Ember-Studie: Hybridisierung als schnelle Lösung für blockierte Stromnetze
Europas Stromnetze sind überlastet, wodurch der Ausbau erneuerbarer Energien ausgebremst wird. Die Bündelung von Wind-, Solar- und Wasserkraft an bestehenden Anschlüssen könnte laut einer neuen Analyse sofort Abhilfe schaffen.
Einfach mal zusammenstecken, was zusammengehört. Spart Buddeln und schont die Nerven.
— Rocky, Chefkolumnist
Illustration: KI-generiert
Das veraltete europäische Stromnetz kommt mit dem Boom der erneuerbaren Energien kaum hinterher, weshalb zahlreiche geplante Projekte gefährdet sind. Eine neue Analyse des Energie-Thinktanks Ember zeigt jedoch eine sofort verfügbare Lösung auf, die ganz ohne neue Eingriffe in die Infrastruktur auskommt. Durch die sogenannte Hybridisierung könnten bestehende Anschlüsse effizienter genutzt und zusätzliche Kapazitäten zügig integriert werden. Nach Analysen des Energie-Thinktanks Ember sind derzeit mehr als 120 Gigawatt geplanter Projekte für erneuerbare Energien durch Engpässe und eine unzureichende Netzkapazität gefährdet. Zum Vergleich: Ein Kraftwerk mit einer Leistung von einem Gigawatt kann rechnerisch rund 876.000 Haushalte ein Jahr lang versorgen, wenn sie den durchschnittlichen Jahresverbrauch von 10.000 Kilowattstunden haben. Auch bestehende Solar- und Windparks stoßen an die Grenzen des europäischen Netzes, das ursprünglich für große zentrale Kohlekraftwerke ausgelegt wurde. Hinzu kommt die Unflexibilität von Wind- und Solarstrom, die sich nach dem Wetter und nicht nach der Nachfrage richtet, wodurch jedes Jahr große Mengen sauberer Energie verloren gehen, wie Euronews berichtet.
Effizientere Netznutzung durch Hybridisierung
Als Lösung für dieses Problem schlagen Fachleute die Hybridisierung vor. Bei der Hybridisierung werden Technologien wie Windkraft, Photovoltaik und Speicher hinter einem gemeinsamen Netzanschluss gebündelt, sodass sich diese drei Quellen denselben Anschluss ins Stromnetz teilen. Nach Einschätzung von Ember eignen sich Wasserkraftwerke in Europa besonders gut für eine Hybridisierung, weil ein großer Teil ihrer Anschlusskapazität tagsüber ungenutzt bleibt. Wasserkraftwerke funktionieren wie abrufbare Batteriespeicher, deren Betreiber die Leistung hochfahren können, wenn der Stromverbrauch steigt – typischerweise am frühen Morgen und am frühen Abend, wenn die Menschen zu Hause sind. In Zeiten geringer Nachfrage laufen die Anlagen mit niedriger Leistung.„Wird am gleichen Netzanschluss eines Wasserkraftwerks zusätzlich Wind- oder Solarstrom eingespeist, können Projekte schneller ans Netz gehen und Betreiber nutzen die Infrastruktur effizienter – im Schnitt verdoppelt sich die Auslastung –, ohne die zulässigen Exportgrenzen zu überschreiten“, sagt Leiterin für Energieinfrastrukturen bei Ember Elisabeth Cremona. Laut Bericht ließen sich in Österreich, Bulgarien, Frankreich, Italien, Portugal, Rumänien und Spanien durch Hybridisierung bis 2030 rund 18 Prozent der zusätzlich erwarteten Ökostromkapazitäten integrieren, ohne das Netz weiter ausbauen zu müssen. Dies entspricht einer zusätzlichen Integration von 25 Gigawatt Wind- und Solarstrom in diesen sieben EU-Ländern.
Fehlende rechtliche Rahmenbedingungen
Von den sieben untersuchten Märkten verfügen derzeit jedoch nur Portugal und Spanien über konkrete Regeln für Hybridprojekte. In den übrigen Ländern fehlen laut Bericht klare rechtliche Rahmenbedingungen. Die Fachleute fordern deshalb nationale Gesetze und eine schnellere Priorisierung von Hybridvorhaben, um Hürden für den Ausbau erneuerbarer Energien abzubauen und die bestehende Infrastruktur besser auszulasten. „Politische Zielsetzungen bleiben wirkungslos, wenn saubere Elektronen in Anschlusswarteschlangen steckenbleiben“, ergänzt Cremona. „Für Länder, deren Netze blockiert sind, bietet Hybridisierung eine sofort verfügbare Lösung, die ohne zusätzliche Eingriffe in die Infrastruktur auskommt.“
Auf den griechischen Inseln Kreta und Paros kämpfen hunderte Feuerwehrleute gegen anhaltende Waldbrände. Aufgrund der starken Winde und schwierigen Bedingungen bleibt die Lage in mehreren Regionen angespannt.
Eine neue wissenschaftliche Untersuchung zeigt, dass der Klimawandel extreme Brandbedingungen in Spanien und Frankreich massiv verschärft. Während Südeuropa brennt, warnt die UN vor den Folgen fossiler Energieträger.
Während die Nachfrage nach Halbleitern für Künstliche Intelligenz hoch ist, droht durch den Ausbau von Fabriken und das Aufholen Chinas eine weltweite Chipschwemme.
Nach einem Massenansturm auf die spanische Exklave Ceuta sind mindestens 15 Menschen im Meer ertrunken. Die spanische Regierung hat das Militär zur Unterstützung der Sicherheitskräfte entsandt.
Nachdem binnen 24 Stunden mehr als 49.000 Migranten die spanische Exklave Ceuta erreicht haben, ist die Lage vor Ort chaotisch. Die Krise sorgt auch für diplomatische Spannungen innerhalb Europas.
Auf der kapverdischen Insel Santiago führt die illegale Sandgewinnung für die Bauwirtschaft zu schweren Umweltschäden. Viele Frauen sehen in der harten Arbeit dennoch die einzige Möglichkeit, ihre Familien vor dem Verhungern zu bewahren.