Sorgen der Europäer: Wirtschaft, Wohnen und Gesundheit im Fokus
Eine YouGov-Umfrage in sechs europäischen Ländern zeigt, dass die Sorgen der Bürger stark variieren. Während in Deutschland und Frankreich die Wirtschaft dominiert, stehen in Spanien der Wohnungsmarkt und in Italien das Gesundheitssystem im Vordergrund.
Eine aktuelle YouGov-Umfrage in sechs europäischen Ländern zeigt, dass es kein einzelnes Thema gibt, das die öffentliche Meinung auf dem gesamten Kontinent bestimmt. Die Sorgen der Bürgerinnen und Bürger unterscheiden sich stark von Land zu Land, geprägt von lokalen Prioritäten. Während in Deutschland und Frankreich die wirtschaftliche Lage im Vordergrund steht, sorgen sich die Menschen in Spanien vor allem um den Wohnungsmarkt. In einigen der größten Volkswirtschaften Europas bleibt der Zustand der Wirtschaft das gefühlt zentrale Problem. Fast die Hälfte der französischen Befragten (47 Prozent) und 44 Prozent der Deutschen zählen die Wirtschaft zu den zwei größten Problemen ihres Landes. In beiden Staaten landet die Einwanderung auf Platz zwei, wie Euronews berichtet. Dies nennen 27 Prozent der Französinnen und Franzosen und 26 Prozent der Deutschen als eines der Hauptthemen.
Wirtschaftliche Sorgen in Deutschland und Frankreich
Die beiden größten Volkswirtschaften der Eurozone stehen unter anhaltendem Druck. In Deutschland sorgt ein jüngster Anstieg der Industrieproduktion nur für begrenzte Erleichterung, da die Produktion weiter unter dem Niveau von vor der Pandemie liegt und Fachleute die Erholung als fragil bewerten. Die exportorientierte deutsche Wirtschaft steht unter Druck, weil die Nachfrage aus den USA und China zurückgeht, wovon besonders die Autoindustrie betroffen ist. In Frankreich zeigen Daten aus dem ersten Quartal, dass das Wachstum zum Stillstand gekommen ist, während der Krieg im Iran die Energiepreise in die Höhe treibt und eine politische Blockade Reformen zur Stabilisierung der Staatsfinanzen erschwert. Für das kommende Jahr erwarten 68 Prozent der Französinnen und Franzosen und 58 Prozent der Deutschen eine weitere Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage.
Wohnungsnot in Spanien und Krise im italienischen Gesundheitssystem
In Spanien konzentrieren sich die Sorgen auf den Wohnungsmarkt, den 49 Prozent der Befragten zu den zwei größten Problemen des Landes zählen. Dies ist das am höchsten bewertete Thema in allen sechs untersuchten EU-Ländern. Dahinter verfügen die Gesundheitsversorgung und die Wirtschaft mit jeweils 25 Prozent über die zweithöchste Priorität. Zahlen des spanischen Statistikamts INE zeigen, dass die Immobilienpreise Ende 2025 im Jahresvergleich um fast 13 Prozent gestiegen sind. Im Jahr 2025 müsste eine Arbeitnehmerin oder ein Arbeitnehmer im Schnitt das Einkommen von etwa acht Komma vier Jahren aufbringen, um eine Wohnung mit 80 Quadratmetern zu kaufen. Besonders teuer sind die Balearen und Madrid, während Kurzzeitvermietungen in Städten wie Barcelona für Ärger sorgen. Italien ist das einzige untersuchte Land, in dem die Gesundheitsversorgung mit 43 Prozent als größtes Problem gilt, noch vor Wirtschaft und Einwanderung. Dem öffentlichen Gesundheitssystem fehlt es an Personal, während die Zahl älterer Menschen wächst. Schätzungsweise 175.000 Pflegekräfte fehlen im Land, da niedrige Löhne, hohe Belastung und geringe Karrierechancen viele Fachkräfte in andere europäische Länder ziehen.
Dänemark setzt andere Schwerpunkte
Dänemark ist das einzige Land, in dem die Themen Wirtschaft, Wohnen oder Gesundheit nicht die Liste der Sorgen der Einwohner anführen. Stattdessen gelten internationaler Terrorismus oder Aggression sowie der Klimawandel mit jeweils 27 Prozent als die größten Sorgen, gefolgt von der Einwanderung mit 24 Prozent.
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