Tragödie auf der Atlantikroute: Mindestens 144 Menschen vor Mauretanien vermisst oder tot
Nach mehreren Bootsunglücken vor der mauretanischen Küste gelten zahlreiche Geflüchtete als vermisst oder verstorben. Das UN-Flüchtlingshilfswerk warnt vor den extremen Gefahren auf der Route zu den Kanarischen Inseln.
Wie Euronews berichtet, wurden zwischen dem 14. und dem 18. Juli drei Rettungsaktionen vom Hafen Nouadhibou aus gestartet. Dabei brachten Einsatzkräfte insgesamt 387 Menschen verschiedener Nationalitäten sicher an Land. Am schwersten traf es ein Boot, das im gambischen Bufuloto mit dem Ziel der spanischen Kanarischen Inseln aufgebrochen war, welche 1.677 Kilometer (905 Seemeilen) entfernt liegen.
Katastrophale Bedingungen auf offener See
Die Küstenwache rettete das Boot am Samstag, nachdem es fast 25 Tage auf offener See abgetrieben war. Nur 38 Menschen überlebten die Überfahrt, während nach Angaben des UNHCR 143 weitere Personen an Bord als tot oder vermisst gelten. In einer Mitteilung erklärte die Behörde: „Unter den Überlebenden sind zwei Kinder. Sie haben auf der Überfahrt sämtliche Familienangehörige verloren und erholen sich nun gemeinsam mit anderen Überlebenden im Krankenhaus.“ Unter den Menschen, die am 14. Juli von einem anderen Boot gerettet wurden, verstarb zudem eine weitere Person.
Gefährlichste Migrationsroute der Welt
„Die Geflüchteten und Migranten gelten nach dem Versuch der gefährlichen Überfahrt von Westafrika nach Europa als tot oder vermisst. Das zeigt erneut, welchen hohen menschlichen Preis diese gefährlichen Routen fordern“, sagte UNHCR-Sprecher Matthew Saltmarsh vor Journalistinnen und Journalisten in Genf. Nach Angaben des UNHCR bleibt die Atlantikroute zu Spaniens Kanarischen Inseln eine der tödlichsten Migrationsstrecken der Welt. Als Gründe nennt die Organisation die großen Entfernungen, unberechenbares Wetter, überfüllte und seeuntaugliche Boote sowie begrenzte Möglichkeiten für rechtzeitige Rettungseinsätze.
Die Organisation erneuerte vor diesem Hintergrund ihren Appell zu stärkerer internationaler Zusammenarbeit, um Leben zu retten und sichere Migrationswege auszubauen. Seit Jahresbeginn hat das UNHCR in Nouadhibou und Nouakchott insgesamt 17 Rettungs- und Anlandeoperationen registriert, bei denen Einsatzkräfte 2.147 Geflüchtete und Migranten sicher an Land brachten.