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Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo breitet sich rasant aus

Die Zahl der Ebola-Infektionen in der Demokratischen Republik Kongo steigt schnell an, während Streiks von Gesundheitspersonal und logistische Hürden die Eindämmung erschweren.

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In der Demokratischen Republik Kongo breitet sich das Ebola-Virus in beispiellosem Tempo aus, wobei bereits mehr als 2.300 Infektionen und über 930 Todesfälle registriert wurden. Erschwert wird die Bekämpfung der Epidemie durch Streiks des medizinischen Personals in der besonders betroffenen Provinz Ituri sowie durch logistische und gesellschaftliche Hürden. Dennoch gibt es erste Fortschritte bei den Testkapazitäten und der Erforschung neuer Behandlungsmethoden.
Der Ausbruch, der Mitte Mai bekannt wurde, verzeichnet täglich durchschnittlich mehr als 40 neue Fälle. In mehreren Städten der Provinz Ituri sind Angestellte staatlicher Krankenhäuser und Gesundheitszentren, darunter Epidemiologen, Fahrer und Totengräber, in den Streik getreten, da sie seit Wochen nicht bezahlt wurden. "Wir beerdigen Menschen, die vier Tage lang ohne medizinische Hilfe zu Hause waren, und es ist offensichtlich, dass sie an Ebola starben", schilderte John Bahati Nguna der Nachrichtenagentur AP.

Hygieneprobleme und unerkannter Ausbruch

Ebola bleibt auch nach dem Tod hochgradig ansteckend, weshalb Bestattungen unter strengen Schutzmaßnahmen stattfinden müssen. Dennoch werden viele Begräbnisse ohne diese Vorkehrungen durchgeführt, und Leichname werden von Angehörigen zwecks Bestattung in Heimatgemeinden zwischen Regionen transportiert, was das Risiko einer Weiterverbreitung birgt. Ein wesentlicher Grund für die schwierige Eindämmung ist die späte Erkennung des Ausbruchs, wodurch sich das Virus bereits wochenlang unbemerkt ausbreiten konnte. Wie die Tagesschau berichtet, haben Helferinnen und Helfer diesen Vorsprung bis heute nicht aufgeholt, weshalb weiterhin eine hohe Zahl unbekannter Infizierter und Kontaktpersonen existiert. Die Kontaktnachverfolgung gestaltet sich äußerst schwierig, ist jedoch essenziell, da für den aktiven Ebola-Typ Bundibugyo weder eine zugelassene Impfung noch eine spezielle Therapie existiert. Während anfangs nur rund 60 Prozent der Kontakte erfasst wurden, liegt die Quote laut Schätzungen der Behörden mittlerweile bei 60 bis 90 Prozent, allerdings mit erheblichen regionalen Lücken in abgelegenen Konfliktgebieten. Die WHO fordert eine Identifizierung und 21-tägige Beobachtung von 90 Prozent aller Kontakte, um die Ausbreitung zu stoppen. Nach Angaben von WHO-Notfalldirektor Chikwe Ihekweazu stammen im Zentrum des Ausbruchsgeschehens in Bunia weiterhin 70 bis 80 Prozent aller neuen Fälle aus bisher unbekannten Übertragungsketten. Daraus folgert er, dass das wahre Ausmaß des Ausbruchs zwischen zwei- und viermal größer sein könnte, als die offiziellen Daten nahelegen.

Hürden bei der Nachverfolgung und medizinische Fortschritte

Neben schlecht befahrbaren Wegen und Sicherheitsrisiken durch Dutzende bewaffnete Gruppen in der Provinz Ituri erschwert das Misstrauen der Bevölkerung die Arbeit. Laut WHO werden Kontaktpersonen von Angehörigen versteckt, um eine Isolation zu vermeiden, da viele Menschen im Ostkongo aufgrund mangelnder Aufklärung nicht an die Existenz von Ebola glauben. Zudem fehlt es an grundlegender Schutzausrüstung, Fachpersonal und einer stabilen Stromversorgung für die Diagnostik. Dennoch gibt es Fortschritte durch verbesserte Laborkapazitäten und mehr PCR-Geräte vor Ort, auch wenn flächendeckende Tests und zugelassene Schnelltests weiterhin fehlen. Hoffnung verspricht eine klinische Studie der WHO, die drei experimentelle Ansätze prüft: das antivirale Mittel Remdesivir, den Antikörpercocktail MBP134 sowie eine Kombination aus beiden. Für enge Kontaktpersonen werden zudem Studien für das orale Medikament Obeldesivir vorbereitet.

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