Massiver Drohnenangriff auf Moskau und heftiger gegenseitiger Beschuss
Die Ukraine hat Moskau mit Hunderten Drohnen attackiert, während Russland seine Angriffe mit ballistischen Raketen auf Kyjiw intensiviert. Beide Seiten melden Schäden und Verletzte.
Die Ukraine hat in der Nacht auf Montag einen großangelegten Drohnenangriff auf die russische Hauptstadt Moskau und Ziele im Schwarzen Meer durchgeführt. Dem Angriff ging ein Wochenende mit heftigen gegenseitigen Attacken voraus, bei denen auch die ukrainische Hauptstadt Kyjiw unter Beschuss geriet. Beide Seiten meldeten Schäden an der Infrastruktur sowie verletzte Zivilisten. In der Nacht auf Montag startete die Ukraine mehr als 400 Drohnen in Richtung Moskau. Nach Berichten trafen die Flugkörper unter anderem ein Öllager und ein Logistikzentrum. Wie Euronews berichtet, erklärte ukrainischer Präsident Wolodymyr Selenskyj, dass ukrainische Kräfte zudem zwei Tanker der russischen Schattenflotte sowie vier Frachtschiffe im Schwarzen Meer angegriffen haben. Nach Angaben von Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin wurde die Mehrheit der gestarteten Drohnen weit vor der Hauptstadt abgeschossen, während 85 Drohnen im Großraum Moskau abgefangen wurden. Gouverneur des Moskauer Umlands Andrei Worobjow teilte mit, dass zehn Menschen, darunter ein Kind, verletzt wurden. Zudem erlitten mehrere Wohnhäuser und Teile der zivilen Infrastruktur in den Städten Podolsk, Domodedowo und Odinzowo Schäden.
Angriffe auf Onlinehändler und die Hauptstadt Kyjiw
Bereits am Samstag hatte die ukrainische Armee Treffer in zwei Lagerhallen von Wildberries, einem der größten Online-Marktplätze Russlands, im Umland von Moskau gemeldet. Lokale Medien berichteten infolge des jüngsten Angriffs von einem weiteren Brand in einem Lager des Onlinehändlers. Russland wiederum hatte am Wochenende einen großangelegten Angriff mit ballistischen Raketen auf Kyjiw gestartet, bei dem ein Mensch ums Leben kam und 16 weitere verletzt wurden. Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe setzte Russland in der Nacht zudem 94 Langstreckenangriffsdrohnen ein, von denen die Luftverteidigung 81 abwehrte. Neun Drohnen und eine Rakete richteten an neun Orten Schäden an.
Russland setzt verstärkt auf ballistische Raketen
Das US-Institut Institute for the Study of War (ISW) erklärte am Sonntag: "Die russischen Streitkräfte haben im Juli bislang mehr ballistische Raketen gegen die Ukraine abgefeuert, als Russland Medienberichten zufolge pro Monat produziert". Weiter hieß es vom ISW: "Russland greife offenbar auf seine Lagerbestände zurück, um die Zahl der gegen die Ukraine abgefeuerten ballistischen Raketen weiter zu erhöhen. Diese Raketen seien erfolgreicher als Drohnen und Marschflugkörper".
Innenpolitischer Druck auf Selenskyj
Kyjiw betont, dass die Angriffe auf Moskau die Offensivfähigkeit Russlands schwächen und den Kreml zu Verhandlungen drängen sollen. "Wir antworten zu Recht auf jeden russischen Angriff auf unsere Städte und Gemeinden“, schrieb Präsident Selenskyj auf X. "Dieser Krieg muss beendet werden, und das ist nur möglich, wenn der Druck auf die einzige Ursache dieses Krieges weiter erhöht wird." Unterdessen kündigte Selenskyj für Montag wichtige Gespräche an. Er steht innenpolitisch unter Druck, seit er in der vergangenen Woche eine Kabinettsumbildung angekündigt hat. Ausgangspunkt der Krise war die Empörung über die Entlassung von Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow, woraus sich breiter Unmut über den Umgang mit dem Militär und Proteste für Veränderungen in der militärischen Führung entwickelten.
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