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Historischer Waldbrand in Kastilien-La Mancha breitet sich weiter aus

Ein verheerendes Feuer nördlich von Madrid hat bereits 26.000 Hektar Land vernichtet und zahlreiche Evakuierungen erzwungen. Extreme Hitze erschwert den beispiellosen Löscheinsatz der Rettungskräfte.

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Ein historischer Waldbrand nördlich der spanischen Hauptstadt Madrid hat bereits eine Fläche von 26.000 Hektar zerstört. Mehr als 1.200 Menschen mussten aus fast dreißig Dörfern evakuiert werden, während extreme Temperaturen von bis zu 45 Grad die Löscharbeiten erschweren. Es ist der größte registrierte Brand in der Geschichte der Region Kastilien-La Mancha.
Der am vergangenen Donnerstag ausgebrochene Brand bei La Mierla hat mittlerweile einen Umfang von 120 Kilometern erreicht, wie Euronews berichtet. Das Feuer übertrifft damit den bislang schwersten Brand der Provinz im Jahr 2005 bei La Riba de Saelices, der damals 13.000 Hektar vernichtete und die Evakuierung von rund 500 Menschen erzwang. Besonders tragisch ist für die Menschen in der Region, dass sich am vergangenen Freitag der Todestag von elf Mitgliedern der Feuerlöschbrigade von Cogolludo zum 21. Mal jährte, die bei der damaligen Tragödie ums Leben kamen. Nun fressen sich die Flammen erneut durch denselben Naturpark.

Ermittlungen zur Brandursache und politische Debatten

Nach ersten Ermittlungen der spanischen nationalen Gendarmerie Guardia Civil entstand das Feuer am Donnerstag um 13.55 Uhr auf einem Getreidefeld. Als mutmaßlicher Verantwortlicher gilt Bürgermeister von Robledillo de Mohernando Rubén Marchamalo (Vox), der auf einem nahe gelegenen Grundstück mit dem Mähdrescher unterwegs gewesen sein soll. Der Bürgermeister bestreitet dies jedoch und erklärte, er sei bislang nicht einmal vernommen worden. Seine Partei Vox stellt sich öffentlich hinter ihn und fordert, die Unschuldsvermutung zu respektieren.Präsident des Provinzialverbands der Landwirte und Viehhalter von Guadalajara Juan José Laso kritisierte die Regionalregierung von Kastilien-La Mancha scharf, da sie die Waldbrandgefahr nicht auf „extrem“ angehoben habe und Erntebeschränkungen die Arbeiten auf den ausgetrockneten Flächen verzögerten: „Mit jedem Tag wird das Stoppelfeld gefährlicher. Ohne diese lächerlichen Beschränkungen wäre dieses Feuer nicht entstanden.“ Dem entgegnete Subdelegierte in Guadalajara Susana Cabellos aus der Zentralregierung mit einem Appell zur sozialen Verantwortung gegenüber jenen, die den Klimawandel bei der Bewältigung von Notlagen leugnen.

Massiver Löscheinsatz und verletzte Einsatzkräfte

Präsident von Kastilien-La Mancha Emiliano García-Page leitete am Montagmorgen die Sitzung des Einsatzleitstabs CECOPI im Gefechtsstand von Tamajón. Er räumte ein, dass die Region einen derart massiven Einsatz noch nie erlebt habe, und erklärte: „Wir werden deutlich über 26.000 Hektar hinauskommen, ohne dass wir eine endgültige Grenze setzen können.“ Der Einsatz wuchs von anfangs 324 Kräften und zwölf Luftfahrzeugen auf über 400 Fachleute vor Ort, bis zu 25 Luftfahrzeuge und mehr als 30 Bodenfahrzeuge an. Die Kosten belaufen sich bereits auf rund 50 Millionen Euro.Zwei Waldbrandfeuerwehrleute mussten nach einem Zwischenfall mit einem Löschfahrzeug medizinisch versorgt werden. Der Waldbrandplan Infocam teilte dazu mit: „Beide sind von den Sanitätsdiensten im vorgeschobenen Einsatzleitstand (PMA) versorgt worden und befinden sich in gutem Zustand. Die Sicherheit der Einsatzkräfte, die an der Notlage mitwirken, hat für uns immer Vorrang“.

Evakuierungen und weitere Brandherde

Zu den ersten Evakuierungen in Arroyo de Fraguas, Zarzuela de Jadraque, La Mierla, Muriel, Umbralejo und Semillas kamen später weitere Dörfer wie Bustares, Villares de Jadraque, Veguillas, Prádena de Atienza, Robledo de Corpes, Aldanueva de Guadalajara und Naharros hinzu. Am Montag wurden acht weitere Evakuierungen angeordnet, während Orte wie Hiendelaencina, Ujados, La Miñosa, Albendiego und Cañamares vorsorglich abgeriegelt bleiben. Evakuierte wurden im Sportzentrum von Humanes untergebracht, wo am Wochenende Fernseher für das Finale der Fußball-Weltmeisterschaft installiert wurden.Die staatliche Wetteragentur Aemet hält eine Sonderwarnung wegen der dritten Hitzewelle des Sommers bei Temperaturen von bis zu 45 Grad aufrecht. Parallel zerstört ein Brand in Cinco Villas in der Provinz Saragossa bereits 15.400 Hektar und zwang knapp 1.000 Menschen zur Evakuierung. Dagegen entwickelt sich der Brand bei Orés nahe Pamplona laut der Regierung von Aragón „sehr günstig“, sodass evakuierte Bewohner von Malpica de Arba, Luesia und Uncastillo am Montag nach einer Cecopi-Sitzung in ihre Häuser zurückkehren können.

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