Mehrheit der Bürger in NATO-Staaten bewertet Verteidigungsbündnis positiv
Eine aktuelle Studie des Pew Research Center zeigt, dass die NATO in den meisten Mitgliedstaaten weiterhin hohe Zustimmung genießt. Gleichzeitig bleibt das Ansehen Russlands und des russischen Präsidenten Wladimir Putin auf einem Tiefstand.
Eine aktuelle Studie des Pew Research Center belegt, dass die NATO in der öffentlichen Meinung der meisten Mitgliedstaaten weiterhin stabil und positiv bewertet wird. Besonders in Polen, Schweden und Deutschland genießt das Militärbündnis trotz anhaltender internationaler Krisen großen Rückhalt. Demgegenüber stehen eine weitgehend ablehnende Haltung gegenüber Russland sowie geteilte Meinungen bezüglich der ukrainischen Führung. Seit mehr als vier Jahren andauernd prägt der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine die Prioritäten der NATO, die ihre Unterstützung für Kyjiw fortlaufend bekräftigt. Gleichzeitig streben die europäischen Verbündeten eine Stärkung der eigenen Verteidigung an, während US-Präsident Donald Trump seine zweite Amtszeit nutzt, um das Bündnis zu erschüttern. Er droht unter anderem mit der Übernahme Grönlands von Dänemark sowie der Annektierung Kanadas und wirft anderen Mitgliedstaaten unzureichende Verteidigungsausgaben vor, verbunden mit der Warnung vor einem US-Ausstieg.
Hohe Zustimmungswerte in Europa und Nordamerika
Trotz dieser Spannungen bleibt das Bild der NATO in der Öffentlichkeit stabil, wie Euronews berichtet. In Polen liegt die positive Bewertung bei 78 Prozent, gefolgt von Schweden mit 74 Prozent, Deutschland mit 73 Prozent und Ungarn mit 72 Prozent. Auch in Kanada mit 67 Prozent und den USA mit 57 Prozent beurteilt eine Mehrheit die Allianz positiv. Ein anderes Bild zeigt sich in Spanien, wo sich negative (48 Prozent) und positive (44 Prozent) Meinungen fast die Waage halten, während in Griechenland und der Türkei jeweils eine Mehrheit von 59 Prozent das Bündnis ablehnt. Seit 2025 verzeichneten Frankreich, Italien und die USA leichte Rückgänge in der Gunst, während die Zustimmung in Griechenland um acht Prozentpunkte stieg.Innerhalb der Staaten zeigen sich demografische und politische Unterschiede. In den USA befürworten 75 Prozent der Demokraten die NATO, aber nur 42 Prozent der Republikaner. In Ungarn äußern 87 Prozent der 18- bis 34-Jährigen eine positive Meinung, verglichen mit 64 Prozent bei den über 50-Jährigen – ein Muster, das sich auch in Deutschland, Italien, den Niederlanden und den USA widerspiegelt.
Weitgehende Ablehnung Russlands und Putins
Russland und russischer Präsident Wladimir Putin stoßen in den befragten Ländern auf breite Ablehnung. Mindestens sechs von zehn Erwachsenen in den europäischen Ländern äußern eine negative Haltung gegenüber Russland, am deutlichsten in Schweden mit 94 Prozent, Polen mit 86 Prozent und den Niederlanden mit 85 Prozent. In der Türkei halten sich negative (49 Prozent) und positive (47 Prozent) Urteile nahezu die Waage. Das Vertrauen in Putin, in internationalen Fragen das Richtige zu tun, ist in Polen, Schweden, Spanien und den Niederlanden am geringsten, während die höchsten – wenngleich im Minderheitenbereich liegenden – Werte in der Türkei (39 Prozent), Griechenland (35 Prozent) und Ungarn (33 Prozent) gemessen wurden.
Gespaltenes Bild bei Selenskyj
Auch ukrainischer Präsident Wolodymyr Selenskyj spaltet die Gemüter in den NATO-Ländern, obwohl das Bündnis die Ukraine weiter unterstützt. Am meisten Vertrauen sprechen ihm die Menschen in Schweden (83 Prozent), Großbritannien (68 Prozent) und den Niederlanden (67 Prozent) aus. In Ungarn (78 Prozent), Griechenland (75 Prozent) und der Türkei (70 Prozent) überwiegen dagegen deutlich die Zweifel. Die US-Amerikanerinnen und Amerikaner neigen weiterhin eher dazu, Selenskyj zu vertrauen, obwohl die Beziehungen zwischen den USA und der Ukraine seit Trumps Rückkehr ins Amt deutlich brüchiger geworden sind. Die Hälfte der Befragten in den USA äußerte Vertrauen in Selenskyj, 40 Prozent gaben an, ihm nicht zu vertrauen.
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