Meldung ✓

Eskalation im Schwarzen Meer gefährdet Getreideexporte

Nach gegenseitigen Angriffen auf Frachtschiffe im Schwarzen Meer droht der Ausfall wichtiger Getreideexporte. Reedereien weichen bereits auf alternative Routen aus.

KI-generierter Inhalt · wie wir arbeiten →

Illustration zu: Eskalation im Schwarzen Meer gefährdet Getreideexporte
Illustration: KI-generiert
Die Lage für die Frachtschifffahrt im Schwarzen Meer und im angrenzenden Asowschen Meer hat sich durch gegenseitige Angriffe der Ukraine und Russlands drastisch verschärft. Während ukrainische Drohnen russische Schiffe attackieren, intensiviert Russland seine Angriffe auf ukrainische Häfen wie Odessa, was den Getreideexport massiv gefährdet. Reedereien suchen bereits nach alternativen Transportwegen über das Land und kleinere Häfen.
Ukrainische Drohneneinheiten griffen zuletzt gezielt Schiffe der russischen Schattenflotte an, darunter Öltanker und Frachter mit Getreide aus den von Russland annektierten Gebieten. Allein in diesem Monat wurden nach ukrainischen Angaben fast 200 Schiffe und andere Wasserfahrzeuge attackiert, wie die Tagesschau berichtet. Bereits im Juni hatte der damalige ukrainische Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow angekündigt, die Versorgungswege zur Krim gezielt anzugreifen. Zu dem Blockadeversuch gehörten auch Drohnenangriffe auf Schiffe, die Treibstoff auf die Halbinsel liefern sollten. Im Interview für den YouTube-Kanal Pressing sagte Fedorow: "Wir haben einen logistischen Lockdown angekündigt. Für die Russen beginnt jetzt die Hölle. Die Logistik wird zerschnitten, die Krim wird isoliert."

Russische Angriffe auf Odessa intensiviert

Als Reaktion hat Russland seine Angriffe auf ukrainische Hafenanlagen, insbesondere rund um Odessa, intensiviert. Dabei wurden auch Frachtschiffe angegriffen, die auf dem Weg von oder zu ukrainischen Häfen waren. Vor wenigen Tagen kamen zehn Seeleute ums Leben, als der unter der Flagge Guinea-Bissaus fahrende Frachter "Golden Leo" beim Versuch, einen ukrainischen Hafen zu verlassen, von russischen Marschflugkörpern getroffen wurde. Leiter der Militärverwaltung von Odessa Oleh Kiper erklärte im ukrainischen Fernsehen, Russland beschieße Odessa und die dortigen Hafenanlagen seit 2023 immer stärker. Ziel sei es stets gewesen, "den sogenannten Getreidekorridor zu unterbrechen, weil er unser maritimes Tor zur Welt ist". Russland überwache die Ein- und Ausfahrt von Schiffen kontinuierlich und beschieße diese. Da der Beschuss derzeit besonders intensiv sei, verringere das das Export- und Importvolumen über die Häfen der Region Odessa, so Kiper. "Gemeinsam mit dem Militär arbeiten wir jedoch daran, die Schutzmaßnahmen zu verstärken und den normalen Betrieb wiederherzustellen."

Blockade des Getreidekorridors

Nach ukrainischen Angaben läuft derzeit allerdings kaum noch ein Schiff ukrainische Häfen an, da das Risiko inzwischen zu hoch sei. Präsident Wolodymyr Selenskyj geht davon aus, dass sich die Situation weiter zuspitzen wird. Selenskyj erklärte: "Eine besondere Herausforderung ist Landwirtschaft. Wir haben bereits vor ein paar Monaten verstanden, was sie tun werden: Sie werden alles versuchen, um unseren Getreidekorridor zu blockieren." Er verwies darauf, dass am Vortag "kein einziges Schiff in unseren Hafen einlaufen konnte. Das heißt, sie haben alle Schiffe angegriffen. Sie werden das weiter verstärken."

Suche nach alternativen Routen

Marktanalysten erwarten in den kommenden Monaten einen deutlichen Rückgang der Getreideexporte, da normalerweise rund 90 Prozent der ukrainischen Ausfuhren über Seehäfen abgewickelt werden. Reedereien und Logistikunternehmen suchen deshalb nach Alternativen. Der Logistikkonzern Maersk hat bereits Schiffe in den rumänischen Hafen Constanța umgeleitet, wohin die Waren auf dem Landweg transportiert werden. Zudem gewinnen kleinere Donauhäfen als Ausweichrouten wieder an Bedeutung.

← alle Meldungen aus Iip Lun

Weitere Meldungen aus Iip Lun

Iip Lun ✓

Sorge vor Überproduktion auf dem Halbleitermarkt

Während die Nachfrage nach Halbleitern für Künstliche Intelligenz hoch ist, droht durch den Ausbau von Fabriken und das Aufholen Chinas eine weltweite Chipschwemme.

31.07., 10:36 Uhr
Iip Lun ✓

Illegaler Sandabbau bedroht Umwelt und Existenz auf Kap Verde

Auf der kapverdischen Insel Santiago führt die illegale Sandgewinnung für die Bauwirtschaft zu schweren Umweltschäden. Viele Frauen sehen in der harten Arbeit dennoch die einzige Möglichkeit, ihre Familien vor dem Verhungern zu bewahren.

31.07., 11:06 Uhr