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Schwere Waldbrände wüten in Spanien: Tausende Hektar zerstört und Orte evakuiert

Spanien kämpft derzeit mit mehreren großen Waldbränden, von denen einer in der Provinz Zaragoza bereits der größte des Jahres ist. Zahlreiche Ortschaften mussten evakuiert werden, während die Behörden wegen mutmaßlicher Brandstiftung ermitteln.

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Spanien kämpft derzeit mit mehreren schweren Waldbränden, die bereits tausende Hektar Land zerstört und zu zahlreichen Evakuierungen geführt haben. Besonders betroffen ist die Region Cinco Villas in der Provinz Zaragoza, wo der bislang größte Brand des Jahres wütet. Die Einsatzkräfte sind im Dauereinsatz, während die Behörden in einem Fall wegen mutmaßlicher Brandstiftung ermitteln.

Verheerendes Feuer in Zaragoza

Der schwerste Brand in der Region Cinco Villas in der Provinz Zaragoza hat bereits 12.000 Hektar verwüstet und gilt als der größte des laufenden Jahres in Spanien. Das Feuer war am Mittwoch ausgebrochen und weitete sich in der Nacht zum Freitag deutlich aus. Nach Angaben der Behörden ist der Brand weiterhin „sehr aktiv“ und weist inzwischen einen Umfang von 60 Kilometern auf. Sechs Orte mussten geräumt werden, darunter Orés, Asín, Luesia, Malpica de Arba und Uncastillo in Zaragoza sowie Petilla de Aragón in Navarra, wovon insgesamt mehr als 1.100 Menschen betroffen sind. Das Feuer trifft vor allem den Cerro de Cinco Villas, ein Kieferngebiet mit einer Funkrelaisantenne in der Nähe der Siedlungen Los Robles und San Lorenzo. Die Stadtverwaltung richtete die städtische Sporthalle als Notunterkunft ein, während die Militäreinheit UME Unterstützungskräfte entsandte.
Die Guardia Civil nahm am Donnerstag einen Mann fest, der im Verdacht steht, den Brand gelegt zu haben. Zum Zeitpunkt der Festnahme trug der Verdächtige einen Rucksack mit leicht entzündlichen Stoffen und ist wegen ähnlicher Taten in anderen spanischen Provinzen vorbestraft. Umwelt-, Landwirtschafts- und Innenminister der Region Madrid Carlos Novillo kündigte an, dass die Regionalregierung als Nebenkläger auftreten und den Fall an die Generalstaatsanwaltschaft der Autonomen Gemeinschaft übergeben wird. Diese Maßnahme soll das Naturerbe Madrids schützen, das laut Novillo in ernste Gefahr geraten ist „durch eine einzige Person, einen gewissenlosen Brandstifter, der einen schweren Waldbrand ausgelöst und Menschenleben in Gefahr gebracht hat“. Präsidentin der Region Madrid Isabel Díaz Ayuso unterstützte diese Entscheidung, wie Euronews berichtet. Die Stromversorgung in den betroffenen Orten ist inzwischen wiederhergestellt, während mehrere Straßen weiterhin gesperrt bleiben.

Evakuierungen in Guadalajara und Madrid

In der nördlichen Sierra der Provinz Guadalajara zwang ein am Donnerstag ausgebrochener Brand zur Evakuierung der Orte La Mierla, Muriel und Umbralejo. In Almiruete, Palancares und am Stausee von Beleña mussten die Menschen in ihren Häusern bleiben. Das Feuer breitete sich rasch aus und verbrannte in wenigen Stunden 900 Hektar, wie Leiter des regionalen Einsatzzentrums für Waldbrände von Kastilien-La Mancha Juan José Fernández erklärte. Die Regionalregierung bat wegen der Heftigkeit des Brandes um Unterstützung durch die Militärische Notfalleinheit.
Ein dritter aktiver Brandherd entstand am Donnerstagnachmittag in Lozoyuela in der nördlichen Sierra von Madrid. Bislang sind dort 70 Hektar verbrannt, und das Feuer war auch am Freitag noch nicht unter Kontrolle. Am Donnerstag wurden 100 Menschen evakuiert, zudem mussten mehr als 2.000 Personen in Buitrago de Lozoya sowie in Ortsteilen der Gemeinde Puentes Viejas in ihren Häusern bleiben. Die Guardia Civil brachte zudem rund 50 Kinder aus einem Ferienlager in Sicherheit. Ein weiterer Brand in Hinojosas in der Provinz Ciudad Real ist dagegen bereits gelöscht, nachdem etwa 800 Hektar betroffen waren.

Klimatische Faktoren begünstigen Ausbreitung

Hohe Temperaturen, Wind und geringe Luftfeuchtigkeit, kombiniert mit der üppigen Vegetation nach einem regenreichen Frühjahr, erklären die schnelle Ausbreitung der Brände. Fachleute nennen zudem die zunehmende Vernachlässigung der Wälder und der ländlichen Regionen zusammen mit dem Klimawandel als Faktoren, unter denen Feuer immer schwerer zu kontrollieren sind.

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