Nach zwei Vorfällen im Westjordanland sind drei Palästinenser getötet und zwei Israelis verletzt worden. Die Gewalt in der Region hat seit Oktober 2023 stark zugenommen.
Nach zwei Messerattacken im Westjordanland sind nach israelischen Angaben drei palästinensische Angreifer getötet worden. Zudem wurden bei den Vorfällen zwei Israelis verletzt, einer davon schwer. Die Gewalt in der Region hat seit Oktober 2023 deutlich zugenommen. Zunächst war in der Nähe der Siedlung Itamar ein Feuer ausgebrochen, bei dem es sich nach Angaben der israelischen Polizei um Brandstiftung handelte. Während der Löscharbeiten hätten zwei Palästinenser auf einen israelischen Zivilisten eingestochen, erklärte die israelische Armee. Ein anderer Israeli habe daraufhin die beiden Angreifer "neutralisiert". Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums handelte es sich bei den getöteten Angreifern um einen 16-Jährigen und einen 20-Jährigen. Der angegriffene Israeli wurde schwer verletzt in ein Krankenhaus gebracht, wie der israelische Rettungsdienst Magen David Adom mitteilte.
Gegenseitige Anschuldigungen nach Brand
Siedlervertreter Jossi Dagan appellierte an die israelische Regierung, mit "eiserner Faust" zu reagieren. Er warf den Bewohnern des Dorfs Beit Furik vor, für den "Brandanschlag" verantwortlich zu sein. Ortsvorsteher Ahmad Nasasra warf dagegen den Siedlern vor, das Feuer gelegt zu haben.
Zweiter Vorfall nahe Ganim
Bei einem zweiten Vorfall griff ein Palästinenser nach Angaben der israelischen Armee in der Nähe eines Militärstützpunkts in Ganim einen israelischen Soldaten mit einem Messer an. Der Angreifer sei von Soldaten erschossen worden. Nach palästinensischen Angaben war der Mann 25 Jahre alt.Seit dem Großangriff der islamistischen Palästinenserorganisation Hamas und ihrer Verbündeten auf Israel am 7. Oktober 2023 und im Zuge des darauf folgenden Kriegs im Gazastreifen hat auch im Westjordanland die Gewalt deutlich zugenommen. In dem besetzten Gebiet leben etwa drei Millionen Palästinenser und mehr als eine halbe Million Israelis, deren Siedlungen völkerrechtswidrig sind. Nach einer AFP-Zählung auf der Grundlage von Daten des palästinensischen Gesundheitsministeriums wurden bislang mindestens 1090 Palästinenser durch israelische Soldaten oder Siedler getötet, darunter Kämpfer und Zivilisten. Im selben Zeitraum wurden in dem Gebiet nach israelischen Angaben bei Angriffen bewaffneter Palästinenser oder bei israelischen Militäreinsätzen mindestens 46 Israelis getötet, darunter Soldaten und Zivilisten.
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