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Vereinte Nationen registrieren dramatischen Anstieg ziviler Opfer in der Ukraine

Im Juni verzeichnete die Ukraine die höchste Zahl getöteter Zivilisten seit April 2022. Grund dafür sind verstärkte russische Angriffe mit weitreichenden Waffen auf dicht besiedelte Städte.

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Die Vereinten Nationen haben für den Juni einen dramatischen Anstieg der zivilen Todesopfer in der Ukraine gemeldet. Demnach wurden in diesem Monat so viele Zivilisten getötet wie in keinem anderen Monat seit April 2022. Ursache für die steigenden Opferzahlen ist eine Intensivierung russischer Angriffe mit weitreichenden Raketen auf dicht besiedelte Städte.

„Mindestens 293 Zivilisten wurden im Juni 2026 in der Ukraine getötet und 1.990 verletzt“, teilte die Menschenrechtsbeobachtermission der Vereinten Nationen in der Ukraine mit. Damit verzeichnete die Ukraine die höchste Zahl ziviler Todesopfer in einem Monat seit April 2022, dem zweiten vollen Monat der russischen Invasion. Der Krieg dauert inzwischen seit viereinhalb Jahren an, wie Euronews berichtet.

Ursachen für den Anstieg der Opferzahlen

Der Anstieg der Opferzahlen steht in direktem Zusammenhang mit einer veränderten Taktik der russischen Streitkräfte. „Der Anstieg ist vor allem auf Angriffe der Russischen Föderation mit weitreichenden Waffen zurückzuführen. Sie trafen überwiegend Städte weit entfernt von der Front“, erklärten die Vereinten Nationen. Russland nutzt dabei den Mangel an ukrainischen Luftabwehrraketen aus und greift seit Monaten verstärkt dicht besiedelte Städte an, insbesondere die Hauptstadt Kyjiw.

In den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 wurden nach UN-Angaben insgesamt 1.396 zivile Todesopfer bestätigt. Das sind 37 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum und mehr als doppelt so viele wie im Jahr 2024. Auch die russischen Behörden melden steigende Opferzahlen unter der Zivilbevölkerung auf russischem Staatsgebiet. Laut dem UN-Bericht wurden in den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 insgesamt 250 Zivilisten getötet – ein Anstieg von 121 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Dunkelziffer und mangelnde Luftabwehr

Seit Beginn der russischen Invasion im Februar 2022 haben die Vereinten Nationen in der Ukraine insgesamt 16.431 zivile Todesopfer bestätigt, darunter 803 Kinder. Die UN gehen jedoch davon aus, dass die tatsächliche Zahl deutlich höher liegt. In den von Russland besetzten Gebieten, darunter Mariupol und Lyssytschansk, konnten die Vereinten Nationen die Opfer der besonders schweren Kämpfe zu Beginn des Krieges bislang nicht unabhängig verifizieren. Nach Einschätzung der Organisation wurden dort Tausende Menschen getötet.

Die Ukraine scheint die Front in den vergangenen Monaten weitgehend stabilisiert zu haben. Seit Beginn des US-israelischen Kriegs gegen den Iran sind die Bestände an Luftabwehrraketen jedoch deutlich geschrumpft. Dadurch sind ukrainische Städte russischen Luftangriffen zunehmend schutzlos ausgeliefert. Präsident Wolodymyr Selenskyj drängt die Vereinigten Staaten und die europäischen Verbündeten, die Lücken in der ukrainischen Luftverteidigung so schnell wie möglich zu schließen. Die Verhandlungen über ein Ende des blutigsten Konflikts in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg liegen unterdessen faktisch auf Eis.

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