EU-Lebensmittelbehörde verschärft Richtwert für TFA im Trinkwasser
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit hat den täglichen Grenzwert für die langlebige Chemikalie Trifluoressigsäure deutlich herabgesetzt. Grund dafür sind neue Erkenntnisse über gesundheitliche Auswirkungen.
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat den als unbedenklich geltenden Tagesgrenzwert für Trifluoressigsäure (TFA) deutlich gesenkt. Diese sogenannte „Ewig-Chemikalie“ ist vielerorts im Trinkwasser nachweisbar. Neue wissenschaftliche Daten machten diesen Schritt erforderlich, wie Euronews berichtet. Die EFSA teilte am Mittwoch mit, dass der akzeptable Tageswert von bisher 0,05 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht und Tag auf 0,014 Milligramm sinkt. Grundlage für diese Entscheidung sind neue Daten. Diese zeigen, dass TFA unter anderem den Spiegel von Thyroxin verändert. Bei Thyroxin handelt es sich um ein Hormon der Schilddrüse, das eine zentrale Rolle für die Regulation des Körpers spielt.
Hintergrund zu den „Ewig-Chemikalien“
TFAs gehören zur Gruppe der perfluorierten und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS). Wegen ihrer extremen Langlebigkeit in der Umwelt werden diese Stoffe oft als „Ewig-Chemikalien“ bezeichnet. Sie kommen in einer Vielzahl von Produkten zum Einsatz, die von Kochgeschirr und Medizinprodukten bis hin zu Rüstungsgütern und Anlagen für saubere Energien reichen. Ihr Einsatz kann jedoch Risiken für Menschen, Umwelt und Wildtiere mit sich bringen.
Entstehung und Überwachung
Nach Angaben der EFSA kann TFA entstehen, wenn PFAS-Verbindungen zerfallen, was unter anderem aus bestimmten Wirkstoffen in Pestiziden geschieht. Auf diesem Weg gelangt TFA in das Grundwasser, in Böden und in Nahrungspflanzen. Die Mitgliedstaaten der Europäischen Union sind dazu verpflichtet, die PFAS-Gehalte im Trinkwasser zu überwachen. Zudem erfassen weitere Monitoringprogramme die Belastung von Lebensmitteln. Die EFSA untersucht derzeit gemeinsam mit der Europäischen Chemikalienagentur weiter, wie PFAS zu TFA abgebaut werden und wie sich TFA in Böden und Gewässern verhält. Die Behörden beabsichtigen, ihre Bewertung bis zum kommenden Sommer abzuschließen.
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