Blasensperren sollen Plastikmüll in Flüssen stoppen
Das System „The Great Bubble Barrier“ erzeugt eine Barriere aus Luftblasen am Gewässergrund, um Plastikmüll abzufangen. Die Technologie wird bereits in mehreren europäischen Ländern erfolgreich eingesetzt.
Luftblasen gegen Plastikmüll. Solange mein Heringsbrötchen sauber bleibt, bin ich voll dafür.
— Rocky, Chefkolumnist
Illustration: KI-generiert
Das System „The Great Bubble Barrier“ fängt Plastik in Flüssen und Kanälen ab, bevor es das Meer erreicht. Mithilfe eines aufsteigenden Vorhangs aus Luftblasen wird der Müll an die Oberfläche und zu einem Sammelpunkt geleitet. Die Technologie wird bereits in mehreren europäischen Städten erfolgreich eingesetzt und soll künftig auch weltweit ausgebaut werden. Jedes Jahr landen Millionen Tonnen Plastik in den Weltmeeren – und Flüsse sind der wichtigste Transportweg, wie Euronews berichtet. Strandreinigungen und Sammelaktionen auf dem Meer haben in den vergangenen Jahren zwar zugenommen. Mit der Plastikflut können sie aber nicht Schritt halten. „Die Produktion von Plastik steigt weiter“, sagt Geschäftsführerin für Geschäftsentwicklung bei The Great Bubble Barrier Anne Marieke Eveleens, Euronews Earth. „Wir rechnen damit, dass sie sich bis 2030 verdreifacht. Die Nachfrage nach Plastik ist sehr hoch. Wir nutzen es in fast allen Bereichen unseres Alltags. Gleichzeitig wissen wir am Ende der Lebensdauer oft nicht, wohin mit all diesem Material.“ Weniger als zehn Prozent des anfallenden Plastiks werden recycelt, erläutert sie. Der Rest gelangt häufig versehentlich oder wegen mangelhafter Abfallwirtschaft in Flüsse und andere Gewässer. Aktionen zur Reinigung der Ozeane helfen, sagt sie. „Aber es braucht deutlich mehr Anstrengungen, um den Zufluss wirklich zu stoppen.“
Funktionsweise der Barriere aus Luftblasen
The Great Bubble Barrier setzt früher an. Das System fängt Plastik in Flüssen und Kanälen ab, noch bevor es das Meer erreicht. Dazu liegt ein perforiertes Rohr quer über dem Gewässergrund und ist mit einer Luftpumpe verbunden. So entsteht ein aufsteigender Vorhang aus Blasen. Verläuft dieser schräg zur Strömung, treibt die Strömung schwimmenden Müll und auch Material aus tieferen Wasserschichten zu einem Sammelpunkt am Ufer. „Wir behindern keine Fische und keinen Schiffsverkehr. Gleichzeitig können wir die gesamte Breite und Tiefe eines Flusses abdecken“, sagt Eveleens gegenüber Euronews Earth. Nach Angaben der Mitgründerin haben Universitäten und unabhängige Forschungsinstitute das System geprüft. Es fängt rund 86 Prozent des Plastiks an der Wasseroberfläche ab. „Diese Quote bleibt erstaunlich stabil“, so Eveleens. Das Unternehmen betreibt derzeit Blasensperren in Amsterdam, Katwijk und Harlingen in den Niederlanden sowie nahe Vila do Conde in Portugal. Weitere Anlagen sind in Europa und den Vereinigten Staaten im Gespräch.
Herausforderungen beim weltweiten Ausbau
Die Technik soll wachsen, vor allem in Südostasien. Dort gehören einige der weltweit am stärksten verschmutzten Flüsse zum Einzugsgebiet. Die Umsetzung ist jedoch mehr als eine Ingenieursaufgabe, erklärt Eveleens. Sie erfordert, dass Behörden, lokale Abfallwirtschaft und Anwohnerinnen und Anwohner gleichzeitig an einem Strang ziehen. „Genehmigungen müssen vorliegen. Es braucht ein Sammelsystem für den Abfall, damit unser Müll nicht ein paar meter weiter wieder im Fluss landet“, sagt sie. „Wir arbeiten eng mit den Gemeinden in der Umgebung zusammen. Wir bitten sie um Hilfe, um herauszufinden, welche Gegenstände wir am häufigsten finden und ob sich vor Ort etwas dagegen tun lässt.“ Dieses Modell mit vielen Beteiligten sei bisher die Grundlage für jede erfolgreiche Anlage gewesen, betont sie.
Internationale Aufmerksamkeit und Zukunftspläne
Auszeichnungen haben die Verbreitung des Projekts beschleunigt. Als Finalistin für den Earthshot Prize, den globalen Umweltpreis von Prinz William, erhielt The Great Bubble Barrier deutlich mehr Aufmerksamkeit. „Fast überall auf der Welt, wo wir hinkommen, haben die Menschen schon einmal von einer Blasenbarriere gehört“, sagt Eveleens zu Euronews Earth. „Das hat uns enorm geholfen, international zu werden und unsere Lösung dorthin zu bringen, wo sie gebraucht wird.“ Für die Zukunft wünscht sich Eveleens Sperren an Hotspots der Verschmutzung in Großstädten weltweit. Die Anlagen sollen nicht nur Müll einsammeln, sondern auch Daten liefern, die politische Entscheidungen unterstützen. „All diese Daten sind eine Grundlage für neue Regeln, die verhindern, dass die Verschmutzung überhaupt entsteht“, sagt sie. „Wenn an allen entscheidenden Stellen der Welt solche Blasensperren stehen, wäre das der größte Traum.“
Auf den griechischen Inseln Kreta und Paros kämpfen hunderte Feuerwehrleute gegen anhaltende Waldbrände. Aufgrund der starken Winde und schwierigen Bedingungen bleibt die Lage in mehreren Regionen angespannt.
Eine neue wissenschaftliche Untersuchung zeigt, dass der Klimawandel extreme Brandbedingungen in Spanien und Frankreich massiv verschärft. Während Südeuropa brennt, warnt die UN vor den Folgen fossiler Energieträger.
Während die Nachfrage nach Halbleitern für Künstliche Intelligenz hoch ist, droht durch den Ausbau von Fabriken und das Aufholen Chinas eine weltweite Chipschwemme.
Nach einem Massenansturm auf die spanische Exklave Ceuta sind mindestens 15 Menschen im Meer ertrunken. Die spanische Regierung hat das Militär zur Unterstützung der Sicherheitskräfte entsandt.
Nachdem binnen 24 Stunden mehr als 49.000 Migranten die spanische Exklave Ceuta erreicht haben, ist die Lage vor Ort chaotisch. Die Krise sorgt auch für diplomatische Spannungen innerhalb Europas.
Auf der kapverdischen Insel Santiago führt die illegale Sandgewinnung für die Bauwirtschaft zu schweren Umweltschäden. Viele Frauen sehen in der harten Arbeit dennoch die einzige Möglichkeit, ihre Familien vor dem Verhungern zu bewahren.