Schwere russische Luftangriffe auf Kyjiw
Russland hat bei einem stundenlangen nächtlichen Angriff zahlreiche Raketen und Drohnen auf die ukrainische Hauptstadt Kyjiw abgefeuert. Dabei wurden mehrere Gebäude beschädigt, es gibt Verletzte und mindestens ein Todesopfer.
Der Angriff begann gegen 1:30 Uhr Ortszeit und dauerte mehrere Stunden. Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe feuerte Russland 41 Raketen und 125 Angriffsdrohnen ab, wovon die meisten auf Kyjiw und die umliegende Region gerichtet waren. Beobachter wie ehemaliger schwedischer Außenminister Carl Bildt glauben, dass Russlands Präsident Wladimir Putin eine Eskalation des Krieges anstrebt. Viele sehen in den Angriffen Vergeltungsschläge für die jüngsten ukrainischen Drohnenangriffe gegen Russland, wie Euronews berichtet. Dabei wurde in Zentralrussland auch eine Logistikplattform, eine Art "russisches Amazon", getroffen.
Die ukrainischen Rettungsdienste meldeten Brände in fünf Stadtbezirken von Kyjiw. Wohnhäuser, Bürogebäude und Industrieanlagen wurden beschädigt. In den Bezirken Sviatoshynskyi und Schewtschenkiwskyj konnten mehrere Menschen aus brennenden Gebäuden gerettet werden. Mindestens eine Person wurde allerdings tot aufgefunden. Mindestens 16 Menschen wurden verletzt. Brände wurden auch aus Solomjanskyj, Desnjanskyj und Dnipro gemeldet. Das russische Verteidigungsministerium erklärte, der Angriff auf Kyjiw habe Einrichtungen getroffen, die mit dem ukrainischen Militär in Verbindung stehen.
Zunehmende Angriffe auf die Hauptstadt
Ukrainischer Präsident Wolodymyr Selenskyj – der innenpolitisch unter Druck geraten ist – sagte, die meisten Raketen und Drohnen seien auf die Hauptstadt abgefeuert worden. „Insgesamt hat Russland im Verlauf dieser Woche rund 1.450 Angriffsdrohnen, mehr als 1.640 gelenkte Luftbomben und 99 Raketen verschiedener Typen gegen die Ukraine eingesetzt“, schrieb er in einem Beitrag auf der Plattform X.Der nächtliche Beschuss erfolgte einen Tag, nachdem die Ukraine mit einem groß angelegten Drohnenangriff Ziele in Russland getroffen hatte. Wieder standen auch Ölanlagen unter Beschuss. Die nächtlichen Bombardierungen sind die jüngsten in einer Reihe groß angelegter russischer Angriffe auf Kyjiw in den vergangenen Wochen.