Die kasachische Hauptstadt Astana verzeichnet neue Temperaturrekorde von fast 40 Grad. Experten warnen vor schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen und langfristiger Wasserknappheit in der Region.
Kasachstan leidet unter einer beispiellosen Hitzewelle mit historischen Temperaturrekorden von fast 40 Grad Celsius in der Hauptstadt Astana. Die extremen Wetterbedingungen belasten das Gesundheitssystem und verschärfen langfristige Klimarisiken wie Gletscherschmelze und Wasserknappheit in Zentralasien. Experten fordern dringende Anpassungsmaßnahmen, um die steigende Zahl hitzebedingter Todesfälle einzudämmen. In der Hauptstadt Astana stiegen die Temperaturen am 14. Juli auf 39,5 °C und brachen damit den bisherigen Rekord von 35,3 °C, der vor 34 Jahren aufgestellt worden war. Bereits am 23. Juni gab es mit 36,8 °C einen neuen Höchstwert. Wie Euronews berichtet, erhielten die Einwohner über das kasachische Notrufsystem 112 fortlaufend Warnungen vor Temperaturen um die 36 °C. Im Süden und Südwesten des Landes kletterten die Temperaturen sogar auf bis zu 48 °C. Laut UNICEF sind fast drei Viertel des Staatsgebiets klimabedingten Risiken ausgesetzt, die die Gesundheit beeinträchtigen. In den sozialen Medien tauchten zudem Videos auf, die zeigen, wie Einwohner bei über 40 °C Eier auf sonnengeheizten Oberflächen braten.
Herausforderungen für das Gesundheitssystem
Ein Bericht der Weltbank warnt vor einer Verdreifachung hitzebedingter Todesfälle in Städten in Europa und Zentralasien bis 2050, sofern keine Anpassungsmaßnahmen ergriffen werden. Das kasachische Gesundheitsministerium erklärte auf Anfrage, dass das Land derzeit keinen separaten nationalen Indikator für hitzebedingte Sterblichkeit erhebt und noch kein vollständiger Aktionsplan vorliegt. WHO-Regionaldirektor für Europa Dr. Hans Henri P. Kluge warnt vor den Folgen der Erwärmung: „Prognosen zeigen, dass Kasachstan und Usbekistan in naher Zukunft den stärksten Anstieg der durch Hitzewellen bedingten Sterblichkeitsraten in Zentralasien verzeichnen werden – und das bereits bei moderaten Klimaszenarien. Leider wird es noch schlimmer werden.“ Er betont, dass schnelles Handeln nötig sei: „Jedes Land – einschließlich Kasachstan – braucht einen Aktionsplan zum Schutz der Gesundheit bei Hitze noch vor dem nächsten Sommer, nicht erst währenddessen.“ Laut WHO konnten Länder mit solchen Plänen die hitzebedingten Todesfälle um rund 25 Prozent senken. Die Kosten einer verzögerten Reaktion könnten laut Kluge besonders in ländlichen Gebieten ohne Kühlmöglichkeiten hoch sein.
Langfristige Klimatrends und Wassermangel
Die Hitzewelle ist Teil eines langfristigen Erwärmungstrends. Nach Angaben des Nationalen Hydrometeorologischen Dienstes Kasachstans, Kazhydromet, erwärmt sich das Land schneller als der globale Durchschnitt. Im Jahr 2025 verzeichnete das Land sein bisher wärmstes Jahr mit einer Temperatur von 2,98 °C über der klimatischen Norm. Während das kasachische Umweltministerium warnt, dass die Waldbrandgefahr hoch bleibt, führt die frühere Schneeschmelze zu Problemen bei der Wasserspeicherung in Stauseen. Auch die Weltorganisation für Meteorologie bestätigt, dass sich Zentralasien aufgrund seiner Lage im Landesinneren überdurchschnittlich schnell aufheizt. Analyst für Klimaprojekte beim UNDP Kasachstan Saulet Sakenov erklärt: „Fast die gesamte Region erlebt während der warmen Jahreszeit häufigere und länger anhaltende Hitzewellen“. Seit 1950 haben die Gletscher des Landes 14 bis 30 Prozent ihrer Masse verloren. Sakenov warnt vor den langfristigen Folgen: „Bis zum Ende des Jahrhunderts werden wir, wenn die Gletscherreserven erschöpft sind, mit einer Phase schwerer Wasserknappheit konfrontiert sein. Die Flussmengen im Syr Darya, im Ili und in anderen Gebirgsflussgebieten werden deutlich zurückgehen, was Risiken für die Wasser-, Nahrungsmittel- und Energiesicherheit in ganz Zentralasien mit sich bringt“. Dies bedroht auch die Ernteerträge des wichtigen Weizenexporteurs.
Auf den griechischen Inseln Kreta und Paros kämpfen hunderte Feuerwehrleute gegen anhaltende Waldbrände. Aufgrund der starken Winde und schwierigen Bedingungen bleibt die Lage in mehreren Regionen angespannt.
Eine neue wissenschaftliche Untersuchung zeigt, dass der Klimawandel extreme Brandbedingungen in Spanien und Frankreich massiv verschärft. Während Südeuropa brennt, warnt die UN vor den Folgen fossiler Energieträger.
Während die Nachfrage nach Halbleitern für Künstliche Intelligenz hoch ist, droht durch den Ausbau von Fabriken und das Aufholen Chinas eine weltweite Chipschwemme.
Nach einem Massenansturm auf die spanische Exklave Ceuta sind mindestens 15 Menschen im Meer ertrunken. Die spanische Regierung hat das Militär zur Unterstützung der Sicherheitskräfte entsandt.
Nachdem binnen 24 Stunden mehr als 49.000 Migranten die spanische Exklave Ceuta erreicht haben, ist die Lage vor Ort chaotisch. Die Krise sorgt auch für diplomatische Spannungen innerhalb Europas.
Auf der kapverdischen Insel Santiago führt die illegale Sandgewinnung für die Bauwirtschaft zu schweren Umweltschäden. Viele Frauen sehen in der harten Arbeit dennoch die einzige Möglichkeit, ihre Familien vor dem Verhungern zu bewahren.