Euronews berichtet. In einem Beitrag in sozialen Netzwerken erklärte Präsident Emmanuel Macron, die Lage bleibe „äußerst angespannt“, besonders im südwestlichen Département Gironde. Dort haben Feuer bereits mehr als 8.700 Hektar Land zerstört. Der Brand in der Gironde ist am Dienstag bei Saumos ausgebrochen und frisst sich seitdem in Richtung Le Porge und Lège-Cap-Ferret vor, wo Bewohner ihre Häuser verlassen mussten. In der Region wurden bislang rund 20.000 Menschen in Sicherheit gebracht. Zudem brennt es rund um die Dörfer Correns und Montfort-sur-Argens im Département Var im Südosten Frankreichs, wo bis Donnerstagabend 2.700 Hektar verkohlt waren. Dort sind rund 800 Feuerwehrleute mit Unterstützung aus der Luft im Einsatz.Präsident Macron würdigte außerdem zwei Feuerwehrleute, die am Dienstag beim Löscheinsatz im Vorort Mérignac bei Bordeaux ums Leben kamen. „Ich spreche ihren Familien, ihren Angehörigen und den Feuerwehrleuten Frankreichs das Beileid, den Dank und die Unterstützung der Nation aus“, schreibt er auf X. Im Jahr 2022 zwangen Brände in der Gironde fast 50.000 Menschen zur Flucht, als mehr als 30.000 Hektar Wald in Flammen aufgingen.
Todesopfer bei Löscharbeiten auf Sizilien
In Italien sind rund 6.000 Einsatzkräfte im Kampf gegen Brände auf Sizilien im Einsatz, darunter Feuerwehrleute, Forstbedienstete und Mitarbeiter des Zivilschutzes. Nach Angaben der Regionalregierung befinden sich die „kritischsten Brandherde“ in oder um Casaboli, Bivona, Alimena, San Cataldo, Galati Mamertino, Teilen des regionalen Naturparks Madonie und dem Raum Syrakus. Ein Feuerwehrmann namens Alessandro Marchi ist Anfang der Woche bei einem Einsatz in San Cataldo ums Leben gekommen.Ministerpräsidentin Giorgia Meloni zeigte sich in einer Erklärung „zutiefst betroffen“ von der Nachricht von Marchis Tod. „Er hat sein Leben verloren, als er in San Cataldo ein großes Feuer bekämpfte. Er erfüllte seine Pflicht bis zum Schluss mit Mut, Hingabe und einem außergewöhnlichen Verantwortungsbewusstsein“, schreibt sie auf X. Nach Angaben des Europäischen Waldbrandinformationssystems haben Brände seit Jahresbeginn bis einschließlich Mittwoch EU-weit 254.388 Hektar Land zerstört. Das ist mehr als der langfristige Durchschnitt, aber weniger als die 270.449 Hektar, die im Jahr 2025 im gleichen Zeitraum verbrannten.
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