Verheerende Waldbrände in Spanien: Tausende Hektar zerstört und zahlreiche Orte evakuiert
Zwei Großbrände in den Regionen Guadalajara und Saragossa halten die spanischen Einsatzkräfte in Atem. Bereits Zehntausende Hektar Land fielen den Flammen zum Opfer, während zahlreiche Dörfer evakuiert werden mussten.
Der am Donnerstag ausgebrochene Brand bei La Mierla in der Sierra Norte de Guadalajara hat nach den jüngsten verfügbaren Daten bereits fast 13.000 Hektar vernichtet. In der Nacht zum Sonntag konzentrierten sich die Löschmannschaften auf zwei Fronten: auf die Südseite bei Gascueña de Bornova sowie auf Sicherungsarbeiten in Navas de Jadraque und Bustares. Die Liste der evakuierten Orte ist inzwischen auf sechzehn angewachsen. Dazu gehören Bustares, Veguillas, Villares de Jadraque, Monasterio, La Mierla, Muriel, Semillas, La Nava de Jadraque, Almiruete, Palancares, Umbralejo, Navas de Jadraque, El Ordial, Arroyo de las Fraguas und Zarzuela de Jadraque sowie der Bereich um den Stausee von Beleña.
Die Regierung von Kastilien-La Mancha betont, dass sich das Feuer extrem verhält. Böen aus Südwest erreichen mehr als 60 Meter pro Minute – deutlich über der Marke von 10 Metern pro Minute, ab der ein Brand als nicht mehr beherrschbar gilt, wie Euronews berichtet. Die Guardia Civil ermittelt weiter zur Brandursache. Der Ausbruch könnte mit landwirtschaftlichen Arbeiten mit einem Mähdrescher zusammenhängen.
Günstigere Entwicklung bei Orés in Saragossa
In Zaragoza hat der Brand bei Orés bereits mehr als 15.400 Hektar erfasst. Das InfoAR-System beschreibt die Entwicklung in der Nacht dennoch als günstig. Am Vormittag stießen nach und nach weitere Luft- und Bodeneinsatzmittel zu den Löscharbeiten, an einem Tag, der etwas weniger schwierig verläuft als die vorherigen. Die Orte Orés, Asín, Luesia, Malpica de Arba und Uncastillo bleiben geräumt. Für Sos del Rey Católico, Navardún, Urriés und Castiliscar gilt weiterhin die Vorwarnstufe.Rund 450 Einsatzkräfte sind im Gelände aktiv. Sie beobachten mögliche Winddrehungen, um Wiederaufflammungen früh zu erkennen und sowohl die bewohnten Orte als auch das geschützte Landschaftsgebiet der Sierra de Santo Domingo zu sichern. Der Notdienst 112 Aragón hat klargestellt, dass das kursierende Gerücht, man benötige Traktoren zur Bekämpfung des Brandes bei Orés, falsch ist.
Historische Brandzahlen im laufenden Sommer
Über diese beiden Großbrände hinaus fällt die Bilanz des Jahres äußerst ernst aus. Spanien verzeichnet bislang rund 70.000 Hektar verbrannte Fläche und 18 große Waldbrände – fast das Dreifache der Fläche im gleichen Zeitraum 2025. Hinzu kommen weitere jüngste Brände: Das Feuer in Huesca bei der Gemeinde Plan ist trotz des gebremsten Vormarschs in der Nacht weiterhin aktiv, während der Brand bei Fiscal als stabilisiert gilt. In Andalusien wurden Brände in Laujar de Andarax (Almería) und Purullena (Granada) gemeldet, wobei sich letzterer günstig entwickelt.In Málaga konnten die evakuierten Bewohnerinnen und Bewohner von Árchez nach der Stabilisierung des Feuers, das zu Ausgangsbeschränkungen in Cómpeta geführt hatte, bereits in ihre Häuser zurückkehren. In Madrid erklärten die Behörden den Brand bei Lozoyuela für unter Kontrolle, dort verbrannten mehr als 700 Hektar.