Klimawandel sorgt weltweit für erheblichen Schlafverlust
Eine neue Studie zeigt, dass steigende Temperaturen durch den Klimawandel weltweit zu erheblichem Schlafverlust führen. Besonders betroffen sind der Nahe Osten, Südostasien sowie der Süden Europas.
Durch den Klimawandel bedingte heiße Nächte führen weltweit zu einem messbaren Verlust an Schlaf. Eine Analyse der Organisation Climate Central zeigt, dass eine durchschnittliche Person zwischen 2020 und 2025 jährlich fast 56 Stunden Schlaf durch hohe Temperaturen verloren hat. Dies entspricht einem deutlichen Anstieg im Vergleich zu den vergangenen Jahrzehnten. In fast allen der mehr als 1.300 untersuchten Städte hat sich der temperaturbedingte Schlafverlust seit den frühen 1970er-Jahren mindestens verdoppelt, wie Euronews berichtet. Am größten ist dieser Verlust im Nahen Osten und in Südostasien, wo die Menschen im Schnitt zwischen 55 und 91 Stunden Schlaf pro Jahr einbüßen. In den frühen 1970er-Jahren betrug der Schlafverlust in einer durchschnittlichen Stadt mit 500.000 Einwohnerinnen und Einwohnern noch rund 46 Stunden jährlich. In den 2020er-Jahren stieg dieser Wert auf etwa 50 Stunden und erreichte im Zeitraum zwischen 2020 und 2025 schließlich 56 Stunden. Laut der Analyse trägt der Klimawandel einen immer größeren Teil zu dieser Belastung bei.
Südeuropa besonders stark betroffen
Sehr warme Nächte, in denen die Temperaturen nicht unter 20 °C sinken, betreffen zwar alle Städte weltweit, die Belastung verteilt sich jedoch ungleich. Innerhalb Europas verzeichnen Städte im Süden die höchsten Werte. In der italienischen Stadt Neapel verloren die Menschen in den vergangenen fünf Jahren im Schnitt 51 Stunden Schlaf pro Jahr wegen der Hitze. In der griechischen Hauptstadt Athen lag der Verlust bei 45 Stunden, während es in Valencia in Spanien 42 Stunden waren. In Lissabon in Portugal und in der französischen Stadt Marseille betrug der Verlust jeweils 40 Stunden pro Jahr.Auch in nördlicheren Ländern leiden die Menschen unter schlafraubender Hitze, wenn auch in geringerem Maße. In Edinburgh in Schottland verloren die Menschen 21 Stunden Schlaf. In Stockholm und Helsinki waren es jeweils 20 Stunden, während der Effekt in Oslo mit 18 Stunden am geringsten ausfiel.
Gesundheitliche Folgen von Schlafmangel
Schlaf spielt eine zentrale Rolle dafür, dass der Körper am Tag richtig funktioniert. Nachts soll sich der Körper erholen. Kühlt es nicht ab, bleibt diese Erholung aus, und der Organismus steht dauerhaft unter Stress. Die Autorinnen und Autoren verweisen darauf, dass schlechter Schlaf die Stimmung, die Konzentration, die Leistungsfähigkeit sowie die Herz-Kreislauf-Gesundheit und das Immunsystem beeinträchtigen kann. Obwohl viele Faktoren den Schlaf beeinflussen, entwickelt sich die nächtliche Hitze zu einem immer wichtigeren Umweltrisiko. Dies wird dadurch verstärkt, dass die globalen Temperaturen weiter steigen und immer mehr Menschen in Städte ziehen, die sich nachts besonders stark aufheizen.Schlafmangel kann sich über mehrere Nächte aufbauen, sodass selbst kleine Einbußen über eine heiße Saison hinweg gefährlich werden können. Eine aktuelle Studie ergab zudem, dass wärmere Nächte den Schlaf von Menschen über 65 Jahren mehr als doppelt so stark beeinträchtigen wie den von Menschen mittleren Alters. In Ländern mit niedrigem bis mittlerem Einkommen ist dieser Effekt fast dreimal so groß wie in reichen Ländern. Auch Frauen sowie Menschen, die bereits in sehr warmen Regionen leben, sind überdurchschnittlich stark betroffen. Diese Unterschiede dürften sich mit weiter steigenden Temperaturen künftig noch vergrößern.
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