Hohe Übersterblichkeit während der Hitzewelle in Frankreich
Eine Hitzewelle im Juni hat in Frankreich zu einer deutlichen Übersterblichkeit in fast allen Altersgruppen geführt. Die Gesundheitsbehörde mahnt nun zu verstärkten Präventionsmaßnahmen.
Die Hitzewelle im Juni in Europa gilt als außergewöhnlich, da sie ungewöhnlich früh einsetzte, besonders intensiv war und lange anhielt. In Frankreich waren dadurch fast alle Menschen extremen Temperaturen ausgesetzt, während Schulen und Betriebe noch im Normalbetrieb liefen. Anders als bei früheren Hitzewellen reichte die Übersterblichkeit weit über die ältesten Altersgruppen hinaus, wie Euronews berichtet.
Höchste Übersterblichkeit seit 2003
Die französische Gesundheitsbehörde spricht von der höchsten Übersterblichkeit aller Ursachen während einer Hitzewelle seit dem Jahr 2003. Die Zahl bleibt jedoch unter dem Niveau der damaligen Hitzewelle von 2003, die in Frankreich fast 15.000 Menschen das Leben kostete. Erstmals verzeichneten die Fachleute eine Übersterblichkeit bei allen Todesursachen in sämtlichen Altersgruppen ab 15 Jahren, ohne dass der Zusammenhang mit der Hitze bereits eindeutig belegt ist. Dies zeige „die außergewöhnliche Intensität und die lange Dauer der Hitzebelastung für die gesamte Bevölkerung“, erklärte Santé publique France und sprach von einem beispiellosen Befund.Betroffene Altersgruppen und Sterbeorte
Menschen ab 75 Jahren stellen rund zwei Drittel der vorläufig gezählten Todesfälle dar. In dieser Altersgruppe gab es mindestens 3.719 zusätzliche Todesfälle, doch die Behörde schätzt auch bei jüngeren Erwachsenen deutliche Zuwächse. Die Zahl der Todesfälle stieg in allen Bereichen an: in Krankenhäusern, in Privatwohnungen und in Pflegeheimen. Fast die Hälfte der Betroffenen verstarb im Krankenhaus.Forderung nach präventiven Maßnahmen
Das Bulletin kommt zu dem Schluss, dass die Ergebnisse den Bedarf nach stärkeren vorbeugenden Maßnahmen unterstreichen, und zwar bevor die Temperaturen kritische Werte erreichen. „Diese Folgen zeigen, wie wichtig es ist, Steuerungs- und Präventionsmaßnahmen umzusetzen, um die Auswirkungen der Hitze auf die Bevölkerung zu verringern, ohne abzuwarten, bis sich Gesundheitsschäden bereits bemerkbar machen“, erklärte die Behörde.Vorläufige Daten aus westeuropäischen Ländern ergaben Anfang Juli mehr als 4.000 zusätzliche Todesfälle während der Hitzewelle. Ende Juni forderte die WHO-Region Europa die Regierungen auf, extreme Hitze als Gesundheitskrise anzuerkennen und die Vorbereitung der Gesundheitssysteme zu verbessern.